Eurotunnel Französische Polizei kesselt Flüchtlinge ein

Erneut haben Flüchtlinge versucht über den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Doch Frankreich greift rigoros und stoppt den Fluchtversuch. In England tagt nun das Nationale Sicherheitskabinett.
Update: 31.07.2015 - 07:25 Uhr 3 Kommentare

Massive Polizeipräsenz: Das Katz-und-Maus-Spiel am Euro Tunnel

Calais/London/BerlinIn der französischen Hafenstadt Calais hat die Polizei in der Nacht zum Freitag etwa 200 Flüchtlinge umzingelt, die versucht hatten, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Am Donnerstagabend begannen die Flüchtlinge wie üblich, an den Bahngleisen zu dem Tunnel unter dem Ärmelkanal entlang zu laufen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Auf einer Brücke wurden sie schließlich von Polizeibeamten eingekreist.

Etwa 15 Flüchtlinge, die den Beamten entkommen waren, wurden etwa hundert Meter weiter von anderen Polizisten aufgehalten und machten schließlich kehrt. Auch die meisten anderen Flüchtlinge verließen das Gelände. Gegen 1.00 Uhr waren aber immer noch zahlreiche Polizeiwagen unterwegs, um nach letzten Flüchtlingen mit Ziel Großbritannien zu suchen. In der Nacht zuvor hatten die Flüchtlinge die Polizei mehrfach abhängen können, einige schafften es sogar, die Sicherheitsabsperrungen zu überwinden.

Der Tunnel des Todes
37.000 Fluchtversuche seit Januar
1 von 7

Der Betreiber des Eurotunnel hat nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn 37.000 Migranten von der illegalen Einreise nach Großbritannien abgehalten. Jüngst hatten rund 2100 Migranten versucht, das Eurotunnel-Gelände in Calais zu stürmen.

Gesichertes Areal
2 von 7

Calais ist der wichtigste Knotenpunkt für den Personen- und Güterverkehr von und nach Großbritannien. Seit Monaten kampieren Tausende Flüchtlinge aus Eritrea, Sudan und anderen Ländern rund um die französische Hafenstadt in der Hoffnung, irgendwie nach Großbritannien zu gelangen.

Nachts beginnt die Reise
3 von 7

Um durch den Tunnel zu kommen, versuchen einige Migranten auf die Achsen und Ladeflächen von Lastwagen aufzuspringen. Andere versuchen es gar zu Fuß – das ist die gefährlichste Variante. Immer wieder sterben Menschen bei der Wanderung auf den Gleisen. Die Lage sei „sehr besorgniserregend“, sagte der britische Premierminister David Cameron.

In kleinen Gruppen
4 von 7

Nahe des Tunneleingangs laufen drei Flüchtlinge über die Gleisanlage: Oft versuchen es die Flüchtlinge in kleinen Einzelgruppen. Die britische Innenministerin Theresa May kündigte an, 7 Millionen Pfund (circa 9,9 Millionen Euro) zusätzlich bereitzustellen. Mit dem Geld soll die Sicherheit am Eingang des Tunnels auf der französischen Seite erhöht werden.

Flüchtlinge auf der Suche nach Gelegenheiten
5 von 7

Auf der Straße zum Eurotunnel laufen Flüchtlinge auf der Fahrbahn: Zwischen 3000 und 5000 Migranten sollen in Calais gestrandet sein und auf eine Gelegenheit warten, es nach Großbritannien zu schaffen. Sie erhoffen sich dort bessere Asylchancen und bessere Lebensbedingungen als in Frankreich.

Immer wieder sterben Flüchtlinge
6 von 7

Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten haben den Stacheldrahtzaun der Gleisanlage überwunden und laufen auf den Schienen Richtung Großbritannien: Bei den Fluchtversuchen gab es in den vergangenen Wochen mehrere tödliche Unfälle. Medienberichten zufolge sollen bereits acht Migranten seit Anfang Juni im Tunnel gestorben sein.

Pullover im Stacheldrah
7 von 7

Die Flüchtlinge versuchen, auf wartende Lastwagen oder direkt auf die Züge zu klettern, die durch den Tunnel fahren. Ein Sprecher des Londoner Innenministeriums kündigte an, dass Frankreich und Großbritannien insbesondere Migranten aus Westafrika zurück in ihre Heimatländer schicken wollen.

Mit Material von dpa.

