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FDP-Experte warnt Angst vor neuen Griechenland-Risiken

Die Griechenland-Risiken für den europäischen Steuerzahler sind offenbar höher als bisher bekannt. Grund sind Garantien für den griechischen Bankensektor in zweistelliger Milliardenhöhe.
38 Kommentare

Sind griechische Staatsanleihen wieder sicher?

BerlinErst vor wenigen Wochen haben die Euro-Finanzminister das zweite Rettungsprogramm für Griechenland auf den Weg gebracht. Mit einem Kreditvolumen von etwa 130 Milliarden Euro wurde das krisengeschüttelte Land vor dem Staatsbankrott bewahrt. Die Einigung der Minister mit Griechenland war auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger wie Banken und Versicherungen an der Rettung des überschuldeten Landes, die letztlich umfassender auf Forderungen verzichteten als zunächst geplant. Dies war auch dringend nötig angesichts des ambitionierten Ziels, den Schuldenstand Griechenlands von derzeit mehr als 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 120,5 Prozent zu drücken.

Was allerdings in dieser Rechnung nicht berücksichtigt ist, sind zusätzliche Garantien des griechischen Staates für den heimischen Finanzsektor in Höhe von 50 Milliarden Euro. Das geht aus einer Handelsblatt Online vorliegenden Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Frage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler hervor.

Flaggen der Europäischen Union und Griechenlands. Quelle: dpa

Flaggen der Europäischen Union und Griechenlands.

(Foto: dpa)

Demnach gelten diese Garantien als so genannte Eventualverbindlichkeiten, wodurch sie nicht auf den Schuldenstand angerechnet werden. Dass daraus neue Risiken entstehen können, darauf weist Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter (CDU) in seinem Schreiben an Schäffler hin:  „Sollten die Garantien allerdings gezogen werden, würden die damit verbundenen Zahlungen Defizit und Schuldenstand erhöhen.“ Auch im Falle einer „Entschuldungsstruktur“ würde laut Kampeter „die betreffende Einheit (z.B. eine Bad Bank) vollständig dem Sektor Staat zugeordnet“. Konkret bedeutet dies: Sollten die vom griechischen Staat gestützten Finanzinstitute insolvent werden, würden die Verbindlichkeiten fällig werden und die öffentliche Schuldenlast würde infolgedessen zunehmen.

Wie Schäffler Handelsblatt Online erklärte, würden sich dann auch die Probleme für die europäischen Steuerzahler vergrößern. „Bei einem Ausfall der griechischen Banken trägt die Europäische Zentralbank das Risiko des Ausfalls - und mit 27 Prozent die Bundesbank und damit der Steuerzahler“, sagte der FDP-Politiker. Eine Abfederung durch die Griechenland-Rettungspakete sieht Schäffler nicht, da, wie er sagte, 50 Milliarden Euro bereits zur Rekapitalisierung der Banken dienten, um den Verlust aus den Abschreibungen bei den Staatsanleihen zu verkraften.

EZB will Teil griechischer Banken nicht mehr refinanzieren

Wie real das Risiko-Szenario Schäfflers ist, zeigen auch jüngste Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi. Einige griechische Banken könnten demnach vorübergehend den Zugang zur Refinanzierung über die Europäische Zentralbank verlieren. Es könne der Fall eintreten, dass einige der Institute bei der geplanten Rekapitalisierung des griechischen Bankensystems nicht mehr von der Euro-Notenbank als Geschäftspartner akzeptiert würden, hatte Draghi am vergangenen Mittwoch in Frankfurt gesagt. Sie seien dann allein auf Mittel der griechischen Notenbank in Athen angewiesen.

