Kritik an eigener Partei FDP-Nachwuchs rüffelt eigene Partei

Die FDP ist bei ihrem Parteitag die AfD schwer angegangen. Der Parteinachwuchs hält davon wenig. Die Jungen Liberalen fordern, der Anti-Euro-Partei mit Argumenten und „positive Emotionen“ entgegenzutreten.
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FDP-Parteifähnchen: Mit harten Attacken die AfD bloßstellen. Quelle: ap

FDP-Parteifähnchen: Mit harten Attacken die AfD bloßstellen.

(Foto: ap)

BerlinBei der Europawahl in zwei Wochen könnte es für die FDP richtig schlimm werden. Schneiden die Euroskeptiker von der Alternative für Deutschland (AfD) womöglich doppelt so stark ab, wäre das für die Genscher-Partei mit der Europa-DNA eine Schmach.

So weicht Parteichef Christian Lindner beim Bundesparteitag in Dresden auffällig von seiner bisherigen Linie ab, die AfD weitgehend zu schonen. Die träten doch das ultrarechte Erbe von Schönhuber und den Republikanern an. Zwar verlor die FDP bei der Bundestagswahl die meisten Stimmen an Union und SPD, die Omnipräsenz der AfD scheint die Liberalen nun aber doch nervös zu machen.

Den Jungen Liberalen (JuLis) missfällt der raue Ton, den die FDP-Oberen gegenüber der AfD anschlagen. „Bei der Auseinandersetzung mit der AfD dürfen wir – gerade im Europawahlkampf – negativen Gefühlen nicht auf den Leim gehen“, sagte der JuLi-Bundesvorsitzende Konstantin Kuhle. „Auch ich habe bei vielen Veranstaltungen, vielen Diskussionen Wut im Bauch, wenn ich die populistischen Thesen von Herrn Lucke und seinen Gefolgsleuten höre. Doch wenn wir mit Wut auf Wut und mit Hass auf Hass reagieren, grenzen wir uns weder ab, noch überzeugen wir die Menschen“, warnte Kuhle.

„Viele Wähler erwarten doch gerade von Liberalen keinen Schaum vorm Mund, sondern sachliche Argumente für den Euro und für den europäischen Binnenmarkt“, redete Kuhle seiner Partei ins Gewissen und rät: „Wenn es um Bauchgefühle geht müssen wir der Verbitterung der AfD unsere liberale Zuversicht entgegen stellen.“ Wo die AfD mit Wut argumentiere, solle die FDP daher künftig mit Leidenschaft antworten. „Dort wo sie ihren Frust zur Schau stellt, unsere Leidensfähigkeit beweisen“, so Kuhle weiter. „Und dort, wo sie mit Hass agiert, unsere Liebe zur Vielfalt entgegenstellen.“

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5 Kommentare zu "Kritik an eigener Partei: FDP-Nachwuchs rüffelt rüden Umgang mit der AfD"

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  • Ja, die FDP hat allen Grund, mehr als nervös zu sein bei den jetzigen Prognosen. Ich hoffe, bald ist sie endlich weg vom Fenster. Dabei hätte sie eigentlich mit ihrem Wirtschaftsprogramm schon das Zeug dazu, Bürger zu adressieren, leider taugt das Weltbild und die FDP-Justiz nichts in den Zeiten der hohen Kriminalität.

  • Doch wenn wir mit Wut auf Wut und mit Hass auf Hass reagieren, grenzen wir uns weder ab, noch überzeugen wir die Menschen“, warnte Kuhle.

    Sehr geehrter Herr Kuhle,

    ich lade Sie gern zu unseren Versammlungen ein. Von Wut oder gar Hass auf die FDP oder irgendeine andere etablierte Partei werden sie dort nicht viel merken. Wir üben uns meist in sachlicher Kritik. Darüber hinaus findet die FDP so wie so kaum noch Erwähnung.

    Eine einzige EU-Durchwinkerpartei reicht doch schließlich vollkommen aus. Wozu brauchen wir noch die FDP, die SPD oder die Grünen? Wenn Sie an die fetten Fleischtöpfe in Brüssel wollen, dann wechseln Sie doch einfach in die CDU.
    Wenn ihnen die Zukunft der Menschen in Europa am Herzen liegt, und die Lobby- und Bankendiktatur in Brüssel in ihnen Übelkeit erregt, dann entscheiden Sie sich zwischen der Linkspartei und der AfD.

  • Au Mann, nun stimmt Herr Kubicki also auch noch in die demagogische Kackophonie der AFD-Verteufelung mit ein - echt traurig. Noch ein weiterer Grund, sicher nicht FDP zu wählen...

    Und (Zitat Kuhle):„Wenn es um Bauchgefühle geht müssen wir der Verbitterung der AfD unsere liberale Zuversicht entgegen stellen.“

    Wie geil ist das denn: "Liberale Zuversicht" gegen "AFD-Verbitterung" auf der Gefühlsebene?! In welchem Parallel-Universum schwirrt der denn rum?? Er meinte wohl eher "torschlusspanik-artiges Hoffen und Bangen" gegen die aktive Aufbruchstimmung am Nachbartisch :-)
    À propos Tisch:
    Wenn man am Ende der Klassenarbeit noch nichts zu Stande gebracht hat, das für ne Vier reicht, muss man seinen Zettel ja trotzdem abgeben. Nur Dummköpfe signieren ihr Machwerk dann in Wut noch mit Beleidigungen und Verleumdungen. Aber keine Sorge, das Ergebnis gibt's am Wahlabend -> Ne 6 statt der eigentlich verdienten 5.

  • Angst vor Arbeitsplatzverlust durch Zuwanderung ist sehr berechtigt

    >>Beim Thema Zuwanderung schüre die Partei besonders im Osten die Furcht vor der Wegnahme von Arbeitsplätzen durch Ausländer.<<

    Diese Angst ist doch mehr als berechtigt. Mehr noch, das ist doch das Hauptmotiv hinter dem Einsatz der Wirtschaftslobby (also Industrie und Großkapital) für Zuwanderung und offene Grenzen.

    Und schlimmer noch: Zuwanderung mindert nicht nur die Chancen der Arbeitslosen jemals wieder in Lohn und Brot zu kommen, sie schadet auch jenen, die noch Arbeit habem:

    Mehr Zuwanderung führt zu einem steten oder sogar wachsenden Überangebot an Arbeitskräften, das einerseits die Chancen der Arbeitslosen verringert, anderseits die Position der Arbeitnehmer schwächt - Arbeiterrechte-Abbau, Gehaltskürzungen und Lohndumping durchsetzungsfähiger macht.

  • Angst vor Arbeitsplatzverlust durch Zuwanderung ist sehr berechtigt

    >>Beim Thema Zuwanderung schüre die Partei besonders im Osten die Furcht vor der Wegnahme von Arbeitsplätzen durch Ausländer.<<

    Diese Angst ist doch mehr als berechtigt. Mehr noch, das ist doch das Hauptmotiv hinter dem Einsatz der Wirtschaftslobby (also Industrie und Großkapital) für Zuwanderung und offene Grenzen.

    Und schlimmer noch: Zuwanderung mindert nicht nur die Chancen der Arbeitslosen jemals wieder in Lohn und Brot zu kommen, sie schadet auch jenen, die noch Arbeit habem:

    Mehr Zuwanderung führt zu einem steten oder sogar wachsenden Überangebot an Arbeitskräften, das einerseits die Chancen der Arbeitslosen verringert, anderseits die Position der Arbeitnehmer schwächt - Arbeiterrechte-Abbau, Gehaltskürzungen und Lohndumping durchsetzungsfähiger macht.

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