Seit Wochen versuchen immer wieder hunderte Flüchtlinge nachts zum Eurotunnel vorzudringen, um an Bord von Güterzügen nach Großbritannien zu gelangen. Die Fluchtversuche behindern nicht nur den Verkehr durch den Tunnel, sondern sind auch gefährlich. Seit Anfang Juni starben bereits zehn Flüchtlinge auf der französischen Seite des Ärmelkanals bei Unfällen. Die französische und die britische Regierung hatten zuletzt verstärkte Bemühungen angekündigt, um die Fluchtversuche zu unterbinden.

So hat der britische Premierminister David Cameron das Nationale Sicherheitskabinett (Cobra) einberufen. Das Gremium solle am Freitagmorgen unter Camerons Leitung zusammentreffen, teilte das Büro des Premierministers in der Nacht bei Twitter mit. Es solle sichergestellt werden, dass die Regierung unternehme, was sie kann, um der Situation in Calais zu begegnen.

Cameron hatte eine striktere Einwanderungspolitik angekündigt. Dem Sicherheitskabinett, das in nationalen Notlagen zusammenkommt, gehören Regierungsmitglieder, aber je nach Lage auch weitere Funktionsträger, etwa Militärs oder Geheimdienstmitarbeiter, an.

Unterdessen hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) gemeinsam mit seinen Kollegen aus Frankreich und den Niederlanden einem Medienbericht zufolge die EU-Kommission aufgefordert, eine Jugendinitiative für Afrika zu starten. Diese könne helfen, „um die eigentlichen Ursachen für Migration zu bekämpfen“, zitierte die Zeitung „Bild“ aus einem Schreiben der Minister. Darin rufen sie demnach dazu auf, 500 Millionen Euro aus EU-Fördertöpfen vor allem in gezielte Job- und Austauschprogramme für junge Menschen auf dem Kontinent zu investieren. Die Initiative soll beim nächsten Entwicklungsministerrat im Oktober beraten und auf dem geplanten EU-Afrika-Gipfel in Valletta verabschiedet werden, wie die Minister dem Bericht zufolge vorschlagen.

  • dpa
  • afp
Startseite

3 Kommentare zu "Eurotunnel: Französische Polizei kesselt Flüchtlinge ein "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • DIE ÄNGSTE VON 500 MILLIONEN EUROPÄER !

    Die größte angst die heute 500 Millionen Europäer haben sollten ist :

    SCHAUEN WIR ZURÜCK AUF DIE BERLINER MAUER !

    DAMALS hatte niemanden die absicht eine Mauer zu bauen ?

    DOCH KAM DIE MAUER...und die damalige DDR wurde isoliert und MENSCHEN HINTER MAUERN EINGESPERRT !

    HEUTE werden ZÄUNE gebaut

    zwischen Griechenland und Türkei,

    zwischen Ungarn und andere Staaten.

    zwischen EU und Marokko.

    UND IMMER MEHR MENSCHEN AUS EUROPA ( INTELLIGENTE ) wollen EUROPA VERLASSEN.

    UND WANN WERDEN DIESE GANZE MAUERN ZU EINEM GEFÄNGNIS FÜR 500 MILLIONEN EUROPÄER???

    Um die sklaven in Europa zurück in Europa zu halten damit die korruptionsetagen der EU einen Steuereinnahme-Quelle sich erhalten um sich in LUXUS selbst zu verhalten während dem Europäischen Volk immer mehr geraubt wird wie zu Zeiten von Habgierige Könige die dem Volk alles nahmen um seinen eigenen Luxus zu finanzieren .

    DEN BÖSEN KÖNIG VON DAMALS ERKENNT JEDER IN DEN MÄRCHEN...

    NUR DAS EWIGER MÄRCHEN DER EU DASS ES FÜR UNS EUROPÄER SEIN SOLL ERKENNEN 500 MILLIONEN EUROPÄER NICHT !


  • http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/appell-in-der-fluechtlingsdebatte-spd-fordert-prominenten-aufstand-gegen-rassismus/12128408.html

    Auf zur Lichterkette, Genossen!

  • Vielleicht sollte die SPD oder die Grünen auch in Frankreich zu einen Aufstand der Promis gegen Rassimus aufrufen....aber vielleicht haben die Franzosen auch nur eine andere Sicht auf das, was bei uns schon als Rassimsus bezeichnet wird. Vielleicht sehen die Franzosen sich in ihrer Sicherheit und Selbstbestimmtheit der eigenen Nation gefährdet?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%