Europapolitik Fischer fordert Abkehr von Spardiktat

Der frühere Außenminister Joschka Fischer fordert ein Umdenken der deutschen Europa-Politik. Mit harschen Worten kritisiert er die Sparpolitik von Kanzlerin Merkel.
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MünchenMit drastischen Worten hat der frühere Außenminister Joschka Fischer eine Kehrtwende vor allem der deutschen Europa-Politik verlangt, um eine Weltwirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes zu verhindern. „Das europäische Haus steht in Flammen“, schrieb der Grünen-Politiker in einem Gastbeitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). „Europa, angeführt von Deutschland, löscht lieber weiter mit Kerosin statt mit Wasser, und der Brand wird so mit der von (Kanzlerin Angela) Merkel erzwungenen Austeritätspolitik (Sparpolitik) beschleunigt.“

Fischer schrieb weiter: „Europa steht heute am Abgrund, und wird in eben diesen in den kommenden Monaten hineinfallen, wenn jetzt nicht Deutschland und Frankreich gemeinsam das Steuer herumreißen und den Mut zu einer Fiskalunion und politischen Union der Euro-Gruppe aufbringen.“ Wenn der Euro zerfalle, werde auch die EU mit ihrem gemeinsamen Markt zerfallen „und eine Weltwirtschaftskrise auslösen, wie sie die heute lebenden Generationen noch nicht erlebt haben“.

Frankreich müsse Ja zur politischen Union sagen, zu einer gemeinsamen Regierung mit gemeinsamer parlamentarischer Kontrolle in der Euro-Gruppe. Und Deutschland müsse sich für eine Fiskalunion entscheiden. Es müsse schlussendlich das finanzielle Überleben der Euro-Zone mit seiner Wirtschaftsmacht und seinem Vermögen garantieren. Dies bedeute: „uneingeschränkter Kauf der Staatsanleihen der Krisenländer durch die EZB, Europäisierung der nationalen Schulden mittels Euro-Bonds, Wachstumsprogramme, um eine Depression in der Euro-Zone zu verhindern und Wachstum zu generieren“.

Berlin sei selten so einsam und isoliert gewesen wie gegenwärtig, so der Ex-Außenminister. Im 20. Jahrhundert habe Deutschland zweimal mit Krieg bis hin zum Verbrechen und Völkermord sich selbst und die europäische Ordnung zerstört, um den Kontinent zu unterjochen. Nur durch eine glaubhafte Umkehr und die Integration Deutschlands in den Westen und die EU habe es die Zustimmung zur deutschen Einheit gegeben. „Es wäre eine Tragödie und Ironie zugleich, wenn jetzt, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, das wiedervereinigte Deutschland, diesmal friedlich und mit den besten Absichten, die europäische Ordnung ein drittes Mal zugrunde richten würde.“

 

  • dpa
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24 Kommentare zu "Europapolitik: Fischer fordert Abkehr von Spardiktat"

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  • Genau so ist es. Wenn der Herr Oberstudienrat Eichel, der in Hessen als MP abgewählt wurde, sich die Mühe gemacht hätte sich über die Beitrittsländer genau zu informieren und das Leuten wie Fischer dann vorzutragen, wäre vielleicht manches anders gelaufen. Man hätte nur die Konsequenzen aus dem wissen ziehen müssen. So aber tragen Schröder und Fischer als Kanzler und Vizekanzler und Eichel die alleinige Schuld. Und Eichel sieht es nicht einmal ein, dass er Mist gebaut hat.

  • Über diesen Blödsinn von Fischer kann man ja nur lachen. Sollen doch die Engländer, Schweizer und Schweden die Staatsanleihen der FPIGS kaufen. Was haben die bisher geleistet. Die gehören doch auch zu Europa!? Fischer bemüht mal wieder das Dogma Holocaust, um die Schulden anderer den deutschen Steuerzahler aufzubrummen, weil er Deutschland hasst. Die anderen Staaten (England, Schweiz, Schweden) denken nicht im Traum daran in den Euro einzusteigen und schon garnicht die toxischen Staatsanleihen der FPIGS zu kaufen. Herr Fischer, wieviel haben sie in den letzten 2 Jahren in FPIGS-Anleihen investiert?