Interaktive Infografik

Griechenland: Staatsverschuldung von 2007 bis 2011

in Mrd. Euro


Mit sogenannter ELA (Emergengy Liquidity Assistance) halten Notenbanken die Banken zwar am Leben. Eine ELA ist aber deutlich teurer als reguläres von der EZB zum Leitzins zur Verfügung gestelltes Geld. „Wir werden unterscheiden, welche griechischen Banken fähig sind zu existieren und als Partner der EZB bei geldpolitischen Operationen noch infrage kommen und welche nicht“, sagte Draghi bei der traditonellen Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung des EZB-Rats.

Griechische Banken haben sich aktuell in einem Volumen von mehr als 75 Milliarden Euro bei der EZB refinanziert. Direkt am Tropf der eigenen Notenbank in Athen hängen die Institute mit einem Volumen von rund 38 Milliarden Euro. Hintergrund der Äußerungen Draghis ist, dass ein Teil der internationalen Hilfsgelder für Athen dazu verwendet werden soll das schwer angeschlagene Finanzsystem Griechenlands wieder zu rekapitalisieren. EU und Internationaler Währungsfonds (IWF) haben dafür rund 50 Milliarden Euro bewilligt.

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38 Kommentare zu "FDP-Experte warnt: Angst vor neuen Griechenland-Risiken"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nur verblendeter Glauben an die eigenen Dogmen macht es möglich, dass versenktem schlechtem Geld auch noch massenhaft gutes hinterhergeworfen wird. Nur die unfähigsten SozPäds drängen sich dem auf, der sich nicht helfen lassen will. Nur keiner muss sich dann noch anpinkeln lassen!

    Ich will von den Griechen nichts, aber dann sollen sie auch nichts von mir wollen und mich mit ihrer infamen Viertes-Reich-Polemik verschonen. Nicht mehr Worte, nur noch Taten sollen zählen; wir brauchen ein Ultimatum: Entweder ihr geht im nächsten Vierteljahr aus dem Euro oder wir gehen.

  • @JasonArgonautis

    Ihre griechischche Seele und ihr "national-hellenischer Stolz" in allen Ehren, Sie müssen aber nicht weiter wie mit ihren Nachbarn in all den Jahren auch noch auf eure fettbäuchige "Alimentationsmama Deutschland" rumpinkeln- nachtreten.

    Ihr seid beim Betrügen doch nicht alleine. Dass nun die Nordeuropäer mit Verachtung auf EU bzw. auf euch herabschauen, müsst ihr um des Geldes Willen ohne seelische Ungleichgewichte verkraften. Die GR Oberklasse ist ja nicht mal bereit einen Teil des geraubten Geldes für euch zu stiften.
    Weit ist es mit Moral und Anstand in Neu-Griechenland ( Hellas ab 1900) wohl nicht mehr her. Die EU des billigen Geldes und all die "politischen Betrügereien a la Samaras als Aussenminister MItte der 90er " ( Sie verstehen meine Anspielung ? ) verdarb rasend schnell Volkes politschen Charakter.

    Sonne, Meer, paar Grundstückspekulationen mit dummen Engländern, Touristen auf der Meile , reicht nicht zum Überleben. Während euer Nachbar Türkei mit Riesenschritten industriell wegmarschiert und gelassen mit seinen Düsenjägern die Ölinseln überfliegt, muss ein Teil der ach so stolzen Griechen über die Taverne wieder auf Grossvaters Latifundie. So dreht sich das Rad der Geschichte. Passt tunichst auf, dass euch euere slawisch-orthodoxen "Geschäfts-Freunde" nicht das Hemd, nein, den Strand unterm Hintern wegersteigern.

  • Ein Beispiel gefällig zur Korruption und wie "man" Griechenland z. B. in die Pleite trieb?

    http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-u-boot-kauf-in-athen-ex-minister-verhaftet/6497984.html

    Na, wer hat sich da wohl den U-Boot-Kauf erstochen???

    Mir fehlt da inzwischen jedes weitere Wort dazu, echt.

