AfD und die Ukip „Ein euroskeptischer Wind bläst durch Europa“

Partei-Chef Lucke grenzt sich ab, doch hochrangige Mitglieder wollen eine Allianz: Die britische Anti-EU-Partei Ukip spaltet die AfD vor der Europawahl. Ukip-Boss Nigel Farage ging in Köln auf Tuchfühlung.
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Der Euro-Skeptiker Nigel Farage im Wahlkampf für die United Kingdom Independence Party: Dass viele hochrangige AfD-Mitglieder eine Allianz mit seiner Partei möchten, freue ihn. Quelle: Reuters

Der Euro-Skeptiker Nigel Farage im Wahlkampf für die United Kingdom Independence Party: Dass viele hochrangige AfD-Mitglieder eine Allianz mit seiner Partei möchten, freue ihn.

(Foto: Reuters)

KölnWenn Nigel Farage in Europa unterwegs ist und einen Saal betritt, wird meist viel Lärm gemacht. „Aber selten ist das auch Applaus“, sagte der Brite mit Blick auf frenetischen Beifall und kleine Schilder mit dem Logo der United Kingdom Independence Party (Ukip) im Publikum. Als Vorsitzender der Ukip, die den Austritt des Vereinten Königreichs aus der EU fordert, ist er so etwas wie der Oberguru der Europa- und Euroskeptiker.

Die Jugendorganisation der Alternative für Deutschland hatte den 49-Jährigen ins noble Maritim Hotel direkt am Kölner Rheinufer zu einem Vortrag und Gespräch eingeladen – aber wieso eigentlich? Der Veranstaltung wurde kein Titel gegeben und Parteichef Bernd Lucke hatte Ende Januar auf dem Europaparteitag der AfD noch scharfe Kritik an der britischen Partei geäußert. Eine Zusammenarbeit nach der Europawahl im EU-Parlament sei kein Thema. Allerdings sehen das einige AfD-Mitglieder anders.

Und so ließ auch Farages Antwort damals nicht lange auf sich warten. Nur eine Woche später sagte er der Nachrichtenagentur Reuters: „Mich freut, dass sehr viele hochrangige Mitglieder der AfD eine Allianz mit uns eingehen möchten.“

In Köln nutzte er die Chance und ging er bei der Veranstaltung, die vor dem Hotel von Protesten linker Demonstranten begleitet wurde und die es im Vorfeld vor allem durch rigide Auflagen für Journalisten in die Medien geschafft hatte, direkt auf Tuchfühlung mit der AfD: Er sei vor drei Jahren zum letzten Mal in Deutschland gewesen und habe nicht wiederkommen wollen, ehe sich hier ein eine vernünftige Bewegung gegen den Euro etabliert habe. „Diese Zeit ist nun gekommen“, verkündete Farage.

Rechtspopulistische Parolen
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13 Kommentare zu "AfD und die Ukip: „Ein euroskeptischer Wind bläst durch Europa“"

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  • Adelheit: Haben Sie sich überhaupt auch nur einmal mit der AfP beschäftigt? Es ist absolut klar was die Partei und Lucke wollen.

  • Es gab vor nicht allzu langer Zeit die sehr laut und weltweit vorgebrachten Forderungen der Deutschen, als wir noch geteilt waren: Selbstbestimmungs-Recht der Völker und Regionen - und was ist daraus geworden..? Eine Brüsseler "Zentral-Sozialistische-Diktatur", die mit der ehemaligen und auch heute ebenso geltenden Forderung nichts mehr zu tun hat. Selbst "Einigkeit" und "Recht" und "Freiheit" sind von unserer Politik auf dem Müll gelandet - eine Schande hoch-x..! Ich fühle mich als anständiger Deutscher in der Breiten-Mitte unseres Landes und werde mich nicht von den System-Zerstörern klein-machen lassen..!

  • @ omarius
    Taeschung,
    klar, als Goebbels fragte:"wollt Ihr Butter oder Kanonen?" so war das, in der Tat, keine Taeuschung. Was Lucke will, weiss niemand, nicht mal er selbst. Er ist nur "dagegen", wie so viele, sagt aber nicht, wofuer er ist, die Frage Goebbels hingegen war ganz klar.

  • Es geht ja auch in vielen Artikeln spürbar nicht um eine sachliche Auseinandersetzung, sondern darum, alle Möglichkeiten der Abwehr dieser Partei zu nutzen.(WiWo und Handelsblatt fahren allerdings eine relativ faire Schiene).

    Lucke macht es bisher richtig: Er zieht dann sanft die Reißleine, wenn er merkt, dass die Basis vor lauter Basisdemokratie nicht zu Potte kommt und wird da deutlich, wo er umtriebige Maulwürfe von ganz rechts fürchtet.

  • Es ist gut, dass der Name "Renner" fällt. Dieser Herr möchte seit Monaten die AfD in seinem Sinne formen, wuselt überall herum, aber hat es bezeichnenderweise bei keiner Wahl geschafft, etwas zu werden.

