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Europapolitik Hollande hält deutsch-französischen Motor für überbewertet

François Hollande glaubt nicht, dass der deutsch-französische Motor einzige Antriebskraft Europas sein kann. Gleichzeitig zeigte sich der französische Präsident offen beim scheinbar unüberbrückbaren Thema Eurobonds.
18 Kommentare
François Hollande und Angela Merkel nähern sich einander an. Quelle: AFP

François Hollande und Angela Merkel nähern sich einander an.

(Foto: AFP)

ParisFrankreichs neuer Präsident François Hollande sieht beim Thema Eurobonds keine unüberbrückbaren Differenzen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Sie hat nicht 'niemals' gesagt. Sie sagt: 'nicht sofort'“, betonte der Nachfolger von Nicolas Sarkozy am Dienstagabend in einem Interview des Fernsehsenders France 2. Dies zeige, dass es Kompromisse geben könne.

Kritisch äußerte sich Hollande hingegen über das Bild des starken deutsch-französischen Motors, der Europa alleine antreiben könne. „Einziger Motor? Ich glaube nicht, dass das die richtige Herangehensweise ist“, sagte Hollande. „Wir brauchen eine Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland, die die anderen mitziehen kann. Aber wir brauchen die Anderen. Man darf die Anderen nicht ausschließen, indem man sagt: Wartet, bis wir uns geeinigt haben.“

Hollande spielte damit offensichtlich auf die Vorwürfe an, die es während der Amtszeit seines Vorgängers Sarkozy gab. Bis zu dessen Wahlniederlage am 6. Mai hatte es wiederholt Kritik an der Dominanz des Paares „Merkozy“ in der EU-Politik gegeben. Merkel und Sarkozy hatten auch Diskussionen über die sogenannten Eurobonds unterdrückt, die Hollande jetzt wieder aufleben lässt. Gemeinschaftliche Staatsanleihen könnten es angeschlagenen Staaten wie Spanien und Italien ermöglichen, sich zu niedrigeren Kosten Geld zu leihen. Gleichzeitig gäbe es aber auch eine gemeinsame Haftung bei Staatsschulden. Für Deutschland würden die Finanzierungskosten voraussichtlich steigen.

Brexit 2019
  • dpa
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18 Kommentare zu "Europapolitik: Hollande hält deutsch-französischen Motor für überbewertet"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "„Sie hat nicht 'niemals' gesagt. Sie sagt: 'nicht sofort'“, betonte der Nachfolger von Nicolas Sarkozy am Dienstagabend in einem Interview des Fernsehsenders France 2. "

    Ich hoffe, dass der Herr Hollande lernen muss, dass sich unsere Frau Merkel halt nur sehr diplomatisch ausdrueckt hat. Und ich hoffe, Frau Merkel hatte diese Absicht und meinte mit "nicht sofort" vielleicht irgendwann in der sehr fernen Zukunft.

  • der typische Mittelmeer-Sozialismus: Es sollen immer die anderen fuer meinen Platz an der Sonne bezahlen: einen Dummen werden wir schon finden;...und wenn es die Deutschen sind!!

  • PEL, sie haben mit ihrer Aussage ja so recht, man kann sich nur noch anschließen.
    Danke

  • Diplomatie ist eine sehr defizile Angelegenheit. Es ist eindeutig, dass Hollande Merkel die kalte Schulter zeigt, ein Liebespaar werden die nie! Hollande geht mit den Mittelmeer-Anrainern kuscheln...

  • Kampfansage...wo siehst Du die? Kampfansagen klingen m.E. dann doch etwas anders; das hier ist Kuscheln

  • Einigen wir uns doch einfach darauf, das alle aus diesem verdammten Euro raus müssen, denn der hat keinen Land wirklich was gutes beschert. Und mit keinem Land sind die Bürger als solche gemeint, nicht die üblichen verdächtigen wie Banken und Industrie, die die Einführung natürlich befürwortet haben, denn es war ja auch nur für sie ein Vorteil.

    Also alle Mann von Bord und gut.

  • Hier kann man sich an einer e-petition gegen den ESM beteiligen:

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=24314

  • Diese Äußerung Hollandes ist eine eindeutige Kampfansage an Merkel. Wenn die Achse Berlin - Paris nicht mehr klappt, sieht es für den Euro-Raum eh düster aus. Angesichts dieser Vorzeichen ist der ESM geradezu selbstmörderisch. Wann wacht Berlin endlich auf...?

  • Wie schon gesagt, Eurobonds werden das Siechtum nur zum Schaden der Bürger verlängern. Spätesten in 2023 wird der Crash des EUro kommen, wobei wir 15 schon den Punkt erreicht haben wo es kein zurück mehr gibt, da die Schulden immens geworden sind. Damit haben wir die Zukunft von Generationen in die Tonne gehauen. Der weg heisst sofortiger Austritt aus dem Euro und eine in den ersten Jahren gemässigte Inflationspolitik der Bundesbank. Die aber dann auf früheren Stabilitätskurs zurückgefahren werden muss. Ansonsten werden breite Bevölkerungsschichten verarmen. Apropos ESM dieser ist undemokratisch und GGwirdrig. Ausserdem wird dieser die Inflation weiter betreiben.

  • Also weder Rückkehr zur Drachma, noch Aufgabe des Euros, sondern Einführung der neuen zukünftigen Parallelwährung Griechenlands: die Gyros! (nur im Inland werwendbar).

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