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Europawahl

Wahlbeteiligung, Alter, Geschlechter Frauen wählen grün, Männer die AfD – Spannende Fakten zur Europawahl

Die Europawahl bedeutet für die Volksparteien einen herben Rückschlag. Statistiker werfen einen Blick auf die Verteilung der Stimmen.
Update: 27.05.2019 - 13:37 Uhr 1 Kommentar
Vor allem die Grünen konnten Gewinne verzeichnen. Quelle: dpa
Europaflaggen vor dem Sitz der EU-Kommission

Vor allem die Grünen konnten Gewinne verzeichnen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie europäischen Christ- und Sozialdemokraten mussten bei der Europawahl 2019 herbe Verluste einstecken, die Grünen hingegen genießen ihren Höhenflug. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge sind sie in Deutschland zweitstärkste Kraft nach der Union – und deutlich vor der SPD. Etliche Faktoren haben das Wahlergebnis in diesem Jahr beeinflusst.

Wahlbeteiligung

Schon während der ersten Prognosen war abzusehen: Die Wahlbeteiligung würde dieses Mal deutlich höher ausfallen als bei der vergangenen Wahl im Jahr 2014. In Deutschland lag die Wahlbeteiligung dem Bundeswahlleiter zufolge bei 61,4 Prozent. Vor fünf Jahren waren es gerade mal 48,1 Prozent. Auch in vielen anderen EU-Staaten nahmen deutlich mehr Menschen teil.

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In Spanien zum Beispiel zeichnete sich eine Rekordbeteiligung ab. Von insgesamt 37 Millionen Wahlberechtigten gaben 64,3 Prozent ihre Stimme ab – das sind gute 30 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Auch in Frankreich, Rumänien, Polen, Dänemark und in der Slowakei nahmen mehr Menschen an der Europawahl teil. In Malta und Bulgarien hingegen waren es weniger. Insgesamt lag der EU-Durchschnitt bei 50,93 Prozent.

Motivation

Einer Wahluntersuchung von Infratest Dimap zufolge war für die Wähler Klima- und Umweltschutz das bestimmende Thema – das ist auch ersichtlich an dem enormen Stimmenzuwachs der Grünen. 56 Prozent der Wähler bescheinigten ihnen die Kernkompetenz bei diesem Thema. 48 Prozent der Wähler begründeten ihre Wahlentscheidung mit klimapolitischen Aspekten – 28 Prozent mehr als 2014.

In der Liste der wichtigsten Wahlthemen folgen soziale Sicherheit mit 41 Prozent, Friedenssicherung mit 35 Prozent und Zuwanderung mit 25 Prozent.

Beteiligung nach Geschlechtern

Die Forschungsgruppe Wahlen hat ermittelt, wie jeweils Frauen und Männer abgestimmt haben. Oftmals hält sich das Geschlechterverhältnis die Waage. Bei den Grünen aber zeigt sich, dass sich mehr Frauen als Männer für die Partei entschieden haben. Männer haben dafür eher die AfD gewählt.

Abschneiden der Grünen nach Altersgruppen

Auch hat Infratest Dimap ermittelt, wie die Grünen, der Wahlsieger des Abends, in verschiedenen Altersgruppen abgeschnitten haben. In allen Altersschichten haben sie einen Zuwachs erhalten, den größten aber bei der jungen Generation.

Stimmenanteile der Erstwähler

Infratest Dimap hat sich auch angeschaut, wie junge Deutsche gewählt haben, die das erste Mal an der Europawahl teilnehmen durften. Auch hier zeigt sich: Gerade die Grünen genießen bei den Erstwählern viel Sympathie. Nur knapp vor der AfD findet sich die SPD – noch zwei Prozentpunkte hinter der Kleinstpartei Die Partei.

  • Grüne: 36 Prozent
  • Union: 11 Prozent
  • Die Partei: 9 Prozent
  • Linke: 8 Prozent
  • FDP: 8 Prozent
  • SPD: 7 Prozent
  • AfD: 5 Prozent

Wer wählte welche Partei nach Altersgruppe

Forschungsgruppe Wahlen hat auch die Wähler nach Altersgruppe aufgeschlüsselt. Daraus geht besonders hervor, was die Stimmanteile der Erstwähler bereits prophezeit hatten. Die alten Volksparteien CDU/CSU und SPD werden vorranging von der Altersgruppe der über 60-Jährigen gewählt. Auch bei den Altersgruppen der 30- bis 44-Jährigen und der der 45- bis 59-Jährigen schneidet die SPD schlechter als die Union und die Grünen ab.

Wählerwanderung bei der SPD

Direkt vergleichbar sind Europa- und Bundestagswahlen nicht. Dennoch lassen diese Zahlen eine Interpretation über die Beliebtheit der Partei zu. Von knapp 9,5 Millionen SPD-Wählern bei der Bundestagswahl haben sich weniger als die Hälfte bei der Europawahl für die SPD entschieden. Für das schlechte Ergebnis ist aber nicht nur die Abwanderung zu den Grünen (1,5 Millionen Wähler) und zu der Union (540.000 Wähler) verantwortlich. Fast 2,5 Millionen Wähler haben ihr Kreuz nicht erneut bei der SPD gemacht, weil sie diesmal schlichtweg nicht an der Wahl teilgenommen haben.

Stärkste Parteien

Die Verteilung der stärksten Parteien in Deutschland zeigt sich von der CDU dominiert, einzelne Landkreise werden von der SPD und den Grünen angeführt. Wie erwartet zeigt sich im Osten Deutschlands häufiger die AfD als stärkste Partei.

Mehr: Die Volksparteien in Europa erleiden herbe Verluste. Im Newsblog zur Europawahl finden Sie aktuelle Entwicklungen.

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1 Kommentar zu "Wahlbeteiligung, Alter, Geschlechter: Frauen wählen grün, Männer die AfD – Spannende Fakten zur Europawahl"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Guten Tag,
    ich habe eine Frage, keinen Kommentar:
    Ich vermisse eine Aufgliederung der Wahlbeteiligung nach Altersgruppen bei der jetzigen Europawahl, es steht zwar überall, wie die Altersgruppen gewählt haben, nicht jedoch, welche Wahlbeteiligung dort vorlag.
    Vielleicht können Sie da weiterhelfen?

    Danke vorab!

    MfG

    Johannes Eversmann

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