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EZB-Chef Draghi Lage am Kapitalmarkt besser als im Herbst 2011

Die „Verspannungen“ des Marktes sind weg, meint EZB-Chef Mario Draghi. Grund dafür sei die Bereitstellung günstiger Kredite. Er betonte, solvente Banken sollten auch weiterhin die benötigte Liquidität bekommen.
15.06.2012 - 15:25 Uhr Kommentieren
Sieht eine Positiventwicklung: Mario Draghi. Quelle: dapd

Sieht eine Positiventwicklung: Mario Draghi.

(Foto: dapd)

Frankfurt/Main Die Lage am Kreditmarkt des Euroraums ist nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) trotz der jüngsten Zuspitzung der Schuldenkrise deutlich besser als im vergangenen Herbst. Hierzu habe vor allem die Bereitstellung günstiger Kredite der Zentralbank an die Banken über insgesamt eine Billion Euro beigetragen, sagte EZB-Chef Mario Draghi am Freitag in Frankfurt. Jüngste Umfragen und Indikatoren bestätigten, dass Verspannungen beseitigt worden seien. Allerdings sei die Nachfrage nach Bankkrediten wegen der schwachen Konjunktur im Euroraum sehr gedämpft.

Zugleich unterstrich der Notenbankpräsident, dass die EZB solventen Banken nach wie vor so viel Liquidität wie benötigt zur Verfügung stellen wird. Der Bedarf an Mitteln sei derzeit größer, weil einigen Geldhäusern der Zugang zum freien Markt zumindest zeitweise verschlossen sei. Falls dem nicht begegnet werde, könnten sich systemische Probleme für den gesamten Bankensektor ergeben.

Trotz vieler Krisenmaßnahmen sei das Hauptziel der EZB nach wie vor die Preisstabilität, sagte Draghi. Derzeit seien allerdings keine signifikanten Inflationsgefahren zu erkennen. Ein Grund: Die Konjunktur des Währungsraums sei nach wie vor schwach, wie zahlreiche schlechte Konjunkturdaten belegten. Die weitere Entwicklung sei mit großen Risiken verbunden, bekräftigte Draghi.

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