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Europawahl

Liberale Nicola Beer – die beschädigte Kandidatin der FDP für die Europawahl

Die Ex-Generalsekretärin der FDP erleidet beim Parteitag eine herbe Schlappe – daran ist auch Parteichef Lindner nicht ganz unschuldig.
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Nicola Beer: Beschädigte Kandidatin der FDP für die Europawahl Quelle: dpa
Nicola Beer auf dem FDP-Bundesparteitag

211 Delegierte verwehrten ihr die Stimme.

(Foto: dpa)

BerlinEs sollte ein öffentlichkeitswirksamer Auftakt für die Europawahl in einem Monat werden. „Europas Chancen nutzen“, prangte es am Sonntag in großen Lettern beim dritten und letzten Tag des Bundesparteitags der FDP hinter dem Rednerpult. Der Termin so kurz vor der Europawahl war eigentlich ein Glücksfall für die Partei, bot er der Spitzenkandidatin Nicola Beer doch mediale Aufmerksamkeit und eine gute Möglichkeit, die Delegierten auf einen heißen Wahlkampf einzustimmen.

Doch daraus sollte nichts werden. Denn gleich zu Beginn der Polit-Veranstaltung am Freitag beschädigten die Delegierten nur wenige Wochen vor der Wahl die eigene Spitzenkandidatin. Nur 58,6 Prozent der Delegierten stimmten für Beer als neue stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei. 211 Delegierte verwehrten ihr die Stimme. Eine Partei, die nicht an die eigene Spitzenkandidatin glaubt, liefert ihren Wählern ein fatales Signal.

Bei ihrer Rede am Sonntag steckt Beer die Enttäuschung noch in den Knochen, ihre Worte wirken bemüht und hölzern, die Delegierten klatschen nur pflichtschuldig.

Für das desaströse Ergebnis gibt es Gründe. Das Verhältnis zwischen Beer und Parteichef Christian Lindner gilt als schwierig, obwohl die ehemalige hessische Kultusministerin als eine der wenigen in der FDP zu ihm gehalten hatte, als die Liberalen 2013 aus dem Bundestag flogen. Als Generalsekretärin war sie maßgeblich am Aufbau und Leitbildprozess beteiligt.

Dass Lindner wenig für Beer übrig hat, zeigte er auch bei seiner Rede am Freitag. Überschwänglich lobte er Marie-Agnes Strack-Zimmermann für ihre Arbeit als stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP. Strack-Zimmermann hatte ihren Posten zugunsten Beers aufgegeben.

Für Beer hatte Lindner nur Floskeln übrig. Er dankte und bescheinigte ihr nüchtern „Akribie und Stehvermögen“ – echte Unterstützung und Fürsprache klingen anders.

Beer hatte ihre Kandidatur für die Europawahl und den Verzicht auf ihren Posten als Generalsekretärin daran geknüpft, stellvertretende Bundesvorsitzende zu werden. Lindner wollte keine Satzungsänderung, die den Stellvertreterkreis erweitert hätte, also musste eine der Bundesvizes gehen. Doch ist auch fraglich, ob eine solche Änderung überhaupt fristgemäß möglich gewesen wäre.

Es traf Strack-Zimmermann, die mit ihrem Rückzug eine Kampfkandidatur beim Bundesparteitag verhinderte. Beer hätte ihr mit großer Geste danken müssen. Doch am Ende ihrer Bewerbungsrede um das Amt der stellvertretenden Bundesvorsitzenden unterließ sie genau das.

Sich nicht bei Strack-Zimmermann zu bedanken war ein Fehler, der bei den Delegierten auf Unverständnis stieß. Es habe zwar auf ihrem Redemanuskript gestanden, doch Beer hatte in der Aufregung den letzten Zettel vergessen, heißt es aus ihrem Umfeld.

Es ist nicht das erste Mal, dass Beer ihre Partei irritierte. Äußerungen, die ihr als Leugnen des Klimawandels ausgelegt wurden, brachten die FDP in Erklärungsnot. Verbindungen nach Ungarn hatten ihr zudem den Ruf eingehandelt, dem autoritärer werdenden EU-Mitglied zu unkritisch gegenüberzustehen.

Im Bundespräsidium ist Beer nun angeschossen. „Jetzt heißt es: schütteln und weitermachen mit dem Europawahlkampf“, sagte Nicola Beer dem Handelsblatt. „Ich war schon immer eine Kämpferin.“

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