Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fahrdienstvermittler Erdogan nimmt den Kampf gegen Uber auf

Seitdem Uber seine Dienste in Istanbul anbietet, bekämpfen die Taxifahrer die Konkurrenz. Jetzt schaltet sich Präsident Erdogan ein.
Kommentieren
Türkei: Recep Tayyip Erdogan nimmt den Kampf gegen Uber auf Quelle: Reuters
Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident hat sich im Streit mit Uber auf die Seite der türkischen Taxifahrer gestellt.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfUber hat in der Türkei schon lange einen schweren Stand. Es gibt gewaltsame Übergriffe von Taxifahrern auf die neue Konkurrenz, hinzu kommen juristische Auseinandersetzungen. Jetzt nimmt auch noch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Uber ins Visier.

Bei einem Ramadan-Abendessen am Freitag in Istanbul sagte Erdogan laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, das Geschäft des Fahrdienstvermittlers sei in der Türkei „vorbei“. Die Behörden würden die dafür notwendigen Maßnahmen ergreifen.

„So etwas gibt es nicht mehr, wir haben unser eigenes Taxisystem“, sagte Erdogan. „Unser Innenministerium hat die Anweisung dazu gegeben. Die Verkehrspolizei wird diese Situation lösen und das tun, was nötig ist.“ Am Montag ist bereits eine Anhörung vor dem Gericht in Istanbul geplant, bei der es um die Lizenzen der Uberfahrer geht.

Wie die staatliche Agentur Anadolu berichtete, feierten die türkischen Taxifahrer Erdogans Ankündigung. Etwa 100 gelbe Taxis fuhren demnach im Konvoi zu Erdogans Haus in Kisikli, um dem Präsidenten ihre Unterstützung zu zeigen.

Uber bietet seine Dienste seit 2014 in der 17-Millionen-Metropole Istanbul an – einem Taximarkt, der auf 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Seit gibt es neben den 17.000 gelben Taxis auch 5000 Uberfahrer.

Das in San Francisco ansässige Unternehmen sieht sich seitdem mit Protesten der Taxifahrer konfrontiert, die Marktanteile an Uber verloren haben. Sie können preislich mit einem der günstigsten Anbieter der Welt nicht mithalten. Die Taxifahrer berichten von Gewinneinbußen von bis zu 30 Prozent.

Uber arbeitet in der Türkei mit einer so genannten D-2-Lizenz, die deutlich günstiger als die regulären Taxilizenzen sind. Während Uberfahrer jährlich lediglich 3550 Lire zahlen, kostet eine Taxilizenz etwa 1,68 Millionen Lire (360.000 US-Dollar).

Wo Taxifahren wenig kostet – und wo es besonders teuer ist
Taxipreise
1 von 13

Wer in ein Taxi am Tokioter Flughafen steigt, ist – in der Innenstadt angekommen – schon mal um 170 Euro ärmer. Wo Taxifahren am teuersten, wo es am günstigsten ist, das hat das Online-Autohaus Carspring in einer Studie herausgefunden. Sie legt den Preis für Taxifahrten in 80 Städten weltweit offen. Sich über den ungefähren Fahrpreis zu informieren, kann Abzocke vorbeugen.

Die Rangliste beruht in erster Linie auf dem Preis für eine gewöhnliche Fahrt von drei Kilometern Länge. Die Bildergalerie zeigt die fünf preiswertesten – und die fünf teuersten Taxi-Städte. Auch die deutschen Vertreter tauchen im oberen Drittel auf.

Platz 5: Mexiko-Stadt
2 von 13

Der Mann auf der Motorhaube mag etwas irritieren, aber der Kult-Käfer von Volkswagen war in der mexikanischen Hauptstadt lange das beliebteste Modell für Taxis. Mittlerweile soll das laut dem Carspring-Index der Nissan Tsuru sein. Mexiko-Stadt ist unter den 80 untersuchten Orten die günstigste Taxi-Stadt Lateinamerikas. 1,36 Euro kostet hier eine drei Kilometer lange Fahrt.

(Foto: Reuters)
Platz 4: Bukarest
3 von 13

Auf Uber können Kunden in 65 der 80 Städte zurückgreifen. Ende April protestierten Taxifahrer vor dem Regierungsgebäude in Bukarest gegen Online-Fahrdienstleister. Dabei sind normale Taxis schon erschwinglich. Drei Kilometer kosten 1,31 Euro.

(Foto: AP)
Platz 3: Jakarta
4 von 13

Indonesische Warteschlange: 1,31 Euro müssen Taxi-Kunden für drei Kilometer aufwenden. Toyota-Modelle sind nicht nur in Jakarta hoch im Kurs...

(Foto: Reuters)
Platz 2: Mumbai
5 von 13

Der Toyota Innova ist das beliebteste Modell unter Mumbais Taxiunternehmern. Schon für 1,24 Euro legt man in der indischen Hafenstadt die Drei-Kilometer-Strecke zurück.

(Foto: Reuters)
Platz 1: Kairo
6 von 13

In der ägyptischen Hauptstadt kostet die Entfernung bloß 49 Cent. Kairo ist damit die mit Abstand günstigste Stadt für Taxi-Nutzer. Und in noch einer wichtigen Kategorie wird der Geldbeutel der Kunden geschont: Die Fahrt vom Flughafen beläuft sich auf 3,73 Euro. Beim Grundpreis ist Kairo (20 Cent) schlagbar: In Tunis liegt der gerade mal bei 17 Cent.

(Foto: AFP)
Platz 65: Köln
7 von 13

Deutschland kommt da nicht mit. Für 9,41 Euro käme man in Kairo knapp 60 Kilometer weit, in Köln reicht das Geld nur für drei. Die Rheinländer bieten die Dienstleistung im Vergleich zu den drei anderen deutschen Millionenstädte am preiswertesten an. Die Taxi-Lobby ist stark im Mercedes-Land. Nur in zwei Metropolen ist Uber zugelassen: in Berlin und der teuersten Taxi-Stadt Deutschlands...

(Foto: dpa)

Dass die Taxifahrer ihre Lizenzen ähnlich günstig erhalten, sei rechtlich „nicht möglich“, sagte Erdogan. Jetzt scheint er einen anderen Weg gefunden zu haben, das Problem mit den unzufriedenen Taxifahrern zu lösen.

Mit Material von Bloomberg

Brexit 2019
Startseite

Mehr zu: Fahrdienstvermittler - Erdogan nimmt den Kampf gegen Uber auf

0 Kommentare zu "Fahrdienstvermittler: Erdogan nimmt den Kampf gegen Uber auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.