EZB verleiht Rekordsummen Gott schütze Italien

EZB-Chef Mario Draghi bleibt nichts anderes übrig, als vor allem Italien Geld zu leihen. Die Banken seines Heimatlandes haben sonst kaum jemanden, der sie refinanziert. Der Italiener gerät in eine unangenehme Zwickmühle.
Update: 11.11.2011 - 16:56 Uhr 57 Kommentare
Der neue EZB-Chef Mario Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz. Quelle: AFP

Der neue EZB-Chef Mario Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz.

(Foto: AFP)

DüsseldorfSo turbulent hatte sich Mario Draghi seinen Start als Chef der Europäischen Zentralbank wohl nicht vorgestellt. Kaum ein Tag vergeht, an dem sein Haus - eigentlich nur der Geldwertstabilität verpflichtet - mit Anleihenkäufen in den Markt eingreifen muss. Hüter der Währung ist er nur noch im Nebenjob. Sein aktueller Auftrag: Retten von Schuldenstaaten. Dabei kommt er nicht drum herum, vor allem seinem Heimatland die helfende Hand zu reichen. Er dürfte dies aber weniger aus Nationalgefühl heraus, als vielmehr aus der Einsicht in die Notwendigkeit machen - denn ohne die EZB stehen der italienische Staat im allgemeinen und dessen Banken im Besonderen vor dem Bankrott.

Die italienischen Banken nehmen Rekordsummen von der Zentralbank in Anspruch. Nachdem die italienischen Bondrenditen auf ein Rekordhoch seit der Einführung des Euro geklettert waren, griffen die Banken des Landes für ihre Finanzierung jüngst verstärkt auf Kredite der Europäischen Zentralbank zurück. Die EZB-Ausleihungen zum Ende des Monats Oktober beliefen sich auf 111,3 Milliarden Euro, verglichen mit 104,7 Milliarden im September und 41,3 Milliarden im Juni, wie aus Daten der italienischen Notenbank hervorgeht. Auf die fünf größten italienischen Kreditinstitute - UniCredit SpA, Intesa Sanpaolo, Banca Monte dei Paschi di Siena SpA, Banco Popolare SC und UBI Banca - entfielen im September 61 Prozent der EZB-Ausleihungen. Die Zahlen dürften angesichts der dramatischen Situation an den Märkten im November noch deutlich zunehmen.

Nachdem die Märkte Griechenland, Irland und Portugal für ihre steigende Verschuldung abgestraft haben, nehmen die Anleger Italien ins Visier. Sie haben die Renditen der Staatsanleihen der drittgrößten Volkswirtschaft im Euroraum auf mehr als 7 Prozent getrieben. Die italienischen Staatsschulden von zwei Billionen Dollar übertreffen die Verbindlichkeiten von Griechenland, Irland und Portugal und Spanien zusammengenommen. Die italienischen Banken müssen nächstes Jahr fällig werdende Papiere im Volumen von 120 Mrd. Dollar refinanzieren.

"Der Abbau der Bankenverschuldung ist eine Gratwanderung", sagt Alberto Gallo, Kreditstratege bei Royal Bank of Scotland. Der Kursrutsch bei den italienischen Staatsanleihen, der die zehnjährigen Renditen am 9. November bis auf 7,48 Prozent trieb, reduziert den Wert der von den Banken gehaltenen Papiere und damit deren Wert als Sicherheit für Kredite, erläutert Gallo. Italienische Banken können bei den Refinanzierungsgeschäften der EZB zum aktuellen Leitzins von 1,25 Prozent so viel Geld ausleihen wie sie wollen, solange sie über die erforderlichen Sicherheiten verfügen. Nach Angaben der EZB besitzen die italienischen Kreditinstitute in ausreichendem Volumen Papiere, die von ihr akzeptiert werden können.

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57 Kommentare zu "EZB verleiht Rekordsummen : Gott schütze Italien"

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  • GOTT SCHÜTZE UNS VOR ÜBERHEBLICHKEIT!
    Es wird die Geschichte sein, die über einen Kriminellen wie Trichet urteilt. Zu diesem Zeitpunkt wird sein leibliches Wohl wird gar nicht mehr einer Fragestellung unterworfen sein müssen. Desgleichen gilt für Draghi: Es ist ausschließlich eine Entscheidung dieses Menschen, ob er ein Gleiches wie Trichet verantworten kann.
    In Artikeln des HB haben alle gelernt, wie synonym folgende Begriffe für Marktkorrekteure doch sind:
    "Anleger" = "Spekulanten" = "Profitgierige" = "Finanzkriminelle" = "Politidioten" usw. usw.
    Gewählt, gar vom Volk, sind diese alle nicht.
    Nehmen alle doch erst einmal zur Kenntnis:
    PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE! - Damit ist doch der politische wie auch wirtschaftlich notwendige Umkehrpunkt auf diesem weltpolitischen Spielplatz fixiert!

