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Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko – die „Lügenbaronin der Ukraine“

Aktivisten haben die Aussagen von Politikern in der Ukraine geprüft. Ausgerechnet die mögliche neue Präsidentin fiel durch den Faktencheck.
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Sie wurde durch dubiose Gasdeals reich. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Julia Timoschenko

Sie wurde durch dubiose Gasdeals reich.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Berlin Dass die ukrainische Zivilgesellschaft besonders aktiv ist, hat sie bereits mehrmals bewiesen. Massendemonstrationen auf Kiews Maidan-Platz vertrieben beispielsweise den prorussischen Staatschef Viktor Janukowitsch, zuvor wurden mit der „orangenen“ Revolte gegen Wahlfälschungen Neuwahlen erzwungen.

Doch auch dem amtierenden politischen Führungspersonal schauen die Aktivisten genau auf die Finger. Dabei fällt ausgerechnet die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, die in den Umfragen für die Präsidentenwahl Ende März lange weit vorn lag, durch den Faktencheck.

Ein Jahr lang hat das Projekt „VoxCheck“, eine angesehene gesellschaftliche Organisation mit führenden, teilweise aus dem Ausland stammenden oder dort lehrenden Wissenschaftlern, die Äußerungen von ukrainischen Spitzenpolitikern auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Das Ergebnis: Timoschenko, die einst inhaftierte Chefin der Partei „Vaterland“, sei die „Lügenbaronin der Ukraine“.

Die 57-Jährige, die durch dubiose Gasdeals reich wurde, führt das gerade veröffentlichte Rating „Lügner und Manipulatoren 2018“ an: Demnach waren von den 248 überprüften Zitaten Timoschenkos nur 31 Prozent wahr, 27 manipulativ, 33 gelogen – und acht Prozent übertrieben. Präsident Petro Poroschenko kommt bei „VoxCheck“ besser weg: Demnach waren immerhin 56 Prozent seiner Aussagen wahr.

Der ehrlichste Präsidentschaftskandidat ist laut der Lügner-Liste der frühere Parlamentschef der inzwischen von Russland annektierten Halbinsel Krim, der wegen angeblicher Veruntreuung eineinhalb Jahre in Untersuchungshaft eingesessene Anatolij Hryzenko: Von ihm waren immerhin 68,1 Prozent der Äußerungen wahr. Sein Wahlslogan auf den Großplakaten lautet: „Der Wahrheit verpflichtet.“

In den jüngsten Umfragen anlässlich der Präsidentenwahl führt der TV-Komiker Wolodymyr Selenski, der zurzeit auf 19 bis 23 Prozent kommt. Timoschenko liegt zwischen 15,7 und 18,2 Prozent, Poroschenko kommt auf 15,1 bis 16,4 Prozent.

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2 Kommentare zu "Ex-Ministerpräsidentin: Julia Timoschenko – die „Lügenbaronin der Ukraine“"

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  • Ich dachte immer, dass alle Präsidenten der Ukraine Lügenbarone und durch und durch korrupt waren. Im übrigen: der Sturz von Janukowitsch beruhte doch wohl auf einem von den USA und der EU initiierten Putsch, weil dieser es wagte, sich Russland anzunähern. Elmar Brok brüstet sich doch damit, an den Demonstrationen gegen Janukowitsch teilgenommen zu haben.

  • Welcher Politiker lügt nicht bzw. nur selten? Mir fällt da keiner ein.

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