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Europawahl

Studie Europäer sind gespalten bei Haltung zur EU

Wie stehen die Europäer zur Europäischen Union? Eine Bertelsmann-Umfrage sieht Unterschiede bei den Bürgern. Die Deutschen stechen positiv hervor.
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Die Deutschen wissen im Vergleich mit den Bürgern anderer Nationen gut Bescheid über die Spitzenkandidaten für die Europawahl. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
EU

Die Deutschen wissen im Vergleich mit den Bürgern anderer Nationen gut Bescheid über die Spitzenkandidaten für die Europawahl.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

GüterslohRund sieben Wochen vor der Europawahl stehen sich die europäischen Bürger einer Studie zufolge bei ihrer Haltung zur EU in zwei Lagern gegenüber. In Europa gebe es eine Kluft zwischen denjenigen, die den Zustand der Gesellschaft und ihre eigene ökonomische Lage zuversichtlich sehen und denen, die diese mit Sorge betrachten, heißt es in einer repräsentativen Befragung der Bertelsmann-Stiftung. Und diese unterschiedlichen Einstellungen könnten direkte Auswirkungen auf die Wahl des Europa-Parlaments im Mai haben, wie die Autoren der am Donnerstag veröffentlichten „Eupinions“-Untersuchung schreiben.

Denn die Zuversichtlichen und Verunsicherten hätten auch deutlich verschiedene Meinungen über die EU-Politik und zudem unterschiedliche parteipolitische Präferenzen. Konkret bedeute das: Verunsicherte Bürger äußerten tendenziell häufiger Sympathien für rechtspopulistische oder rechtsextreme Parteien wie Rassemblement National in Frankreich, AfD in Deutschland oder Lega in Italien. Sie seien eher unzufrieden mit den Weichenstellungen auf EU-Ebene, kritisierten die EU-Arbeitsweise und meinten, dass Brüssel und Straßburg Bürgeranliegen vernachlässigten.

Die zuversichtlich Eingestellten neigen dagegen laut Umfrage unter gut 11.700 Bürgern eher zu Parteien der Mitte und zu pro-europäischen Parteien. Sie stellen der EU ein positiveres Zeugnis aus und sind über die Europapolitik auch besser informiert.

Die Deutschen heben sich dabei an einigen Punkten ab: So machen sich EU-weit 51 Prozent Sorgen um den Zustand der Gesellschaft, 35 Prozent um die eigene wirtschaftliche Situation. In Deutschland sind das „nur“ 38 Prozent mit Blick auf die Gesellschaft und 27 Prozent hinsichtlich der eigenen Wirtschaftslage. Unter den großen EU-Ländern gehörten die Deutschen zu den Optimisten, die „noch relativ unbeeindruckt von Krisenausläufern der Globalisierung oder populistischen Strömungen“ seien, betonte Mitautorin Isabell Hoffmann.

Und was erwarten sie von der EU-Politik? Bis auf die AfD-Anhänger sieht jeder Fünfte (21 Prozent) in Deutschland den Einsatz gegen den Klimawandel als wichtigste Herausforderung für die EU. Danach folgen „Frieden sichern“ und „Terrorismus bekämpfen“ als zentrale Aufgaben der EU-Politik. Und hierzulande wissen die Bürger vergleichsweise gut Bescheid über die Spitzenkandidaten sowie die Arbeit und Funktionsweisen der EU, schilderte Hoffmann.

Für die Studie waren im Dezember 2018 rund 11.700 EU-Bürger befragt worden. Auch für die größten Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande ist die Umfrage den Angaben zufolge repräsentativ. Eine Gemeinsamkeit verbinde die Lager aber doch: In beiden wollen etwa zwei Drittel der Bürger im Mai ihre Stimme abgeben.

  • dpa
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