Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Ex-Diktator Pinochet geht es besser

Der frühere chilenische Diktator Augusto Pinochet rang nach einem schweren Herzinfarkt am Sonntag zeitweise mit dem Tode. Nun vermelden Ärzte eine leichte Verbesserung. Menschenrechtler halten es für möglich, dass Pinochet gar nicht so krank ist, wie er vorgibt.

"Unsterblich": Anhänger von Pinochet mit einem Plakat des Ex-Diktators. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB SANTIAGO DE CHILE. Der 91-Jährige, der bei Bewusstsein sei, habe positiv auf die Behandlung reagiert und sich auch zufrieden stellend von einem Lungenödem erholt, sagte der Arzt Juan Ignacio Vergara. Pinochet war am Sonntag kurz nach Mitternacht mit Herzproblemen in das Militärhospital in Santiago gebracht worden.

Die ärztlichen Angaben wurden vom Sprecher der Familie, dem General im Ruhestand Guillermo Garín, bestätigt. Presseberichte über eine weitere Operation Pinochets seien reine Gerüchte, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Ärzte hätten lediglich den Erfolg der Herzbehandlung überprüft. Das Ergebnis sei so befriedigend, dass eine äußerst riskante Operation am offenen Herzen zunächst nicht notwendig sei, betonte er. Bei dem 91-jährigen Patienten wurden mit Kathetern lediglich verstopfte Herzarterien geöffnet und dann stabilisiert, sagte Vergara. Ob Pinochet wirklich außer Gefahr sei, könne aber erst in 48 Stunden gesagt werden.

Noch vor einer Woche hatte der frühere Machthaber seinen 91. Geburtstag gefeiert und sich kurz einer Gruppe von Anhängern vor seinem Haus gezeigt. Dabei hatte er sich mit fremder Hilfe sogar aus dem Rollstuhl erhoben. Am Montag war er dann in einem vierten Fall wegen Menschenrechtsverbrechen während der Diktatur (1973-1990) unter Anklage und Hausarrest gestellt worden. Dabei ging es um seine Mitschuld an zwei Morden der so genannten Todeskarawane. Außerdem steht er wegen Verbrechen in dem früheren Folterzentrum Villa Grimaldi und der Aktion Colombo, der Verschleierung von Diktaturmorden, unter Anklage. Ein weiterer Fall betrifft den Vorwurf der Unterschlagung. Menschenrechtsanwälte schlossen nicht aus, dass sich Pinochet wie in den Vorjahren durch Aufbauschung gesundheitlicher Probleme der Justiz entziehen wolle.

Startseite
Serviceangebote