  • Der Euro ist verloren, wird Zeit dass die mit ihrem Wasserkopf, der Selbstbedienung (jeder 4. EU Beamte verdient monatlich mehr als 10.000€!), Verschwendung, Überregulierung rettungslos befrachtete "EU" platzt. Alles noch mal auf Anfang. Solange sind wir dann ohnehin in der EFTA. Reicht zur Not.

  • Eine Regierung wird vom Volk gewählt. Nicht von der EU , nicht von Merkel, nicht vom kleinen franz. Größenwahnsinnigen De Funes alias Sarkozy, nicht von den deutschen Medien.
    Dies betrifft Italien. Italien ist ein reiches Land, Norditalien ist mit die reichste Region Europas. Die italiensichen Wähler sind souverän und sie werden bestimmen
    ,wohin die ital. Staatskarre gezogen werden soll.Sicherlich nicht in den Dreck.
    Die ital. Überschuldung , die übrigens nicht so wesentlich größer als die franz. , deutsche oder englische ist,
    kriegt das Land in den Griff, ohne die eigene Souveranität an Frankreich oder an Deutschland abzutreten.Wo kämen wir hin ?
    Ihr Motto sollte daher lauten Gott schütze Europa und nicht Gott schütze Italien.

  • @HGi DerZeitzeuge ist so ein schwadronierer der denkt mit Aufrufen wachrütteln zu müssen, er begreift nicht das geht so nicht Trägheitsgesetz der Masse. Nun gibt er den Oberlehrerweil er meint Veränderungen müssten her um den Frevel der Lumpeneliten zu beenden. Da kann er in hundert Jahren wiederkommen egal.
    Wenn eure Bewährungshelfer es zulassen USA/Israel dann 000 Start mit dem Volk der deutschen, gebt euch eine Verfassung, werdet ein Volk von Aufrechten Menschen die sich nicht mehr von ihren Lumpeneliten an der Nase durch die Arena ziehen lassen. Ich weis viel verlangt hohe Forderungen die ich da stelle aber nur so gehts.
    Einer der grössten die ich kenne ist Aharon Bark ein wahrer Demokrat wenn wir die Demokratie beschützen, beschützt sie uns. danke

  • Guten Tag,.... Das heisst nicht " Gott schuetze Italien ".. Das heisst " Gott strafe Frankreich ".... Verdammt noch mal. Besten Dank

  • Mario Draghi der italienische Trojaner in der EZB. Gegen ihn gibt es anscheinen noch kein Anti-Virenprogramm? Noch nicht!

  • Es kommt alles so wie die Kritiker des Euro bei dessen Einführung vorausgesagt haben.Man kann fast die Uhr danach stellen.
    Der Euro war und ist eine Pseudowährung die keinen Bestand hat.
    Es ist alles nur noch eine Frage der Zeit.Die Politiker sind absolut lernresistent und naiv wenn sie glauben sich
    gegen alle Regeln Ökonomischer Gestze stellen zu können.
    Naiv ist das Volk, wenn es sich auf versprechen der Politik
    verläßt.
    In Griechenland ist jetzt ein neuer Ministerpräsident eingesetzt,der als Chef der griechischen Notenbank bei der
    Euroeinführung die falschen Zahlen nach Brüssel meldete um
    Griechenland in den Euro zu bekommen.Jetzt ist er als Retter Griechenland zum Ministerpräsidenten gewählt worden.
    Nur, Griechenland ist immer noch Pleite!
    In Italien daselbe prozedere,Berlusconi weg, Monti her:
    Doch der Schuldenstand ist immer noch da.
    Neuester Trick, Schulden bezahlen durch Geld drucken,was
    nichts anderes als Geldentwertung,Inflation bedeudet und nichts anderes als Diebstahl an unseren Ersparnissen bedeutet.
    Wir Bürger in Deutschland müssen unseren Politikern endlich
    die rote Karte zeigen und den Eurofetischismus beenden!

  • Gott schètze Italien, und wer schütz uns?

  • @GiovannikenntdenPaten

    Sklaven sind wir schon lange. Was wir erleben ist die sich die Exponentialfunktion des Zinseszinses sich beschleunigende Umverteilung von unten nach oben. Die Zinsen, die der Finanzmarkt für aus Luft erzeugtem Geld verlangt, selbst aber nicht herstellt, müssen die abhängig Beschäftigten erwirtschaften bzw. sich gegenseitig abjagen, um nicht selbst unter zu gehen. Erst ab einem (meist leistungslosem) Einkommen von ca. 500.000 € p. a. wird von dem bestehenden Geldsystem profitiert.

  • Soweit mir bekannt, hat uns die EU bisher bereits etwas über eine Billion gekostet!!!

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