Fehmarn-Tunnel Dänemark gibt grünes Licht

Aufatmen bei den Tunnelbauern: Die milliardenschwere Fehmarnbelt-Verbindung zwischen Dänemark und Deutschland ist wieder wahrscheinlicher geworden. In Kopenhagen steht eine politische Mehrheit weiter hinter dem Projekt.
Trotz höherer Kosten und vieler Verzögerungen steht Dänemark hinter dem Milliardenprojekt Fehmarnbelt-Tunnel. Quelle: dpa
Belt zwischen Fehmarn und Rödby

Trotz höherer Kosten und vieler Verzögerungen steht Dänemark hinter dem Milliardenprojekt Fehmarnbelt-Tunnel.

(Foto: dpa)

KopenhagenTrotz höherer Kosten und vieler Verzögerungen steht Dänemark weiter hinter dem Milliardenprojekt Fehmarnbelt-Tunnel. Das stellten die Parteien, die das Vorhaben unterstützen, am Freitag in Kopenhagen klar. Das Parlament habe grünes Licht für den weiteren Prozess gegeben, sagte Dänemarks Verkehrsminister Hans-Christian Schmidt nach einer Abstimmung. „Ich finde, dass dieses Projekt wieder in der richtigen Spur ist.“

Zuletzt hatten immer mehr dänische Politiker an der Umsetzung des rund 18 Kilometer langen Tunnels zwischen Puttgarden auf Fehmarn und der dänischen Insel Lolland gezweifelt. Durch Nachverhandlungen mit den Bauunternehmen konnte das Budget bei einer längeren Bauzeit aber zuletzt auf rund 7,1 Milliarden Euro gesenkt werden. Das hatte die Parteien besänftigt. Sie sprachen sich am Freitag dafür aus, endgültige Gespräche mit den Bauunternehmen zu führen.

Mehrere Unternehmen aus Deutschland sollen den geplanten Tunnel maßgeblich mitbauen. Wayss & Freytag, Max Bögl, Hochtief und Ed. Züblin gehören Konsortien an, die von der Planungsgesellschaft Femern A/S am Freitag als sogenannte bevorzugte Bieter für die Hauptverträge zu dem Projekt bekanntgegeben wurden. Zudem seien Unternehmen aus Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und Belgien beteiligt. Die endgültigen Verträge sollen im Mai unterschrieben werden.

Diese Bausünden kosten den Steuerzahler Milliarden
Sign is fixed next to main terminal at construction site of Berlin Brandenburg international airport Willy Brandt in Berlin
1 von 18

Flughafen Berlin Brandenburg (BER)

Massiv rügt der Bund der Steuerzahler das Missmanagement des neuen Großflughafens. Die Geschäftsführung beschäftige sich mit sich selbst und legt sich durch Fehden Steine in den Weg, statt sie zu verbauen, so der Bund der Steuerzahler. Alles in allem werden demnach durch das BER-Debakel entstandenen Kosten weit über die Planmarkt von 2,4 Milliarden Euro hinauswachsen und am Ende gar fünf Milliarden Euro überschreiben.

Uniklinik düsseldorf2
2 von 18

ZOM, Uniklinik Düsseldorf

Seit drei Jahren fertig, ist das Zentrum für Operative Medizin II (ZOM) der Universitätsklinik Düsseldorf für Ärzte und Patienten immer noch geschlossen. Die Gründe sich vielfältig: Zu lange Planungsphase und viele Umplanungen sind schuld und ließen die Kosten um fünf Millionen Euro anwachsen. Allein für Heizung, Reinigung und technische Wartung müssen die Steuerzahler etwa zwei Millionen Euro jährlich zahlen.

Forschungsinstitut Riems
3 von 18

Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Riems

Seit 2006 wird an dem Gebäudekomplex auf der Ostseeinsel gebaut, der erheblich teuer wird als geplant: 280 Millionen Euro sollten es ursprünglich sein, jetzt sind es 340 Millionen, die unter anderem in die 89 Labore und 163 Stallungen fließen.

