Ex-Verteidigungsminister in Haft Griechischer Politiker soll Schmiergeld für deutsche U-Boote kassiert haben

Der frühere griechische Verteidigungsminister Apostolos-Athanasios Tsochatzopoulos ist festgenommen worden. Er soll bei einem U-Boot-Deal Schmiergeld kassiert haben. Mittendrin: eine Firma aus Deutschland.
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Akis Tsochatzopoulos ist am Dienstag festgenommen worden. Quelle: AFP

Akis Tsochatzopoulos ist am Dienstag festgenommen worden.

(Foto: AFP)

AthenDie „große Woche“ nennen die Griechen die Tage vor dem Osterfest, das die orthodoxen Christen am kommenden Wochenende feiern. Doch für den 72-jährigen Apostolos-Athanasios („Akis“) Tsochatzopoulos markiert das diesjährige Fest wohl eher den Tiefpunkt seines langen Lebensweges.

Der frühere griechische Verteidigungsminister erlebt jetzt seine Kreuzigung, ohne dass er auf baldige Auferstehung hoffen darf. Am Dienstagmorgen fuhren Polizeiwagen in der Fußgängerzone vor dem hochherrschaftlichen klassizistischen Stadthaus auf, das Tsochatzopoulos gleich gegenüber der Athener Akropolis bewohnt.

Die Beamten hatten einen Haftbefehl dabei. Sie brachten den Ex-Politiker zunächst ins Polizeipräsidium. Von dort ging es weiter zum Ermittlungsrichter. Nicht nur der grandiose Blick, den Tsochatzopoulos aus seinem Wohnzimmer auf den Parthenon hatte, wird ihm im Hochsicherheitsgefängnis von Korydallos bei Piräus fehlen.

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Griechenland: Staatsverschuldung von 2007 bis 2011

in Mrd. Euro


Nach der Verhaftung des Ex-Ministers wurden am Mittwochnachmittag zwei weitere Personen im nordgriechischen Thessaloniki Komplizen festgenommen, die in den Fall verwickelt sein sollen. Es handelt sich um einen Geschäftsmann sowie einen Cousin von Tsochatzopoulos, der mit einer Offshore-Firma in Zusammenhang gebracht wird. Nach Informationen aus Justizkreisen gibt es zwei weitere Haftbefehle gegen mutmaßliche Komplizen.

Geldwäsche, Bestechung, Steuerhinterziehung: es sind keine Kavaliersdelikte, derentwegen die Staatsanwälte Evgenia Kyvelou und Eleni Siskou seit dem vergangenen Jahr gegen Tsochatzopoulos ermittelten. Sein Name fiel im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von vier U-Booten des deutschen Typs 214 für die griechische Marine.

Der 2,85-Milliarden-Euro-Auftrag wurde im Jahr 2000 unter dem damaligen Verteidigungsminister Tsochatzopoulos vergeben. Die ehemalige MAN-Tochter Ferrostaal soll die Bestellung in Athen mit Schmiergeldern in zweistelliger Millionenhöhe an Land gezogen haben. Tsochatzopoulos bestreitet entschieden, zu den Schmiergeldempfängern zu gehören.

Aber der Lebensstil des Politikers gab schon lange Anlass zu der Frage nach möglichen „Nebeneinkünften“. Seine Athener Luxusimmobilien kann er mit seinem Ministergehalt oder den Abgeordnetendiäten jedenfalls kaum bezahlt haben. Das Objekt an der Akropolis, in dem er gestern verhaftet wurde, dürfte einen Marktwert von mehreren Millionen Euro haben. Tsochatzopoulos' Ehefrau will die Immobilie 2010 günstig von einer Offshore-Firma gekauft haben.

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20 Kommentare zu "Ex-Verteidigungsminister in Haft: Griechischer Politiker soll Schmiergeld für deutsche U-Boote kassiert haben"

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  • O-Ton eines Griechen, der lange in D gearbeitet hat und seine Landsleute heftig kritisiert:"Das Griechische System kann man nicht ändern, weil es die Griechen selbst nicht ändern wollen" .Alle Griechen haben Jahrzehnte in diesem Morast aus aktiver und passiver Bestechung, Vetternwirtschaft, unfähiger Politik und - von Amts wegen geduldeter - Illegalität (Bauwesen) vermeintlich gut gelebt. Sie hätten es besser wissen können, jetzt ist es zu spät.

  • Mein gott...
    warum denn diese aufregung ...über schmiergelder..

    ist doch überall auf der welt ..und immer m e h r.
    je südlicher es wird ..üblich ...

    ich wäre sehr enttäuscht..wären unsere tollen u-boote
    o h n e schmiergeld weggegangen

    gruß jens

  • Mitnichten. Die deutsche Rasse ist wohl die einzige, mit der sich seit Jahrtausenden kein Volk mischen würde

  • Eine Überraschung ist das nicht, das die alle korrupt sind.

  • Is doch eh egal. Jetzt wo es um die Erdgasreserven in der Ägäis geht, hat die griechische und 'israelische' Politik plötzlich, auch militärisch, zueinander gefunden um den Gebietsansprüchen der Türkei in der Ägäis und Zypern endlich ein Ende zu machen

  • ...und hoffentlich auch bald unsere Schulden

  • ...und deutsche Arbeitsplätze gesichert werden müssen, für die der deutsche Steuerzahler jetzt auch noch bürgen muß.

    ...und wer bürgt wird früh oder später gewürgt

  • Laut jüdischen Medien hat jeder zehnte Bundesdeutsche jüdische Gene. Bei Österreichern liegt der Prozentsatz weitaus höher. - Da macht das Schenken, wenn nicht Spaß so doch wenigstens Sinn.

    Übrigens wäre dem Artikel noch hinzuzufügen, dass Frau Tsochatzopoulos Deutsche ist - Wenn sie den nicht geschieden.

    Die eigentlichen 'Verbrecher' sind neben Brüssel die deutschen Politiker, die diese witzige europäische Wirtschaftspolitik betreiben und dem deutschen Wählern vorgauckeln, dass man völlig selbstlos und ohne Eigennutz 'korrupten' Griechenland Kredite gwährt. Man ärgert sich wohl eher, dass der 'Schwindel' jetzt auffliegt

  • Besser an Griechenland verkaufen als an Israel verschenken.

  • wie bei Leuna, die berühmten Bundeslöschtage unter der Aufsicht von Kanzleramtsminister Bohl im Herbst 1998.
    Die Betrüger in der CDU/CSU müssen griechische Vorfahren haben...

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