    Klar gibt es solche Geister. Aber die bei weitem zahlreicheren Lucke- Anhänger werden sie irgendwann endgültig abschütteln. Möge Herr Renner doch seine eigene Partei gründen, vielleicht nimmt er gleich noch ein paar Gleichgesinnte mit - ich kenne viele Leute, die darüber sehr erleichtert wären.

  • Ich will zu Omarius das ergänzen, um zu zeigen, welche hinterhältigen, menschen- und demokratieverachtenden Wurzeln die sog. 'EU'relitische, absolutistische Pseudo-Religion EURO&pa hat. Der Mensch, Menschen, Wähler, Bürger spielen in ihrer Neuen Weltordnung keine Rolle.
    “Wir geben uns natürlich nicht der Täuschung hin, dass die Vereinigten Staaten von Europa die letzte und vollständige Lösung aller Probleme der internationalen Beziehungen darstelle. Die Schaffung einer autoritativen, allmächtigen Weltordnung ist das Endziel, das wir anzustreben haben. Wenn nicht eine wirksame Welt-Superregierung errichtet und rasch handlungsfähig werden kann, bleiben die Aussichten auf Frieden und menschlichen Fortschritt düster und zweifelhaft. Doch wollen wir uns in Bezug auf das Hauptziel keiner Illusion hingeben: Ohne ein Vereinigtes Europa keine sichere Aussicht auf eine Weltregierung. Die Vereinigung Europas ist der unverzichtbare erste Schritt zur Verwirklichung dieses Zieles.” (Speeches of Winston Churchill, New York 1974)
    Und dies ist ebenfalls O-Ton Jean Monnet:
    „Allmählich sollten die supranationalen Behörden, die vom Europäischen Ministerrat in Brüssel und dem Europaparlament in Straßburg überwacht werden, die gesamte Politik des Kontinents bestimmen. Der Tag würde kommen, da die Regierungen gezwungen wären, zuzugeben, dass ein integriertes Europa eine vollendete Tatsache ist, ohne dass sie bei der Festlegung seiner Grundlagen auch nur das Geringste zu sagen hätten. Alles, was ihnen noch bliebe, wäre, ihre sämtlichen autonomen Institutionen zu einer einzigen Bundesverwaltung zu verschmelzen und dann die Vereinigten Staaten von Europa zu verkünden.“
    Und weil das nur die von der US&GS-Finanzoligarchie gesteuerten Marionetten wie Schäuble, Merkel, Schulz, Juncker, Barroso und Konsorten wollen, ist es gut, dass ein EU-kritischer Wind weht.
    Es müsste ein Orkan werden. In Memoriam Theodor Körner: Das Volk steht auf, der Sturm bricht los. Wer legt

  • Schade, dass wir die UKIP nicht wählen können, denn die sagen wirklich die Wahrheit über Europa. Gerade Nigel Farage trifft die Probleme der derzeitigen EU-Organe voll auf den Punkt. Bei der Europawahl finde ich aber thematisch die freien Wähler eher näher bei der UKIP, voor allem bzgl. der wirklichen Demokratie. Die AfD selber wäre mir zu chaotisch und da weiß keiner was das Ziel ist. Die freien Wähler wollen eine demokratische Reform Europas mit Volksabstimmungen etc. - das ist eher meine Linie...

  • dieser wind bläst zurecht- während neuerdings auch frau merkel europa vom kopf auf die füße stellen will, wird der bankenrettungfond bereits nach 2 jahren vergemeinschaftet. warum reicht es nicht, daß europa derartige rettungstöüfe für die einzelnen staaten nach bestimmten kriterien vorschreibt und die auffüllung kontrolliert? und so geht es immer weiter. eine vergemeinschaftung von risiken nach der anderen wird klammheimlich oder gro -ß- ko -tzig durchgezogen. das will ich nicht und deshalb müssen die weichen anders gestellt werden

  • Wenn man auf einer Veranstaltung der AfD war und am nächsten Tag die Zeitung liest, dann fängt man an an seiner Auffassungsgabe zu verzweifeln. FARAG hat einen sehr britischen Humor, aber das ist ja nichs Schlechtes. Dann warte ich doch mal auf eine Gegenrede von Herrn Seehofer und Co. Aber dem fällt ja nur die Autobahnmaut ein für alle finanziellen Probleme. Unsere Politiker sind an Provinzialismus und Naivität nicht zu überbieten.

  • Losung Jean Monnets:
    „Europas Länder sollten in einen Superstaat überführt werden, ohne dass die Bevölkerung versteht, was geschieht. Dies muss schrittweise geschehen, jeweils unter einem wirtschaftlichen Vorwand.“ (lt. Focus 34/2010)

    das ganze system ist aufgebaut auf täuschung der bevölkerung....

    man bemerke der Bewusten Täuschung

    was daran demokratisch ist muss mir erstmal jemand erklären....

    als gegenpol...
    Die Russen wissen zumindest bei Putin was sie zu erwarten haben

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