  • Da kann man mal sehen, wie clever wir sind. Trotz das wir Europa Mathematik, Lesen, Schreiben und Sprechen uuuusw. beigebracht haben, kommt Europa uns immer noch nicht auf die Schliche. Die keltisch-germanische Kultur war uns immer schon zuwider - dieses barbarische Gen der Vandalen, Staufen, Goten, Deutsch-Kaiserliche, Deutsch-Nationale, welches dem gemeinen Deutschen eigen ist und es Heinrich Heine, Goethe so lyrisch umschrieben.
    Offensichtlich geht man in Deutschland schon wieder der Politik und der Medienprobaganda auf dem Leim und lässt sich mit irgendwelchen Peanuts, ominösen Rentengeschichten vom eigentlichen Thema ablenke. Dass Griechenland bzw. seine mafiosen Politker von der dt. Polit-Clique noch im Konkurs zu Waffengeschäften auf Pump 'genötigt' und geschmiert werden, will man einfach nicht realisieren. Dein Problem ist dein Verstand, du germanischer Vorgartenzwerg. Die Bürgschaften und EZB Kredite kommen allein der deutschen Wirtschaft, den Banken, Rüstungsindustrie zugute. In Griechenland läuft gerade wieder ein Ermittlungsverfahren gegen Lidl. Und die Sache mit den ausstehenden Reparationszahlungen ist immer noch ein laufendes Verfahren. Die Erkenntnis, dass Griechenland geostrategisch alles andere als unbedeutend ist und das Griechenland in Sachen Erdgas-und Erdöl wohl das reichste Land Europas ist, lässt dein jugentlicher Verstand nicht zu. Nicht umsonst drücken sich Israelis und Russen in Athen die Klinken in die Hand. Warum sollte sonst Europa zu verbissen an dem Verbleib Griechenlands in der EU und den mafiosen Politikern festhalten? Die Russen wollten schon vor Jahrzehnten mit Griechenland ins Geschäft kommen. Von den Chinesen einmal ganz abgesehen.

    "..später das hämische Lachen vergangen, der sich an Deutschland vergangen hat..." Ihre Gesinnung ist offensichtlich. Nur die Geschichte hat uns anderes gelehrt. Deutschland wird untergehen, so oder so. Jetzt wo Europa an Bedeutung verliert, bekommt Deutschland, nicht ein Drittes mal die Chance

  • kann mir mal jemand erklären wie Griechenland durch einen Schuldenschnitt von 107 Mrd. Euro, die Staatsverschuldung von 160% auf 120% senken kann, wenn gleichzeitig ein neuer Kredit in Höhe von 130 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt wird? Bisher wurde doch immer von einem Kredit gesprochen oder handelt es sich um ein Geschenk?

  • Die größte Sicherheitsgarantie Griechenlands ist die, dass Chaos zu vergrößern.

    Je mehr Geld sinnlos hinein gesteckt ist, desto größer werden die Anstrengungen das verbrannte Geld wieder zu retten.

    Eines muss jedem klar sein, dass die Politiker nichts gerettet, aber viel Geld verschleudert haben.

    Es ist auch klar, dass Draghi in seiner Person als Präsident der EZB der Aufgabe nicht gewachsen ist. Frau Merkel wird sich den Schuh anziehen müssen, dass Deutschland mit 27 % als der größte Garant der EZB gilt und nicht namhaft und kompetent in der EZB vertreten ist.

    Wir brauchen eine neue Bundesbank mit ihren alten Aufgaben und Politiker, die verstehen, dass sie Hausaufgaben zu erledigen haben. Es kann nicht sein, dass unsere Politiker sich weiterhin von Lobbyisten am Nasenring nach deren belieben durch die Arena führen lassen.

  • Mich würde mal interessieren, ob die griechische Regierung ebenso wie die deutsche Regierung versucht an die schweizer Schwarzgeldkonten ihrer Landsleute zu kommen?

    Um Griechenland zu helfen ist es offenbar politisch gewollter deutsches Steuergeld zu veruntreuen anstatt griechisches Schwarzgeld in der Schweiz zu finden und zu besteuern. Wo bleibt da Logik und Gerechtigkeit?

