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Fall Litwinenko Litwinenko-Kontaktmann will „auspacken“

Der Kontaktmann des vergifteten Kreml-Kritikers Alexander Litwinenko, der italienische „Sicherheitsberater“ Mario Scaramella, will „auspacken“. Mittlerweile ermittelt auch das FBI im Fall des russischen Ex-Spions. Eine Spur führt zum Geschäft mit dem schwarzen Gold.
Auch bei dem italienischen Sicherheitsexperten Mario Scaramella sind Polonium-Spuren gefunden worden. Foto: dpa Quelle: dpa

Auch bei dem italienischen Sicherheitsexperten Mario Scaramella sind Polonium-Spuren gefunden worden. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB LONDON/ ROM. Der 36-Jährige, der derzeit in einem Londoner Krankenhaus liegt, ist nach eigenen Angaben mit einer tödlichen Strahlendosis vergiftet worden. „In meinem Körper befindet sich eine Polonium-Menge, die fünf Mal über der tödlichen Dosis liegt“, sagte Scaramella am Sonntagabend in einem Telefoninterview des italienischen Fernsehens RAI. Unterdessen hat sich in die Ermittlungen zum Gifttod Litwinenkos auch die US-Bundespolizei FBI eingeschaltet.

Nach Informationen der Sonntagszeitungen „The Observer“ und „Sunday Mirror“ vernahmen Beamte von FBI und Scotland Yard in Washington einen Agenten des früheren sowjetischen Geheimdienstes KGB namens Juri Schwets. Er soll angeblich über Informationen verfügen, wonach die Gift-Affäre in Zusammenhang mit der Zerschlagung des russischen Ölkonzerns Yukos steht. Solche Spekulationen gibt es seit längerem. Scotland Yard verfolgt auch mehrere andere Spuren.

Der ehemalige Yukos-Anteilseigner Leonid Newslin, der im Exil in Israel lebt, hatte vergangene Woche gesagt, Litwinenko habe ihm Unterlagen gegeben, die mit den Ermittlungen im Fall Jukos in Zusammenhang stünden. Möglicherweise liege darin ein Motiv für Litwinenkos Ermordung.

Scaramella stand am Sonntag weiter unter strenger Kontrolle der Ärzte. Sein Anwalt erklärte dem italienischen Fernsehen, der Geheimdienst-Experte Scaramella wolle „alle ihm verfügbaren Namen und Daten öffentlich bekannt geben“. Darunter seien „alle Informationen, die Litwinenko ihm im Laufe der Zeit gegeben habe“. Es gehe um Namen von Politikern und Journalisten, die mit der Spionagetätigkeit der ehemaligen Sowjetunion in Verbindung gestanden hätten, sagte Anwalt Sergio Rastrelli. Scaramella verfüge unter anderem über entsprechende Tonbänder.

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