Fall Khashoggi US-Finanzminister fährt nicht zu saudischer Investorenkonferenz

US-Finanzminister Mnuchins Absage reiht sich in eine große Zahl von Absagen aus Politik und Wirtschaft ein. Das Königshaus will „sorgfältig ermitteln“.
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Der US-Finanzminister hat sich mit US-Präsident Donald Trump und Außenminister Mike Pompeo im Fall Khashoggi beraten. Quelle: AFP
Steven Mnuchin

Der US-Finanzminister hat sich mit US-Präsident Donald Trump und Außenminister Mike Pompeo im Fall Khashoggi beraten.

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WashingtonNach tagelanger Unsicherheit hat nun auch US-Finanzminister Steven Mnuchin seine Teilnahme an einer großen Investorenkonferenz in Saudi-Arabien abgesagt. Er habe sich mit US-Präsident Donald Trump und Außenminister Mike Pompeo in der Sache beraten, schrieb Mnuchin am Donnerstag auf Twitter. „Wir haben entschieden, dass ich nicht am Future-Investment-Initiative-Gipfel in Saudi-Arabien teilnehmen werde“, schrieb Mnuchin.

Hintergrund ist das Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi. Er verschwand vor mehr als zwei Wochen bei einem Besuch im Konsulat seines Landes in Istanbul. Die türkischen Behörden gehen davon aus, dass er von saudi-arabischen Agenten im Konsulat getötet wurde. Riad hat das zurückgewiesen, bisher aber keine Beweise vorgelegt, dass Khashoggi das Gebäude lebend verließ.

Der Washington Post zufolge sollen Ton- und Videoaufnahmen belegen, dass Khashoggi am 2. Oktober im saudischen Konsulat in der Türkei gefoltert und ermordet worden ist. Dabei bezieht sich das Blatt auf Informationen türkischer und US-amerikanischer Offizieller.

US-Finanzminister Mnuchins Absage seiner Teilnahme reiht sich in eine große Zahl von Absagen anderer Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft für die Konferenz ein, die international auch als „Davos in the Desert“ („Davos der Wüste“) bekannt ist und zu den größten Wirtschaftstreffen der Welt gehört.

Dazu gehören Unternehmer wie der Brite Richard Branson. Er hat die Gespräche mit Saudi-Arabiens Staatsfonds und seiner Virgin Group über geplante Investitionen und Kooperationen gestoppt. Was Khashoggi in der saudischen Botschaft Türkei passiert sei, „ändere – so es sich bewahrheitet – die Bereitschaft von jedem von uns im Westen, Geschäfte mit der saudischen Regierung zu machen“, schreibt Branson auf der Homepage der Virgin Group.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hat ihre Reise in den Nahen Osten verschoben, allerdings nannte der IWF keine Gründe dafür. Eine Entscheidung von Siemens-Chef Joe Kaeser steht noch aus.

Außenminister Pompeo erklärte am Donnerstag in Washington, die Ernsthaftigkeit der Situation habe er dem saudi-arabischen Königshaus deutlich gemacht. Die USA wollten nun die Ermittlungen Saudi-Arabiens und der Türkei abwarten und dann über eine Reaktion entscheiden.

Die saudi-arabische Seite habe ihm zugesichert, es werde sorgfältig ermittelt, erklärte der Außenminister, der zuvor US-Präsident Donald Trump über seine Gespräche mit der saudi-arabischen und der türkischen Führung informierte. Er habe außerdem die „jahrelange strategische Partnerschaft“ zwischen den USA und Saudi-Arabien betont.

  • ap
  • dpa
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