  • @Genug_ist_genug
    So ist es. Hallo Herr Fischer, wenn ich Ihre Statements lese, könnte ich zum Steinewerfer werden.
    „Es wäre eine Tragödie und Ironie zugleich, wenn jetzt, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, das wiedervereinigte Deutschland, diesmal friedlich und mit den besten Absichten, die europäische Ordnung ein drittes Mal zugrunde richten würde.“

    Herr Sarrazin schlägt eine riesige Empörungswelle entgegen, wenn er sagt, dass deutsche Politiker so denken. Ich glaube, Sie haben N…freiheit.
    Dabei sollten Sie besser den Mund halten, da Sie in Ihrer aktiven Zeit ( ich meine nicht das Steine werfen) viel dazu beigetragen haben, dass wir jetzt in dieser misslichen Lage sind.

    Wir wollen gerne in Europa friedlich mit unseren Nachbarn unter einem gemeinsamen Dach leben, aber ohne gemeinsame Kasse. So war es über viele Jahrzehnte, und so soll es wieder werden.
    Der Euro hat alles zerstört, und deshalb muss er weg, zumindest in dieser Form. Wir sind nicht gegen Europa, und wir sind so gute Europäer wie die Schweden, und wie sie wollen wir diesen Euro nicht.
    Dieses Experiment hat bis jetzt schon so viel Unheil über die europäischen Völker gebracht. Wir haben genügend hochrangige Experten, die dieses Fiasko genauso vorhergesagt haben und Lösungswege aufzeigen. Sie gehören nicht dazu.
    Jetzt meldet sich „Klein-Joschka“ zu Wort. Das „Klein“ bezieht sich auf Ihre Kompetenz in Währungs- und Volkswirtschaftsfragen. Die ganze Euro-Vorbereitung war stümperhaft. Es gab keinerlei Krisenmanagement, keine Überlegungen was wir tun können, wenn es schief geht. So wird von einer Krise zur nächsten „gerettet“, und wenn es wie immer doch nicht klappt muss eben noch mehr „gerettet“ werden. Es wird so lange „gerettet“ bis Deutschland pleite ist.
    Was wir brauchen sind kompetente und ehrliche Politiker, die sich dem Wohl ihres Volkes verpflichtet fühlen. Dazu zähle ich Sie nicht.
    Die Steine werden noch fliegen wenn die Massen den Betrug bemerken, Herr Fischer!!

  • Scheiß-Steinschmeißer.

  • Dass sich Fischer erst jetzt meldet, obwohl der Kittel in Europa schon lange brennt, muss wohl auf seine körperliche Fülle zurückzuführen sein: macht wahrscheinlich unempfindlich gegen Schmerzreize, die von der Bevölkerung des Landes ausgeht, dessen Außenminister er jahrelang war....

  • Seit langer Zeit habe ich meinen Wohnsitz im Ausland und bin dort auch perfekt integriert (also man sieht mir mein Deutschsein nicht an). Dadurch ergeben sich immer wieder ganz interessante Situationen. Heute z.B. Ausbildung in lösungsorientiertem Arbeiten, der Trainer sogesagt international anerkannt, sprach von einer gewissen Kirsten Dierolf, die eine Koryphäe in ihrem Fach zu sein scheint. Im nächsten Satz sagte er dann, dass sie ja ganz untypisch sei, da sie in den US ausgebildet worden war. Ich sass da mit offenem Mund. Deutschland = Nazis. 60 Jahre nach dem Krieg.
    Diese Voreingenommenheit hat man so Leuten wie Fischer zu verdanken. Er profiliert sich auf dem Rücken der deutschen Bürger als guter Antinazi, der die wildgewordenen Deutschen im Zaum hält. So lange solchen Leuten nicht das Handwerk gelegt wird, wird man immer wieder drauf rumhacken.
    Für mich persönlich ist so ein Mensch das Hinterletzte, dessen Schleimspur dann Leute wie ich, Deutsche nämlich, täglich aufputzen dürfen, um es noch einigermassen lebenswert zu halten.

  • "„Das europäische Haus steht in Flammen“, schrieb der Grünen-Politiker in einem Gastbeitrag in der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag)."

    Er muss es wissen. Er hat mit den Roten damals das Feuer in Griechenland gelegt. Dass diese Herren überhaupt noch den Zugang zur Presse finden.

  • Warum kommt dieser Geschäftsmann hier zu Wort?

  • wieder einmal ein Beispiel für mangelnden ökonomischen Sachverstand in der Poltik.

    Was aus politischen Motiven opportun erscheint muß noch lange nicht ökonomisch sinnvoll sein.

  • 100% Zustimmung !

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