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Europawahl
Europawahl 2019

Die Europawahl 2019 findet im Wahlzeitraum zwischen dem 23. Mai 2019 und dem 26. Mai 2019 statt.

(Foto: dpa)

Europawahl 2019 Fragen und Antworten zur EU-Wahl 2019

Die EU-Bürger konnten ihre Stimme bei der Europawahl wieder abgeben – Fragen, Antworten, Termine und Ergebnisse der Europawahl 2019.
Update: 29.05.2019 - 09:58 Uhr Kommentieren

DüsseldorfEuropa hat gewählt. Fraktionen, Parteien und Politiker in der EU haben um die Gunst der Wähler gekämpft und sondieren nun. Doch was ist bei der Europawahl eigentlich gewählt worden, wann fand die Europawahl 2019 statt und wer hat die EU-Wahl für sich entschieden?

Lesen Sie hier Informationen zu Terminen, Ergebnissen, Spitzenkandidaten und Parteien in den wichtigsten Fragen und Antworten zur Europawahl 2019.

Erklärung: Was ist die Europawahl?

Bei den Europawahlen oder EU-Wahlen werden die Abgeordneten des Europäischen Parlaments gewählt.
Das Europäische Parlament ist die einzige direkt gewählte Vertretung der EU-Bürger und Bürgerinnen in der Europäische Union.
Das Parlament setzt sich dabei aus Abgeordneten aus allen EU-Mitgliedsstaaten zusammen.

Wann fand die Europawahl 2019 statt?

Der Wahlzeitraum bei der Europawahl 2019 war zwischen dem 23. Mai 2019 und dem 26. Mai 2019.

Wann war der Wahltermin in Deutschland zur Europawahl 2019?

Der Wahltermin in Deutschland war Sonntag der 26. Mai 2019.

Warum gibt es bei der Europawahl unterschiedlichen Wahltermine?

Die Europawahl 2019 fand nicht an einem einzelnen Wahltag statt, sondern innerhalb eines Wahlzeitraumes, da so die unterschiedlichen Wahltraditionen in den jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten berücksichtigt werden.

Der Wahlzeitraum bei den Europawahlen beschränkt sich im Normalfall auf wenige Tage – so ist es auch wieder bei der EU-Wahl 2019.
In Deutschland gilt der Sonntag als üblicher Wahltag – das gilt allerdings nicht für andere EU-Mitgliedstaaten. In den Niederlanden ist es beispielsweise üblich an einem Donnerstag zu wählen.

Wer hat bei der Europawahl 2019 gewählt?

Jeder Bürger eines EU-Landes konnte seine Stimme bei der Europawahl 2019 abgeben und über die Abgeordneten und somit über die politische Zusammensetzung des Europäischen Parlaments mitbestimmen.

Welche Fraktionen standen bei der Europawahl 2019 zur Wahl?

Die einzelnen Parteien aus den EU-Mitgliedsstaaten schließen sich zu unterschiedlichen Fraktionen zusammen. Die zur Wahl stehenden Fraktionen bei der Europawahl 2019 waren:

– Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) (EVP)
– Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament (S&D)
– Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE)
– Fraktion der Grünen/Europäische Freie Allianz (Grünen/EFA)
– Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer in Europa (EKR)
– Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL)
– Fraktion „Europa der Freiheit und der direkten Demokratie“ (EFDD)

Neben den einzelnen Fraktionen gibt es Abgeordnete, die keiner Fraktion (NI) angehören.

 Wer sind die Spitzenkandidaten bei der Europawahl 2019 gewesen?

Die Spitzenkandidaten bei der Europawahl 2019 der einzelnen Listen kommen aus unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten und traten für ihr jeweiliges Wahlprogramm an. Einige der Listen sind auch mit zwei Kandidaten ins Rennen gegangen.

Die Spitzenkandidaten bei der Europawahl 2019 waren:

– Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP): Spitzenkandidat Manfred Weber (Deutschland).
– Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament (S&D): Spitzenkandidat Frans Timmermans (Finnland).
– Fraktion der Allianz der Konservativen und Reformer in Europa (EKR): Spitzenkandidat Jan Zahradil (Tschechien).
– Fraktion der Grünen/Europäische Freie Allianz (Grünen/EFA): Spitzenkandidaten Ska Keller (Deutschland) und Bas Eickhout (Niederlande).
– Europäische Linke (EL): Spitzenkandidaten Nico Cué (Belgien) und Violeta Tomič (Slowenien).

Wie viele Stimmen hatten die Wähler bei der Europawahl 2019?

Bei der Europawahl hatte jeder Wähler lediglich eine Stimme.
Des Weiteren konnten bei der Europawahl – entgegengesetzt zur Bundestagswahl – keine Direktkandidaten gewählt werden.
Die Wähler haben lediglich Listen wählen können, denen sich die jeweiligen Parteien angeschlossen haben.

