EVP-Spitzenkandidat Juncker will keine Eurobonds

Jean-Claude Juncker hält von den einst von ihm vorgeschlagenen Eurobonds nicht mehr viel. Zumindest vorerst soll es keine europäischen Anleihen geben. Erst in vielen Jahren könne Europa bereit sein für gemeinsame Bonds.
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Jean-Claude Juncker, Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) bei der anstehenden Europawahl. Quelle: Reuters

Jean-Claude Juncker, Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) bei der anstehenden Europawahl.

(Foto: Reuters)

PassauDer Spitzenkandidat der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) bei der anstehenden Europawahl, Jean-Claude Juncker, hat den einst von ihm vorgeschlagenen Eurobonds zur Entschärfung der Schuldenkrise eine befristete Absage erteilt. Sollte er zum nächsten EU-Kommissionspräsidenten aufsteigen, dann würden „in den nächsten fünf Jahren“ in Europa „keine Schulden gemeinsam bedient“, sagte der frühere luxemburgische Ministerpräsident der „Passauer Neuen Presse“ (Montagsausgabe).

Juncker hatte auf dem Höhepunkt der Krise selbst den Vorschlag auf den Tisch gelegt, durch Eurobonds einen Teil der nationalen Schulden unter den Eurostaaten zu vergemeinschaften. So sollten Länder unter massivem Druck der Finanzmärkte von der Rückendeckung besser situierter Staaten mit höherer Kreditwürdigkeit profitieren und so wieder an billigeres Geld kommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört zu den entschiedenen Gegnern des Vorschlags.

Ganz begraben will Juncker die Idee gemeinsamer Anleihen aber nicht. „Eurobonds machen in zehn, 15, 20 Jahren Sinn, wenn wir zu einer stärkeren Koordinierung und Harmonisierung der Wirtschafts- und Fiskalpolitik in Europa gekommen sind“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Solange es keine europäische Zuständigkeit für weite Teile nationaler Finanzpolitik gebe, seien Eurobonds kein einsetzbares Mittel. „Ich lehne sie nicht grundsätzlich ab - aber die Voraussetzungen dafür sind zur Zeit nicht vorhanden, und das wird noch lange Jahre so bleiben.“

Die EVP hat Juncker für die Europawahl am 25. Mai auf ihren Schild gehoben, er ist damit auch der Kandidat von CDU und CSU. Die europäischen Sozialdemokraten schicken den bisherigen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD) ins Rennen. Einer von beiden könnte zum nächsten Präsidenten der EU-Kommission bestimmt werden.

  • afp
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12 Kommentare zu "EVP-Spitzenkandidat: Juncker will keine Eurobonds"

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  • Man muß immerhin Herrn Juncker konzedieren, daß es dann nur "Notlügen" sind, für die er am Jüngsten Tag Vergebung empfangen kann.

  • "Akif Pirinçci sieht die Genderpolitik als eine Geisteskrankheit, von der viele Deutsche befallen sind. Politiker sieht er als »Hampelmänner«, die sich ganz nach Belieben und ohne schlechtes Gewissen in jede Richtung die Hälse verdrehen lassen – wenn es nur ihrem Geldbeutel und der eigenen Karriere dient. Die klaren Worte, die Pirinçci da findet, dürften manch einen erschrecken. Etwa, wenn er schreibt, der Islam gehöre zu Deutschland wie die Reeperbahn zu Mekka."
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    Wo er Recht hat, hat er Recht, auch wenn er es offensichtlich etwas drastisch ausgedrückt hat. Allerdings muß man in diesem Land inzwischen sehr deutlich und laut werden, um diese ständige, politisch korrekte Neusprech der GrünSozen zu übertönen. Dieses Land ist so linksgrün geworden, daß es jeden, der versucht ohne Alimentierung durch eigener Hände Arbeit auf eigenen Beinen zu stehen, nur noch anwidert. Den Leistungesträgern kann man somit nur noch empfehlen: Sofern familiär möglich, auswandern und sein Können und Wissen Ländern zur Verfügung stellen, die Leistung und Fleiß noch honorieren und wo man die Früchte seiner Arbeit behalten darf!

  • "Erst in vielen Jahren könne Europa bereit sein für gemeinsame Bonds. "
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    Wie meinen? Solange der Club Med plus Frankreich plus Balkan Bestandteil der Eurogruppe ist, darf es keine Eurobonds geben, was impliziert: NIE!
    Denn ob früher oder später wird es darauf hinauslaufen, daß letztlich Deutschland (plus ein paar andere Geberländer) für diese Anleihen den Kopf hinhalten muß.
    Eurobonds wären der Topf, in den sämtliche Schmarotzer Europas ihre Finger stecken. Punkt! Es ist derzeit schon schlimm genug.

