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Europaparlament Iratxe García – eine Kämpferin für Gleichberechtigung

Die Spanierin wurde am Dienstag zur Fraktionschefin der Sozialisten im Europaparlament gewählt – und hat damit den Deutschen Udo Bullmann verdrängt.
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Die Spanierin hat den SPD-Politiker Bullmann an der Spitze der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament abgelöst. Quelle: dpa
Iratxe García

Die Spanierin hat den SPD-Politiker Bullmann an der Spitze der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament abgelöst.

(Foto: dpa)

MadridEuropaparlamentarier sind öffentlich häufig kaum bekannt. Doch die Spanierin Iratxe García hat es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht, als sie 2017 im EU-Parlament empört auf die Äußerungen des polnischen Abgeordneten Janusz Korwin-Mikke reagierte. Als der einen geringeren Lohn für Frauen forderte, weil die weniger intelligent seien, ergriff die temperamentvolle García das Wort, wirbelte mit den Armen durch die Luft, verwehrte sich gegen die Äußerungen und erklärte: „Ich muss Frauen gegen Männer wie sie verteidigen.“

Künftig hat die 44-Jährige dafür noch mehr Gelegenheit als bisher: Am Dienstag Nachmittag wurde sie zur Fraktionschefin der Sozialisten im Europaparlament gewählt. Der deutsche SPD-Politiker Udo Bullmann, der den Posten in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren innehatte und sich auch jetzt zur Wahl gestellt hatte, zog seine Kandidatur einen Tag vor der geplanten Abstimmung zurück. Er beklagte, dass „nationale Interessen“ statt thematischer Ausrichtung die Personalie dominierten.

Tatsächlich war abzusehen, dass der Posten wohl an einen Spanier gehen würde: Die spanischen Sozialdemokraten haben bei der Europawahl die meisten Sitze erhalten, während die deutschen Sozialdemokraten 11 Sitze verloren.

García ist gelernte Sozialarbeiterin und seit 2004 Mitglied im Europaparlament. Sie ist eine enge Vertraute des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Der hat sich nach seinem Erfolg bei den nationalen und den Europawahlen vorgenommen, mehr Spanier in Schlüsselfunktionen in der EU unterzubringen. Das Land klagt seit Jahren, dass es dort unterrepräsentiert sei. García ist seine erste Personalie, die allerdings schlichte Folge des Wahlresultats ist.

In der spanischen sozialistischen Partei PSOE gilt García als energiegeladen, natürlich und sehr nahbar. Sie hat sich bislang vor allem um die Themen Gleichberechtigung sowie Regionalförderung gekümmert und war in der abgelaufenen Legislaturperiode bereits Chefin der spanischen Delegation. Künftig wird sie die zweitgrößte Fraktion im Europaparlament leiten. „Wir wollen ein Europa, das seine soziale Seele wiedergewinnt und das die Menschen und den Kampf gegen die Ungleichheit in das Zentrum seiner politischen Arbeit rückt“, stellte sie in ihrer Antrittsrede klar. Für polnische Frauenfeinde ist da kein Platz.

Mehr: Spanien und Frankreich wollen ihre Beziehung vertiefen – um ein Gegengewicht zu den Konservativen zu bilden. Es geht auch um die Top-Jobs in der EU.

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