Exportsubventionen Trump-Regierung attackiert Indien im Handelsstreit

Die Trump-Administration wirft Indien unzulässige Exportsubventionen in Milliardenhöhe vor. Der Streit zwischen den Handelsmächten eskaliert.
11 Kommentare
Wie Trumps Handelsbeauftragter mitteilte, ziehen die USA Indien vor der Welthandelsorganisation WTO zur Rechenschaft. Quelle: dpa
Robert Lighthizer

Wie Trumps Handelsbeauftragter mitteilte, ziehen die USA Indien vor der Welthandelsorganisation WTO zur Rechenschaft.

(Foto: dpa)

BangkokEigentlich mag Donald Trump die Welthandelsorganisation (WTO) nicht besonders. Erst im Februar beschimpfte der US-Präsident die Institution als eine „Katastrophe“, die es „Amerika unmöglich macht, gute Geschäfte zu vereinbaren“.

Ganz egal ist der US-Regierung die Organisation aber nicht, wie sich jetzt zeigt. Wenn die WTO für die USA von Nutzen sein kann, wendet man sich gerne an sie.

Indien muss das jetzt leidvoll erfahren: Wie Trumps Handelsbeauftragter Robert Lighthizer mitteilte, ziehen die USA das Land vor der Welthandelsorganisation zur Rechenschaft.

Besonders brisant für die Inder: Es geht dabei nicht nur um ein paar einzelne Produkte, sondern praktisch um die gesamte indische Exportförderung. Nach Berechnungen des amerikanischen Handelsministeriums unterstützen die Inder ihre Ausfuhren zu Unrecht mit insgesamt mehr als sieben Milliarden US-Dollar. Vor allem profitieren nach US-Angaben indische Stahl-, Pharma- und Textilunternehmen.

„Diese Exportförderprogramme schaden amerikanischen Arbeitnehmern, indem sie ungleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen“, klagt der US-Handelsbeauftragte Lighthizer. Er werde die Rechte der Amerikaner mit allen Mitteln durchsetzen – eben auch mit der WTO.

Die wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen den USA und Indien verschärfen sich damit weiter. Indien, immerhin Asiens drittgrößte Volkswirtschaft, ist zu einem Lieblingsziel Trumps geworden. Das dürfte auch an dem massiven Handelsungleichgewicht zwischen beiden Staaten liegen: 2017 importierten die USA fast doppelt so viel, wie sie selbst auf den Subkontinent verkauften. Insgesamt beläuft sich das Minus in der US-Handelsbilanz auf fast 23 Milliarden Dollar.

Die Kritik der Amerikaner ist dabei alles andere als unberechtigt. Tatsächlich sind die Inder keine Freunde des Freihandels. Indiens Regierungschef Narendra Modi hat versprochen, Millionen Jobs in der verarbeitenden Industrie zu schaffen – und greift dabei immer wieder zu protektionistischen Maßnahmen.

Erst dieses Jahr hatte Indien höhere Zölle auf mehr als 100 Produkte angekündigt. Trump drohte daraufhin, auf jede Zollerhöhung Indiens mit einer gleichen Abgabe auf indische Produkte zu reagieren. Bisher schreckt er davor jedoch zurück.

Hinter dem aktuellen Konflikt steckt allerdings mehr als bloße Rhetorik. Die Beamten im Handelsministerium haben akribisch recherchiert, insgesamt sechs indische Exportförderprogramme halten sie für unzulässig. Dazu zählen beispielsweise spezielle Hilfen für Unternehmen, die sich in Sonderwirtschaftszonen angesiedelt haben.

Die haben mittlerweile eine große Bedeutung für Indien: Zwischen 2000 und 2016 hätten die Exporte aus diesen Zonen um 6000 Prozent zugenommen und machten mittlerweile 30 Prozent aller indischen Exporte aus, rechnen die Amerikaner vor.

Zwar seien die Hilfen früher noch rechtens gewesen, weil Indien ein armes Entwicklungsland gewesen sei. Doch seit 2015 erfülle das Land mit seiner gestiegenen wirtschaftlichen Bedeutung die WTO-Kriterien für diesen Schutzstatus nicht mehr.

Indien weist die Vorwürfe der USA zurück: Man halte die kritisierte Unterstützung der Exportwirtschaft nicht für illegale Ausfuhrsubventionen, hieß es im indischen Handelsministerium.

Sollten die nun stattfindenden bilateralen Gespräche vor der WTO scheitern, könnten die USA die nächste Eskalationsstufe wählen. Das wäre die Beantragung eines Streitbeilegungsgremiums, das dann auch über Zwangsmaßnahmen entscheiden dürfte.