    Im übrigen darf ich den feinen Herrn mal zitieren:

    "Wenn es ernst wird, muß man lügen."
    Jean-Claude Juncker

  • Bei solchen Spitzen Kanditaten verwundert es mich wirklich nicht das die Nationalisten und die Rechtsextremen immer wie mehr zulauf bekommen. Die Pupnasen können nicht einmal mehr richtig Lügen, es ist so Offensichtlich das sie die Bevölkerung verarschen. Dem sollte mann ein Job im Keller vom Parlament geben, um dort Zeitungen zu Bündeln.

  • Ich will keine Eurobonds?
    Wahl taktisch sehr schlecht geführt, das geht bei den Leuten unter Wendehals und Schleimig durch.
    Nach der Wahl, geht er die Rangliste der Versprechen durch, oh sorry, ich muss zuerst meine ersten Versprechungen einlösen und danach kommt ihr vielleicht dran.

  • LESENSWERT

    "Das ganze Denken in Deutschland drehe sich nur noch um abartige sexuelle Orientierungen. Akif Pirinçci sieht die Genderpolitik als eine Geisteskrankheit, von der viele Deutsche befallen sind. Politiker sieht er als »Hampelmänner«, die sich ganz nach Belieben und ohne schlechtes Gewissen in jede Richtung die Hälse verdrehen lassen – wenn es nur ihrem Geldbeutel und der eigenen Karriere dient. Die klaren Worte, die Pirinçci da findet, dürften manch einen erschrecken. Etwa, wenn er schreibt, der Islam gehöre zu Deutschland wie die Reeperbahn zu Mekka. Dem Thema hat er in seinem neuen Buch gleich ein ganzes dickes Kapitel gewidmet. Die Deutschen, so Pirinçci, begreifen die Zerstörung ihrer Heimat durch Migranten erst, wenn sie selbst von diesen eine Eisenstange auf den Kopf bekommen. ..."

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/udo-ulfkotte/aufschrei-bei-linken-ein-tuerke-redet-klartext-ueber-deutsche-duckmaeuser.html

  • Junker ist ein von Frau Merkel aufgeblasener Papp-Kamerad.

    Will sagen, er ist der Köder den die Deutschen fressen sollen - im Glauben, ihre Interessen in Brüssel vertreten zu bekommen. FALSCH. Deutsche Interessen gibt es nicht, weil es nur Marionetten der Hochfinanz und Welt-Geld-Elite sind.

    Die Deutschen sind ihnen wurscht ... ihre Diäten und Pensionen steigen ins Astronomische. Das einzig zählt. Moderne Lehnsherrschaft aus dem 12. Jahrhundert ist das.

    "EU in Brüssel" ist eine neue Form der Besatzung, Bevormundung, Belügung, Ausplünderung, Abwirtschaftung und Beherrschung Europas.

    Wählt doch mal alternativ !***

    Einziges Kriterium für Politiker in Deutschland ist die "Fernsteuerbarkeit" aus der "Kruste von oben". Alles andere ist vollkommen wurscht.

    Darum ringen sie ja auch nach immer höheren Quoten für "Aussitz-Frauen" und pure Befehlsempfänger.

    Menschen, denen man im Urlaub nicht einmal das Aquarium oder den Wellensittich zur Betreuung anvertrauen würde, regieren uns.

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    "Anleihekäufe gegen Deflation Draghi bricht das nächste Tabu"

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/niedrige-inflation-ezb-bereitet-sich-auf-anleihekaeufe-vor-a-962461.html

    Draghi ist der Goldesel von Goldman Sachs - und benutzt Deutschland als Portemonaise und als Abfalleimer.

  • Diesem Lügen-Baron kann man nichts glauben. Seine damaligen Aussagen zu den Lügen kann er nicht wieder gut machen. Es ist unfassbar, das so ein Mann an die Spitze der EU diktiert werden soll! Alternativen wählen!!!

  • Juncker und Merkel können lamentieren solange sie wollen, daß sie keine Eurobonds wollen. Das dient nur dazu, die mündigen Euro-Bürger einzulullen. Draghi läßt dies völlig kalt.Er macht Quantitative Easing(Geldproduktion aus dünner Luft, Kauf bereits existierender und noch zu emittierender Staats-und Privatanleihen) a la USFed und Jap. Zentralbank. Der Unterschied zur Ausgabe von Eurobonds ist natütlich nicht wesentlich materiell, sondern ausschließlich formell. Im Steuerrecht würde man von mißbräuchlicher Gestaltung reden, mit der Folge, daß die Gestaltung unwirksam ist. Das gleiche gilt für die "Dicke Bertha", die ja schon seit geraumer Zeit in Kraft gesetzt ist(die Geschäftsbanken können sich beider EZB nahezu zinslos grenzenlos verschulden, damit keine Bank pleite geht).

  • Purer Populismus!
    Nach der Wahl wird es dann "alternativlos"!
    Es ist schon eine grenzenlose Frechheit, mit welcher Selbstverständlichkeit hier vorsätzlich den Wählern in's Gesicht gelogen wird!
    Es gehört endlich ein Gesetz her, das vorsätzlichen Wahlbetrug unter Strafe stellt!

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