  • Was ist eigentlich Ihr Problem Sie Hampelmännchen???!!! Griechenland hat seinen Schuldenstand innerhalb von 10 Jahre nach dem ermogelten Eurobeitritt verdreifacht und zeigt keinerlei Willen, den eigenen Wohlstand auch selbst zu erwirtschaften....und Sie faseln hier irgendetwas von Goethe, Schiller und einer historischen Schuld der Deutschen???? Wenn ich mir die zunehmende Dreistigkeit der Griechen so anschaue, kann ich nur feststellen, dass mein Schuldbewusstsein gegenüber irgendwelchen historischen Ereignissen, die lange vor meiner Geburt lagen noch nie so schwach ausgeprägt war-quasi nicht vorhanden....ehrlich gesagt empfinde ich weitaus mehr Schuldbewußtsein dafür, dass wir nix gegen diese Merkel und ihren psychotischen Finanzminister unternehmen, der selbst 20 Jahre nach dem Attentat auf ihn noch keine psychische Betreuung in Anspruch genommen hat aber die Verantwortung für hunderte Millionen Menschen trägt (zukünftige Generationen mitgerechnet). Und die dreisten Griechen, die nach den größten Rettungspaketen der Geschichte für das unbedeutenste Land überhaupt von irgendwelchen Reparationszahlungen zu faseln anfangen....denen gehört endlich eine Lektion erteilt...bis jetzt ist jedem früher oder später das hämische Lachen vergangen, der sich an Deutschland vergangen hat...

  • Das Problem beim Zerbrechen der Eurozone sind in der Tat die Target 2-Salden. Oeconomicus bringt die Problematik auf den Punkt. Nun, die meisten Konzerne sind bereits so schlau alle Geldforderungen und Verbindlichkeiten in den einzelnen Ländern zum Ausgleich zu bringen, um bei einem Währungsschnitt eine neutrale Position einzunehmen.
    Das Hauptproblem sehe ich darin, dass nur der von der Einführung einer neuen Währung profitieren kann, der als erster vorprescht und den Zahlungsverkehr für ein paar Tage einfriert. Das Auslandesvermögen der Inländer wäre, soweit es Realkapital angeht, von einer Währungsreform nicht betroffen, was aber nicht die reinen Geldforderungen betrifft. Die würden abgewertet. Allerdings würden im Gegenzug alle Target 2-Forderungen bestandswirksam ausgebucht, ohne dass dies ertragswirksam wäre. Die neue Bundesbank wäre ganz einfach mit neuem Eigenkapital in neuer Währung auszustatten. Das Inlandsvermögen der Inländer (Sachvermögen und Geldvermögen)
    bleibt buchhalterisch neutral. Das Realvermögen der Inländer im Ausland bleibt erhalten. Das Geldvermögen der Inländer im Ausland bleibt außerhalb des Euroraumes erhalten, und wird nur in der Abwertungszone abgewertet.
    Die Bundesbank könnte dies buchhalterisch durch eine Vermögensgutschrift ausgleichen, was vollkommen problemlos wäre. Das Inlandsvermögen der Ausländer in Form von Forderungen wird einfach abgewertet, was einen Währungsgewinn für Deutschland beschert. Unter dem Strich kann man das Ganze so handhaben, dass trotz Untergehen der wertlosen target-Forderungen ein Währungsgewinn im Inland entsteht, der dem Eigenkapital der Bundesbank zugeführt werden könnte. Jetzt muss Angie zusammen mit Weidmann nur noch handeln, um die Nettoposition Deutschlands, die uns bisher den Verlust des halben Auslandsvermögens durch Target 2 beschert hat, auf plus/minus Null zu stellen.

  • HGL
    ja, das ist neu. Ist mir gestrn auch passiert und da war ich schon sehr erstaunt

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