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Europawahl

Umfrage Farages Brexit-Partei ist Favorit bei Europawahl in Großbritannien

Rechtspopulist Nigel Farage dominiert den britischen Europawahlkampf. Seine Brexit-Partei erzielt laut einer Umfrage mehr Zustimmung als die großen Parteien Labour und Tories zusammen.
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LondonBei der Europawahl in Großbritannien kann die neue Brexit-Partei (BP) von Nigel Farage auf die meisten Stimmen hoffen. Laut einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Opinium für die Zeitung „Observer“ liegt sie bei 34 Prozent. Die Partei fordert den sofortigen Austritt Großbritanniens aus der EU ohne Ausstiegsvertrag.

Auf Platz zwei käme demnach bei dem Urnengang am 23. Mai die Labour-Partei mit 21 Prozent. Die Liberaldemokraten, die sich für ein zweites Brexit-Referendum in der Hoffnung auf einen Verbleib Großbritanniens in der EU aussprechen, kommen auf zwölf Prozent. Die Konservativen um Regierungschefin Theresa May liegen mit elf Prozent auf Platz vier.

Hinter der neuen Partei steht kein Unbekannter: Farage, langjähriger Chef der UK Independence Party (Ukip), war vergangenes Jahr im Streit aus seiner alten Partei ausgetreten und hatte die neue Brexit-Partei gegründet. Mit ihr will der Rechtspopulist nun wiederholen, was er bei der Europawahl 2014 mit Ukip geschafft hatte. Damals war Ukip mit 27 Prozent stärkste Kraft geworden und hatte Labour und Tories auf die Plätze zwei und drei verbannt.

Dieses Mal könnte Farages Sieg noch deutlicher ausfallen. Denn der Vorsprung vor der zweitplatzierten Labour-Partei beträgt laut der Opinium-Umfrage 13 Prozent. Die Brexit-Partei hat bisher den stärksten Wahlkampf gemacht. Ihre Botschaft, dass die Politiker in London das Volk um den Brexit betrügen wollen, scheint bei einem Teil der Bevölkerung anzukommen. Farage fährt mit einem offenen Doppeldeckerbus durchs Land und ist Dauergast im britischen Fernsehen, zuletzt am Sonntagmorgen in der politischen BBC-Sendung „Andrew Marr“.

Die Parteien, die für einen Verbleib Großbritanniens in der EU kämpfen, hingegen tun sich bislang schwer. Gleich drei Parteien, die Liberaldemokraten, die Grünen und die neue Partei Change UK, kämpfen um die Stimmen der Remainer.

Der BP-Parteichef  Farage fährt derzeit mit einem offenen Doppeldeckerbus durchs Land und ist Dauergast im britischen Fernsehen. Quelle: Reuters
Nigel Farage

Der BP-Parteichef Farage fährt derzeit mit einem offenen Doppeldeckerbus durchs Land und ist Dauergast im britischen Fernsehen.

(Foto: Reuters)

Besonders Change UK, erst vor wenigen Monaten gegründet von elf ehemaligen Labour- und Tory-Abgeordneten, blieb bisher unter den Erwartungen ihrer Gründer. Als neue Partei der Mitte wollten sie alle Wähler anziehen, die vom Brexit-Kurs von Tories und Labour enttäuscht sind. Doch bisher scheinen die Liberaldemokraten diese Rolle als Auffangbecken zu erfüllen.

Die Brexit-Partei hingegen zielt auf alle jene Wähler, die verärgert sind über die Verschiebung des Brexits. Farage wirft der konservativen Premierministerin Theresa May vor, den Brexit in den Sand gesetzt zu haben. Ursprünglich hatte das Königreich die EU am 29. März verlassen wollen.

Weil das Parlament den Ausstiegsvertrag jedoch noch nicht verabschiedet hat, hatte May bei den Europäern um Aufschub gebeten. Das neue Brexit-Datum ist der 31. Oktober. Der Ausstieg könnte auch früher stattfinden, wenn das Unterhaus den Vertrag vorher ratifiziert.

Mit Agenturmaterial.

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