Duisburger Museum Küppersmühle
4 von 18

Museum Küppersmühle, Duisburg

So sieht es aus, allerdings nur in der Computersimulation: In Dusiburg ist die Erweiterung des Museums Küppersmühle bereits fertig. Der Bund der Steuerzahler hat die Stadt und die Gebag auf Auskunft verklagt, weil sie die Kosten nicht hätten nennen wollten. Der Bund der Steuerzahler geht davon aus, dass das Kapitel auch in den folgenden Jahren im Schwarzbuch seinen Platz haben wird. Bei der spektakulären Museumserweiterung sollte ein 55 Meter langer Stahlquader als „neues Wahrzeichen des Ruhrgebiets“ auf die ehemalige Getreidemühle gesetzt werden. Der Entwurf stammt von dem Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron, das auch die Elbphilharmonie in Hamburg projektiert hatte.

Deutsches Theater München
5 von 18

Deutsches Theater, München

Aus dem Ruder gelaufen sind laut dem Bund der Steuerzahler auch die Kosten für die seit 2008 andauernde Sanierung des Deutschen Theaters in München (hier Archivfoto). Der Münchener Stadtrat hatte dafür ursprünglich ein Budget von 79,5 Millionen Euro genehmigt, mittlerweile ist das Projekt mit 94 Millionen veranschlagt. Schuld an der Kostenexplosion sind unter anderem zusätzliche Baumaßnahmen und eine Angleichung der Kosten an das aktuelle Preisniveau.

Bahnhof_Werdohl
6 von 18

Bahnhof, Werdohl

Auch in der Provinz kann es teuer werden. Ursprünglich sollte die Sanierung des Bahnhofes in Werdohl (Foto) knapp zwei Millionen Euro kosten. Dort sollten unter anderem das Stadtarchiv, das Stadtmuseum und eine Reihe von Gastronomen und Kultureinrichtungen einziehen. Mittlerweile geht man laut Bund der Steuerzahler schon von drei Millionen Euro Kosten aus. Im ersten Gutachten von 2007 seien wesentliche Kostenaspekte, etwa Denkmalschutzauflagen, nicht berücksichtigt worden.

(Bild. Wikipedia/Stefan Flöper)

BND-Zentrale Berlin
7 von 18

Zentrale des Bundesnachrichtendienstes, Berlin

Vom beschaulichen Pullach sollte der Bundesnachrichtendienst (BND) in die Hauptstadt ziehen. 2006 war Baubeginn, fertig sind die Gebäude (hier eines im Bild) bis heute nicht. 720 Millionen Euro sollten sie ursprünglich kosten, mittlerweile sind es 912 Millionen Euro.

Dänemark finanziert das Projekt weitgehend allein. Deutschland muss nur für die Hinterlandanbindung auf deutscher Seite aufkommen, die sich aber voraussichtlich verspätet. Die Baupläne für den Tunnel ziehen sich vor allem hin, weil die deutsche Genehmigung noch nicht vorliegt.

Wenn das bis 2019 nicht der Fall ist, bekommen die Bauunternehmen eine Entschädigung von 300 Millionen dänischen Kronen (rund 40 Millionen Euro), hieß es am Freitag. Die Eröffnung des Tunnels ist für 2028 geplant. „Jetzt müssen wir uns voll darauf konzentrieren, Kontakt zu den deutschen Behörden zu halten“, sagte Schmidt am Freitag.

Im Gegensatz zu Dänemark hatte es in Deutschland Tausende Einwendungen etwa von Naturschützern gegen den Tunnelbau gegeben. Diese rechnen weiter damit, dass sie das Mammutprojekt verhindern können. Der Naturschutzbund werde sich „mit allen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln“ gegen die Planungen wehren, teilte ein Nabu-Sprecher am Freitag mit.

  • dpa
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%