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Ex-Anwalt Cohen nennt Trump „Rassist, Hochstapler und Betrüger“

Der ehemalige persönliche Anwalt Donald Trumps sagt vor dem Kongress aus und untermauert viele Vorwürfe gegen den Präsidenten.
Update: 27.02.2019 - 17:25 Uhr Kommentieren

Trumps Ex-Anwalt Cohen will auspacken

WashingtonWährend der US-Präsident in Hanoi versuchte, auf der Weltbühne zu brillieren, ging es in Washington um seine möglichen Skandale der Vergangenheit. Sein langjähriger Ex-Anwalt Michael Cohen übte zum ersten Mal öffentlich vor Publikum die große Abrechnung mit Donald Trump.

Zum Auftakt der Anhörung zeigte sich Cohen gefasst. Als ein Zuschauer im Publikum zur Begrüßung rief: „Sie sind mein Held!“, drehte er sich kurz zum Publikum und nickte. Die Anhörung fand unter hohem Interesse der Öffentlichkeit statt, Zuschauer warteten in Hunderte Meter langen Schlangen vor dem Anhörungssaal.

Seine Aussagen hatte Cohen vorab niedergeschrieben. Das Dokument war über Medien an die Öffentlichkeit gelangt. Darin heißt es über den US-Präsidenten: „Er ist ein Rassist. Er ist ein Hochstapler. Er ist ein Betrüger.“ Cohen bittet darum um Entschuldigung für sein Handeln. „Ich schäme mich für die Entscheidung, an der Vertuschung von Trumps gesetzeswidrigen Handlungen mitzuwirken und nicht auf mein eigenes Gewissen zu hören.“

In der wichtigsten Frage der Untersuchung bringt Cohens Aussage keine Fortschritte: Dass Trump oder dessen Team 2016 geheime Absprachen mit Russland getroffen hätte, könne er nicht beweisen, so Cohen. Er habe lediglich den Verdacht, dass Trump in das Treffen seiner Leute mit Russen im Juni 2016 eingeweiht war. Dies ist Gegenstand der Ermittlungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller.

Stattdessen liefert Cohen eine Reihe an detaillierten Vorwürfen gegen Trump. Trump werden viele Affären und Vergehen nachgesagt, die aber nicht bewiesen sind. Cohen untermauert viele dieser Vorwürfe.

So bringt er Licht in eine Angelegenheit aus den 1970er-Jahren: Damals war Trump nicht wie viele andere Männer zum Militärdienst herangezogen worden. Medien hatten im Wahlkampf 2016 berichtet, Trump solle wegen eines Fersensporns, eines Auswuchses am Fußknochen, ausgemustert worden sein. Trump ärgerte sich über diese Berichterstattung und suchte Hilfe bei Cohen. Dieser habe um Belege für den Fersensporn gebeten, sagt er aus. Doch es gab keine Belege. Stattdessen habe Trump gesagt: „Denkst du, ich bin blöd, ich wäre doch nicht nach Vietnam gegangen.“

Cohen war nach eigener Aussage für die Drecksarbeit für Trump zuständig. Es habe zu seinen Aufgaben gehört, Geschäftspartner anzurufen, um ihnen zu sagen, dass Trump für ihre Leistungen nicht wie vereinbart bezahlen werde.
Auch habe er Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und eine andere Frau überweisen sollen, mit der Trump eine Affäre gehabt habe. Zum Beweis wollte Cohen eine Kopie eines Schecks von Trumps persönlichem Konto vorlegen, den Trump selbst unterzeichnet habe. Dieser Scheck vom 1. August 2017 sei eine der Raten gewesen, mit der Trump ihm die Schweigegeldzahlung an Daniels zurückerstattet habe. In einem Prozess gegen Cohen war die Zahlung als illegale, weil verdeckte Wahlkampffinanzierung bewertet worden. Wenn Trump tatsächlich direkt involviert war, hätte er damit gegen das Gesetz verstoßen. Trump bestreitet die Affären.

Zum Rassismus-Vorwurf heißt es in Cohens Aussage, Trump habe ihm gesagt, dass Schwarze ihn nie wählen würden, weil sie „zu dumm“ seien. Trump habe ihn außerdem gefragt, ob er ein Land kenne, das von einem Schwarzen regiert werde und das kein „Drecksloch“ sei. Zu dem Zeitpunkt war Barack Obama US-Präsident.

Cohen wirft Trump außerdem vor, mit seinen Steuern getrickst zu haben – je nach Lage habe er sein Vermögen mal höher, mal niedriger angegeben, um Steuern zu umgehen. Trump hat seine Steuererklärungen bis heute nicht offengelegt.

Mehr: Lesen Sie hier, warum US-Senatoren Trump in der Russland-Affäre entlasten.

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  • dpa
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