Wie viele Wahlberechtigte gibt es in der EU?

Rund 400 Millionen wahlberechtigte EU-Bürger sind in den 27 EU-Mitgliedsländern aufgerufen worden, zwischen dem Wahlzeitrum vom 23. Mai 2019 und 26. Mai 2019 abzustimmen.

Gab es in Deutschland eine Sperrklausel für die Europawahl 2019?

Nein, in Deutschland hat es für die Europawahl 2019 keine Sperrklausel gegeben. Das bedeutet, dass deutsche Kleinstparteien keine Sperrklausel oder Hürde fürchten mussten. Auch kleine Parteien haben Sitze für das neue EU-Parlament ergattern können – und auch mit niedrigen einstelligen Wahlergebnissen.

Deutschland hinkt beim Thema einer Sperrklause hinterher, denn alle größeren EU-Mitgliedsstaaten haben eine solche Klausel bereits eingeführt.

In Deutschland konnten demnach weiterhin Parteien wie beispielsweise die Satirepartei Die Partei Sitze im Europaparlament ergattern.

Die Einführung einer Sperrklausel in Deutschland ist zuletzt am Widerstand der Grünen gescheitert, die auf die Venedigt-Kommission verweisen.

Diese besagt, dass es in den zwölf Monaten vor einer Wahl keine grundlegenden Wahlrechtsänderungen mehr geben sollte.

Durch diesen Widerspruch der Grünen ist ein Eingreifen in das Europawahlgesetzt (EuWG) der Bundesrepublik Deutschland und ein Ändern des Europawahlgesetzes verhindert worden.

Wie sieht das amtliche Endergebnis der Europawahl 2019 in Deutschland aus?

Das amtliche Endergebnis der Wahlen in Deutschland vom 26. Mai 2019 sieht wie folgt aus:

– CDU/CSU: 28,9 Prozent (-8,4 Prozent)
– SPD: 15,8 Prozent (-11,5 Prozent)
– Grüne: 20,5 Prozent (+9,8 Prozent)
– FDP: 5,4 Prozent (+2,0 Prozent)
– Linke: 5,5 Prozent (-1,9 Prozent)
– AfD: 11 Prozent (+3,9 Prozent)

– Die Partei: 2,4 Prozent (+1,8 Prozent)

– Freie Wähler: 2,2 Prozent (+0,7 Prozent)

– Tierschutz: 1,4 Prozent (+0,2 Prozent)

– ÖDP: 1 Prozent (+0,4 Prozent)

– Volt: 0,7 Prozent (-)

– Familie: 0,7 Prozent (+/- 0 Prozent)
– Sonstige: 4,5 Prozent

Demnach sind die Grünen Gewinner der Europawahl 2019 in Deutschland. Sie konnten ihr Ergebnis im Vergleich zur Europawahl 2014 deutlich steigern. Neben den Grünen konnten auch die AfD und die FDP ihre Ergebnisse verbessern. Die FDP hatte aber mit einer größeren Steigerung gerechnet und zeigt sich so trotzdem enttäuscht. Die CDU/CSU, die SPD und die Linke haben bei der Europawahl 2019 Stimmen eingebüßt, wobei die SPD als der große Verlierer angesehen werden kann. Die Sozialdemokraten haben ihre Position als zweitstärkste Kraft bei den Europawahlen in Deutschland an die Grünen verloren und liegen auch mehr als deutlich hinter der Union.

Die Wahlbeteiligung lag bei 61,4 Prozent und ist somit im Vergleich zur letzten Europawahl deutlich gestiegen. 2014 lag die Wahlbeteiligung bei der Europawahl bei nur 48,1 Prozent.

Wie sieht das amtliche Endergebnis der Europawahl 2019 aus?

Das amtliche Endergebnis der Europawahl 2019 und die Sitzverteilung im EU-Parlament sieht wie folgt aus:

– EVP: 23,7 Prozent (178 Sitze)

– S&D: 20,4 Prozent (153 Sitze)

– ALDE: 14,0 Prozent (105 Sitze)

– Grüne/EFA: 9,2 Prozent (69 Sitze)

– EKR: 8,4 Prozent (63 Sitze)

– ENF: 7,7 Prozent (58 Sitze)

– EFDD: 7,2 Prozent (54 Sitze)

– GUE/NGL: 5,1 Prozent (38 Plätze)

– FL: 1,1 Prozent (8 Sitze)

– Sonstige: 3,2 Prozent (25 Sitze)

Die Wahlbeteiligung lag EU-weit bei 51 Prozent und ist höher als bei der Wahl 2014.

Hat Großbritannien an der Europawahl 2019 teilgenommen?