Eine gute Möglichkeit zum Austausch haben die Länder bereits jetzt: Der indische Spitzendiplomat Vijay Gokhale weilt derzeit in Washington. Er hätte sich die Visite sicherlich entspannter vorgestellt – es ist sein Antrittsbesuch.

Startseite

Mehr zu: Exportsubventionen - Trump-Regierung attackiert Indien im Handelsstreit

11 Kommentare zu "Exportsubventionen: Trump-Regierung attackiert Indien im Handelsstreit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Verglichen mit der Sahelzone haben Sie recht, das sollte aber eher an der nicht vorhandenen Statistik liegen.
    Herr Hans Henseler
    15.03.2018, 18:43 Uhr
    Herr Spiegel, VWL ist kein Pflichtfach fuer Bauunternehmer. Und die Armut und selbst die
    Arbeitslosenzahl halten sich in der EU in Grenzen.

  • Vielen Dank für den Schwachsinn des Tages.
    Herr Robbie McGuire
    15.03.2018, 18:40 Uhr
    Die EU sollte der Liste der US-Produkte, die mit Sonderzöllen belegt werden, markante US-Unternehmen wie Apple oder Dell hinzufügen.

  • Herr Spiegel, VWL ist kein Pflichtfach fuer Bauunternehmer. Und die Armut und selbst die
    Arbeitslosenzahl halten sich in der EU in Grenzen.

  • Erst im Februar beschimpfte Trump die WTO als eine „Katastrophe“, die es „Amerika unmöglich macht, gute Geschäfte zu vereinbaren“. Und jetzt ziehen die USA ein Anrufung in Betracht.

    Mit welchen Staat will sich die USA nicht anlegen. Eines ist völlig klar: Die USA sind mittlerweile für eine Vielzahl von Produkten auf Importe angewiesen. Wenn also zum Zoll-Rundumschlag" ausgeholt wird, trifft es die die US-Wirtschaft und letzlich die Verbraucher. Aber dazu reicht das wirtschaftliche Verständnis des Gröpatz nicht.

    Die EU sollte der Liste der US-Produkte, die mit Sonderzöllen belegt werden, markante US-Unternehmen wie Apple oder Dell hinzufügen. Es gibt ja ausreichend Lieferquellen für deren Prodkte aus dem asiatischen Raum.

  • Milliardäre haben keine Ahnung von Wirtschaft, natürlich wissen die EU-Loser alles darüber
    und sind bekannter maßen unglaublich erfolgreich in der Produktion von Arbeitslosen und Armut in Europa. Daher erklären sie dem Leser auch jeden Tag, wie unfähig Herr Trump ist.

  • er sollte sich auch nicht mit Kinderarbeit in Indien beschäftigen....das tut das Merkel ja auch nicht. Oder?

  • Stormy Donald sollte nicht so viel über Wirtschaft reden, davon hat er keine Ahnung. Er sollte lieber golfen, tweetern und Pussy-Grabben, das liegt ihm mehr.

  • Es ist so putzig. Wenn Länder sich verschulden, weil ihre Wirtschaft nicht richtig läuft, heißt es "Ihr müsst Reformen machen, um wettbewerbsfähig zu werden".

    Aber wehe sie machen uns dann irgendwo Wettbewerb, dann ist es auch wieder nicht recht.

    Das ganze System wird über kurz oder lang den Bach runtergehen - ganz einfach weil es keine unentdeckten Länder und Märkte mehr gibt, die noch als Wachstumsmotor taugen. Dann gibt es nur noch das große Hauen und Stechen.

  • Wie gut daß es den Präsidenten gibt, da kommen die ganzen Schweinereien auf den Tisch und werden mit Zöllen belegt.

  • EXPORTSUBVENTIONEN
    Trump-Regierung attackiert Indien im Handelsstreit
    Die Trump-Administration wirft Indien unzulässige Exportsubventionen in Milliardenhöhe vor. Der Streit zwischen den Handelsmächten eskaliert.

    ...................................

    USA & JAPAN aber auch diese Europäische Union haben im Produkt STAHL versagt !

    In AFRIKA gehört längst SCHIFFSRECYCLING eingeführt !!!!!
    Vor NIGERIA sind genügend schiffe zu Recyclen aber niemanden hilft der AFRIKANISCHER UNION um vor Afrikanische Gewässer diesen schrott aufzusammeln und zu recyclen !

    INDIEN hat Milliardäre die sich dieser Aufgabe widmen und bis nach Hamburg aktiv sind !

    Dieses Stahl aber könnte eine Hilfe sein um in Afrika wiederum andere Projekte starten zu können die wiederum der gesamte Weltwirtschaft dienlich wären.

    WARTET USA & JAPAN DARAUF DASS SICH CHINA DIESER AUFGABE ANNIMMT UND NOCH MEHR KONKURRENZ BILDET !

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%