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Europäische Union Sarkozy fordert Regeln gegen Rohstoff-Spekulanten

Frankreich will Spekulationen an den Rohstoffmärkten mit weltweit schärferen Regeln eindämmen. Nicolas Sarkozy verlangt, künftig eine Mindest-Bareinlage für jedes Termingeschäft mit Rohstoffen einzuführen.
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Der französische Präsident, Nicolas Sarkozy in Brüssel, Belgien. Quelle: dpa

Der französische Präsident, Nicolas Sarkozy in Brüssel, Belgien.

(Foto: dpa)

Brüssel Als derzeitiger Präsident der führenden Industrie- und Schwellenländer in der G20-Gruppe schlug Präsident Nicolas Sarkozy am Dienstag in Brüssel vor, künftig eine Mindest-Bareinlage für jedes Termingeschäft mit Rohstoffen einzuführen. Der Hebeleffekt an den Derivatemärkten müsse begrenzt werden, sagte Sarkozy bei einer Konferenz. Es sei nicht hinzunehmen, dass ein einzelner Händler 15 Prozent eines Weltmarktes aufkaufen und starke Preisausschläge bewirken könne, ohne einen einzigen Cent selbst zu bezahlen. Eine strengere Regulierung sei notwendig. „Wir können nicht Däumchen drehen, wenn die Preise wild ausschlagen“, sagte Sarkozy.

Der französische Präsident machte die Termingeschäfte mit Agrarprodukten für den Hunger in Afrika verantwortlich und verglich die Regulierung des Marktes mit dem Kampf gegen die Mafia. Wenn ein Staat nicht willens sei, gegen die Verbrecherorganisation zu kämpfen, dürften sich andere davon nicht abhalten lassen. Sarkozy warnte davor, bei den Rohstoffmärkten den gleichen Fehler zu machen wie bei den Finanzmärkten, die zu lange zu lasch reglementiert gewesen seien. „Lasst uns verhindern, wieder an einen Abgrund zu geraten, lasst uns früh handeln“, rief er die G20-Staaten auf.

Frankreich hat noch bis Jahresende den Vorsitz in der Gruppe. Mehr Aufsicht und Transparenz an den Rohstoffmärkten ist eines der französischen G20-Projekte. Zu den Vorschlägen gehört, Finanztransaktionen zu Rohstoffen einer Registrierungspflicht zu unterwerfen, zu einer größeren Standardisierung von entsprechenden Verträgen zu kommen, zentrale Handelsplattformen zu schaffen und Leitplanken für Handels-Positionen einzuziehen.

In mehreren beteiligten internationalen Organisationen werden derzeit Standards dazu entwickelt. In der EU verhandeln die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament gerade über ein Gesetz, das unter anderem eine zentrale Verrechnung von bisher rein bilateral abgewickelten Derivategeschäften vorschreibt.

Eine Pflicht zum Handel über regulierte Plattformen wird E-Binnenmarktkommissar Michel Barnier voraussichtlich mit der Revision der Finanzmarktrichtlinie Mifid im Herbst vorschlagen.

  • rtr
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