Trotz des Brexits hat das Vereinigte Königreich an der Europawahl teilgenommen. Nach langem Verhandlungen nahmen die Briten nun doch an der Europawahl 2019 teil und haben so über die Zusammensetzung des EU-Parlaments mitbestimmt.

Doch weiterhin sehen viele Abgeordnete im britischen Unterhaus die Teilnahme der Briten an der Europawahl kritisch.

Wann war die letzte Europawahl?

Die letzte Europawahl fand im Jahr 2014 statt. Der Wahlzeitraum war vom 22. Mai 2014 bis zum 25. Mai beschränkt.

Die Europawahl 2014 war die insgesamt achte EU-Wahl.

Wie ist das Ergebnis der Europawahl 2014 ausgefallen?

Das Europäische Parlament stellte sich nach der Europawahl 2014 aus insgesamt 751 Mitgliedern zusammen:
– Die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) entschied die Europawahl 2014 mit 29,43 Prozent der Stimmen für sich.
Die EVP stellt nach der EU-Wahl 2014 insgesamt 221 Mitglieder der 751 Abgeordneten des Europäischen Parlaments (MEPs).
– Auf die EVP folgte 2014 die Fraktion der progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) mit 25, 43 Prozent der Stimmen.

Die S&D stellte somit 2014 191 Mitglieder des Europäischen Parlaments.
– Die Fraktion Europäische Konservative und Reformisten (EKR) stellt mit 9,32 Prozent 70 Mitglieder des EU Parlaments.

Auf die EKR folgte die Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE). Die ALDE erhielt 2014 8,92 Prozent und stellte somit 67 Mitglieder des Europäischen Parlaments.
– Genau zwei Prozent weniger (6,92 Prozent) erhielt 2014 die Vereinte Europäische Linke/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL).

Sie stellten 52 Mitglieder des EU-Parlaments.
– Die Grünen/Freie Europäische Allianz (Grünen/EFA) konnte 6,66 Prozent der abgegebene Stimmen bei der Europawahl 2014 für sich behaupten und somit 50 Mitglieder des Europäischen Parlaments stellen.
– Die Fraktion „Europa der Freiheit und der direkten Demokratie“ (EFDD) erhielt 6,39 Prozent der Stimmen und stellte 48 Mitglieder des Europäischen Parlaments.
– Fraktionslos (NI) erhielt 6,92 Prozent der Stimmen bei der Europawahl 2014. 52 Mitglieder des Europäischen Parlaments gehörten demnach 2014 keiner der Fraktionen an.

Seit wann gibt es die Europawahl?

Die Europawahl findet 2019 zum neunten Mal statt. Die erste Europawahl fand 1979 statt. Seitdem wird alle fünf Jahre gewählt. Seit dem werden in den EU-Mitgliedsstaaten alle fünf Jahre Europawahlen abgehalten.

Wie hoch war die Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2014?

Bei der EU-Wahl 2014 lag die Wahlbeteiligung EU-weit bei 43,1 Prozent. In Deutschland lag Wahlbeteiligung 2014 bei 47,9 Prozent.

Seit der ersten Europawahl im Jahr 1979 sinkt die Wahlbeteiligung in den EU-Mitgliedsstaaten und auch in Deutschland kontinuierlich.

1979 haben EU-weit 63,0 Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben. In Deutschland lag die Wahlbeteiligung damals noch bei 65,7 Prozent – also rund 20 Prozent höher als bei der Europawahl 2014.

Wie viele Abgeordnete sitzen im EU-Parlament?

Im Europäischen Parlament vertreten in der Wahlperiode 2019-2024 insgesamt 705 Abgeordnete die EU-Bürger. Die EU-Mitgliedstaaten entsenden je nach ihrer Größe mindestens sechs und maximal 96 Abgeordnete ins Europäische Parlament.

Warum war der Wahl-O-Mat zur Europawahl 2019 kurzzeitig abgeschaltet?

Auch zur Europawahl 2019 ist wieder ein Wahl-O-Mat durch die Bundeszentrale für politische Bildung angeboten worden.

Das praktische Tool zur EU-Wahl ist allerdings aufgrund der Klage der Partei Volt Deutschland kurzfristig deaktiviert worden, da laut der Klage kleinere Parteien einen Nachteil im Wettbewerb hätten.

Das Verwaltungsgericht Köln hatte der Bundeszentrale für politische Bildung daraufhin untersagt, den Wahl-O-Mat in dieser Form anzubieten.

Wenige Tage vor der Europawahl 2019 einigten sich die Partei Volt Deutschland und die Bundeszentrale für politische Bildung jedoch außergerichtlich.

Der Wahl-O-Mat ist nach mehrtägiger Zwangspause wieder online gegangen und soll bei künftigen Wahlen in neuer Form im Internet angeboten werden. Dabei soll die Chancengleichheit für kleinere Parteien gewahrt bleiben.

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