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EZB-Chef in Berlin Draghi stimmt auf weitere Unterstützung der Kreditmärkte ein

In Deutschland steht EZB-Chef Draghi wegen seines Kurses in der Kritik. Im Kanzleramt bespricht der oberste Notenbanker mit Regierungschefin Merkel die Lage in der Euro-Zone - vertraulich. Draghi hat neue Pläne.
11.06.2014 - 14:51 Uhr 6 Kommentare
Hier ist Mario Draghi noch in Frankfurt, nun bei Kanzlerin Merkel in Berlin: Bei dem Gespräch Draghis im Kanzleramt handelte sich um eines seiner regelmäßigen Treffen mit Staats- und Regierungschefs. Quelle: Reuters

Hier ist Mario Draghi noch in Frankfurt, nun bei Kanzlerin Merkel in Berlin: Bei dem Gespräch Draghis im Kanzleramt handelte sich um eines seiner regelmäßigen Treffen mit Staats- und Regierungschefs.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/Berlin Die Europäische Zentralbank (EZB) stimmt Investoren auf eine weitere Unterstützung der Kreditmärkte ein. Die EZB habe großes Interesse an einem transparenten, gut funktionierenden und liquiden Markt für Kreditverbriefungen (ABS), sagte Direktoriumsmitglied Yves Mersch laut Redetext am Mittwoch in Barcelona. „ABS sind ein wichtiges Mittel, um unsere geldpolitischen Ziele zu erreichen.“ Möglich seien zum Beispiel gezielte Käufe solcher Papiere am Markt. Knapp eine Woche nach der weiteren Lockerung der Geldpolitik haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und EZB-Präsident Mario Draghi die Lage in der Euro-Zone beraten.

Mit weiteren Maßnahmen könnte die Notenbank Geschäftsbanken entlasten, die dann Freiräume für neue Kredite hätten. Draghi hatte den Kauf sogenannter Asset Backed Securities (ABS) am vergangenen Donnerstag ausdrücklich als weitere mögliche Notfallmaßnahme genannt. Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré hatte am Dienstag bekräftigt: „Wir bereiten uns auf diese Entscheidung vor.“

Bei dem Gespräch Draghis im Kanzleramt handelte sich um eines seiner regelmäßigen Treffen mit Staats- und Regierungschefs. Sowohl die Notenbank als auch die Bundesregierung wollten sich anschließend nicht äußern. In Deutschland gab es zuletzt Kritik am Kurs Draghis. Merkel hatte sich bisher nicht zu den jüngsten Maßnahmen der Notenbank geäußert. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nannte die lockere Geldpolitik angemessen, warnte aber zugleich, die EZB sollte die Zinsen nicht länger als nötig so niedrig lassen.

Die EZB hatte am Donnerstag vergangener Woche den Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt. Außerdem müssen Banken erstmals 0,10 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken, statt Kredite zu vergeben. Mit neuen Milliardenspritzen für Banken wollen die Währungshüter die Kreditvergabe vor allem in den südlichen Euroländern ankurbeln. Zugleich stimmte die EZB Investoren auf eine weitere Unterstützung der Kreditmärkte ein.

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    6 Kommentare zu "EZB-Chef in Berlin: Draghi stimmt auf weitere Unterstützung der Kreditmärkte ein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Draghi und die Kanzlerin mögen bitte klären, wie die Entschädigung für die Sparer in der Altersvorsorge erfolgen soll. Schließlich haben beide ohne Not die Altersvorsorge der privaten Vorsorger zerstört.

      EZB und Bundesregierung tragen dafür allein die Verantwortung für die Zinsmanipulationen auf dem zinsgetriebenen Geschäft.

    • @mehrdemokratie: "... Merkel und Schäuble schauen untätig zu, wie deutsches Vorsorgevermögen mutwillig und milliardenschwer zerstört wird...."

      Es ist noch viel abstruser und hinterhältiger.

      Draghi, die Verkörperung der von Merkel so häufig betonten "unabhängigen" Notenbank, ist die verlängerte Werkbank von Merkel und Schäuble.
      Oder glaubt hier jemand allen Ernstes, dass Draghi etwas beschließen und tun kann, ohne dass Merkel und Schäuble, als mächtigste Regierende in Europa ihr d'accord geben? Nein, das ist nicht möglich. Wenn Merkel sagen würde, es gibt keine Zinssenkung, dann gibt es keine. Wenn sie sagt, es gibt kein QE, dann gibt es keines.
      Merkel und Schäuble sind die größten und gefährlichsten Feinde des deutschen Steuerzahlers. Sie haben uns belogen, verraten und beraubt.

    • Draghi und die EZB sind der Sargnagel der EU und vor allem Deutschlands. Merkel und Schäuble schauen untätig zu, wie deutsches Vorsorgevermögen mutwillig und milliardenschwer zerstört wird. Lieber ein Ende dieser EU als ein EU-Schreck ohne Ende. Dem deutschen Normalbürger hat das alles nichts gebracht, außer die Enteignungen durch die Einheitswährung.

    • Genauso sieht es aus. Die EZB versucht die Quadratur des Kreises und mandatswidrig eine Hart- und Weichwährungspolitik gleichzeitig zu veranstalten. Da so etwas nur auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner geht, ist es defacto eine Weichwährungspolitik mit dem Trick, dass die Folgen nicht unmittelbar spürbar sind, sondern erst wenn die damit zusammenhängende Kreditverschlechterung in Form von notwendig werdenden Schuldenschnitten oder plazenden Blasen auf den Bürger durchschlagen. Die Gelackmeierten sind dann die, die den Versprechen der deutschen Regierung und Oberfinanzanalphabet Schäuble Glauben schenkten.

    • Um Kredite für Unternehmen geht es doch gar nicht in erster Linie. Es geht im Grunde darum, den Banken der Südstaaten Gelder zu liefern, damit diese Staatsanleihen kaufen und so die Staaten finanzieren. Man könnte eigentlich eine Pipeline bauen von Nord nach Süd, angeschlossen an die EZB und dann los geht's im Schichtbetrieb!

    • Wie soll man da sachlich bleiben. Draghi und die anderen Bundesgenossen stürzen mit Ihrer Geldpolitik Deutschland (und die anderen Nordstaaten) ins Unglück und keiner unserer Volksvertreter wehrt sich. ABS werden aufgekauft - ABS waren ein Hauptauslöser der Finanzkrise die 2007 von den USA ausgegangen ist und die EZB kauft die "Schmutzpapiere". Alles langsam hoffnungslos. Es ist keine Frage mehr, ob das System platzt, sondern nur noch wann...

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