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Feier zu Landung der Amerikaner in Normandie Briten und Franzosen begrüßen Schröders Teilnahme am D-Day

Im Ausland stößt die Teilnahme von Bundeskanzler Schröder an den D-Day-Feierlichkeiten auf viel Zustimmung. Sowohl der britische Außenminister als auch die Mehrheit der Normannen begrüßen sie.

HB BERLIN. Der britische Außenminister Jack Straw hat die Teilnahme von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestages des D-Day als «Symbol für den weiten Weg, den Europa zurückgelegt hat», begrüßt. «Jetzt haben wir den Krieg auf unserem Kontinent endgültig hinter uns gelassen», schrieb Straw in einem Beitrag für die «Berliner Zeitung».

Schröder selbst schrieb in der «Bild»-Zeitung, der Sieg der Alliierten sei «kein Sieg über Deutschland, sondern ein Sieg für Deutschland gewesen». Schröder erklärte, die Deutschen könnten dieses Datums «erhobenen Hauptes gedenken». Niemand verlange von der Bundesrepublik, dass sie sich schuldig fühle für die Verbrechen eines unsäglichen Regimes. «Aber wir tragen Verantwortung vor unserer Geschichte und für unsere Geschichte.»

Die Schriftsteller Walter Kempowski und Ralph Giordano und der Journalist Peter Scholl-Latour schlossen sich der Kritik von Unionspolitikern an. Sie hielten es für besser, wenn Schröder in Frankreich auch einen Friedhof besuchte, auf dem nur deutsche Soldaten begraben liegen, sagten sie der «Bild»-Zeitung.

Der Historiker Reinhard Rürup sagte der «Bild»-Zeitung dagegen: «Der D-Day wird begangen als ein Tag der entscheidenden Wende im Kampf gegen das Dritte Reich. An einem solchen Tag kann man nicht diejenigen besonders würdigen, die das Dritte Reich verteidigt haben.»

Schröder wird in Frankreich einen Kranz am Grabmal eines unbekannten deutschen Soldaten niederlegen sowie einen Friedhof besuchen, auf dem alliierte Soldaten und auch 300 deutsche Soldaten begraben sind. Den großen deutschen Friedhof in La Cambe will Schröder nicht besuchen, weil dort auch SS-Leute bestattet sind.

In der Normandie wird die Teilnahme Schröders an den Feierlichkeiten ebenfalls sehr positiv ausgenommen. Eine klare Mehrheit von 83,6 Prozent der Bewohner der Region begrüßt die Teilnahme Schröder. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts PTC aus Rouen.

Am Samstag wurden in Paris bereits 99 ehemalige US-Soldaten mit einer Aufnahme in die französische Ehrenlegion ausgezeichnet. Ein 100. Veteran, Charles Hostler aus San Diego, wird am Sonntag im Rahmen der Hauptzeremonie in Arromanches am Gold-Beach von Staatspräsident Jacques Chirac zum Mitglied der Ehrenlegion ernannt. Die Veteranen waren am Freitag mit einem roten Teppich auf dem Flughafen in Paris empfangen worden. Sie werden umsonst in Luxushotels in der französischen Hauptstadt untergebracht.

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