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Emotionen im Wahlkampf Steinmeier brüllt für Europa

Mit Trillerpfeifen gegen EU und Nato: In Berlin haben Demonstranten versucht, die Rede von Frank-Walter Steinmeier zu stören. Der sonst besonnene Außenminister verliert die Contenance – und schreit sich zum Youtube-Hit.
Update: 21.05.2014 - 16:59 Uhr 10 Kommentare
Steinmeier erbrüllt sich den Respekt der Netzgemeinde. Quelle: ap

Steinmeier erbrüllt sich den Respekt der Netzgemeinde.

(Foto: ap)

Berlin Bei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD auf dem Alexanderplatz protestierten Demonstranten mit Trillerpfeifen und Zwischenrufen gegen die Ukraine-Politik der Bundesregierung. Sie gehören zum Spektrum der neuen Montagsdemos, die sich vor allem gegen die USA, die Nato und die angebliche Medienhetze gegen Russland positionieren. Auch bei der Rede von Frank-Walter Steinmeier skandieren sie immer wieder: „Kriegstreiber, Kriegstreiber“.

Anders als seine Parteikollegen reagiert der in der Regel eher besonne Außenminister auf die Störer und fährt dabei aus der Haut.

Beim Publikum erntet Steinmeier für seine emotionale, aber inhaltlich treffende Reaktion viel Applaus. Auch in den sozialen Medien kommt die Wutrede gut an. Das Video der „Welt“ wurde bei Youtube fast 750.000 Mal angeklickt. Die Kommentatoren bei Twitter sind oft begeistert und überrascht – eine der emotionalsten Reden im Europawahlkampf hatten gerade Steinmeier die wenigsten zugetraut.

Bei der SPD, in deren Europa-Wahlkampf Steinmeier erst eine untergeordnete Rolle spielte und nun zum „Zugpferd“ aufgestiegen ist, freuen sie sich ob der positiven Resonanz. Vielleicht hilft es ja dabei, das 2009er-Ergebnis von 20,8 Prozent zu verbessern.

Steinmeier selbst macht am Mittwoch die besonderen Umstände jenes Abends für seinen Zorn verantwortlich. „Dieses Maß an Hass und Dummheit, das mir auf dieser Veranstaltung entgegenschallte, hat mich in einem so hohen Maße empört, dass diese Rede so zustande kam wie sie zustande kam.“ Aber stolz auf seinen Erfolg im Internet sei er nicht.

  • dkl
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10 Kommentare zu "Emotionen im Wahlkampf: Steinmeier brüllt für Europa"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2014/05/der-brullaffe-der-sozies-mit-rotem-kopf.html

  • Ist Steinmeier ein getroffener Hund?
    Oder warum beleidigt er Demonstranten?
    Die SPD und die Grünen waren und sind die Kriegsparteien in der BRD.
    Basta.

  • Nicht eine ganze Gesellschaft sind Nazis, sondern ein Grossteil der vom Westen zu Unrecht anerkannten Regierung in der Ukraine. Wer so platt argumentiert, muss schreien um keine Fragen beantworten zu müssen. Steinmeier ist für mich ein verantwortungsloser Kriegstreiber und Propaganda Redner.

  • @Falk2,
    nicht nur Alt-Kanzler Schmidt hat unserer politischen Führung ihren Dilettantismus in der Ukraine-Frage bestätigt.
    Prominente Vertreter der ehemaligen Führungsmannschaften von Kohl und Schmidt haben dies in bemerkenswerter Weise ebenfalls getan. Nun werden sie, da ihre Auffassungen nicht in die aktuelle politische Linie passen, gezielt aus den Medien heraus gehalten und als Putin-Versteher beschimpft.

  • Jetzt spürt es mal einer aus den etablierten Einheits-Bundestags Karussell, wie das ist, wenn man so einen "Pöbel" ausgesetzt ist.
    Mit diesen undemokratischen "Demonstranten" hat die AfD jede Woche zu kämpfen.

  • Wer schreit hat Unrecht!

    Wer mit Trillerpfeifen und der gezielten Störung/Verhinderung von Argumentation eine verbale Krisenbewältigung stört ist nicht nur im Unrecht sondern auch noch schlecht erzogen, dumm und Wegbereiter der Gewalt, die dann irgendwann an die Stelle verbaler Argumente tritt.
    Es ist gut für jede Demokratie, wenn sich deren Vertreter und Gäste nicht von Asozialen, welcher politischen Anschauung auch immer, das Wort verbieten lassen, und als extremste Form der "Gewaltausübung" die Stimme erheben.

  • Die Werbetafel vor Steinmeiers Micro "Europa besser machen" zeigt den Missstand: Europa ist wichtiger als Deutschland.



  • Nun ja, getroffene Hunde bellen eben. Steinmeier übersieht geflissentlich daß in der Ukraine zwar viel geredet aber auch geschossen wird. Eine nicht demokratische legitimierte Regierung in Kiew läßt die Armee ausrücken und auf die eigenen Landsleute schießen und Deutschland bleibt still. Kein moralischer Aufschrei und Protest gegen den Einsatz von Panzern gegen die eigene Bevölkerung. Da bleibt der deutsche Außenminister ruhig. Hätte er doch bei diesen Anlässen seine Stimme in gleicher Art und Weise erhoben wie auf dem Alexanderplatz. Das wäre ehrlicher gewesen und nicht so ein verlogener Mist wie seine "Wutrede". Diese Haltung der stillschweigenden und auch offenen Unterstützung des gewaltsamen Vorgehens der Kiewer "Regierung" gegen die eigene Bevölkerung ist es die Steinmeier zu Recht die Bezeichnung "Kriegstreiber" einbringt. Auch wenn er sicher nicht der schlimmste ist. Im Übrigen ist die "angebliche" Medienhetze gegen Rußland nicht angeblich sondern sehr real vorhanden. Jeder der zum kritischen eigenständigen und analytischen Denken fähig ist kann dies ohne Schwierigkeiten erkennen.

  • Brüllen kann der Steinmeier, das sei ihm zugestanden, wenn auch nicht ganz so intensiv wie der Altkanzler Schröder.
    Dass er für eine friedliche Lösung in der Ukraine arbeitet
    kann man ihm auch abnehmen.

    Einen wesentlichen Anteil der Hauptschuld im Vorlauf der Krise tragen zweifelsohne CDU/FDP und die Brüssler Matadoren mit ihrem Ziel einer mittelfristigen Vollmitgliedschaft der Ukraine in EU und NATO.

    Altkanzler Schmidt hat diesen Herrschaften ausdrücklich ihren vollständige Dilettantismus in dieser Angelegenheit bescheinigt.

    US-Interessen im Hintergrund spielen natürlich ebenso eine Rolle wie schon zu Zeiten der orangenen "Revolution".

  • Wie ich heute gelesen habe, würde durch TTIP bei der deutschen Landwirtschaft der Export um 29% steigen.
    Dann können wir ja endlich die Subventionen für die Bauern streichen, denn dass sie mit unserem Geld ihre Exporterfolge steigern, kann ja wohl nicht sein.
    Zudem werden bei 29% mehr Export unserer Nahrungsmittel die Preise für landwirtschaftliche Produkte dramatisch hoch gehen. Dann müssen die Bauern gar nichts mehr als Bio vermarkten, denn ihr Angebot in Deutschland ginge auch so zurück. Der Blöde wäre wieder der deutsche Steuerzahler!!!!