Feier zur Armeegründung Nordkorea hält größte Militärübung ab

Das Säbelrasseln um Nordkorea wird lauter. Pjöngjang lässt zum Jahrestag der Armee Hunderte Geschütze abfeuern. Derweil läuft im südkoreanischen Hafen Busan ein US-Atom-U-Boot ein. Zudem schickt Washington Zerstörer.
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„Unsere nuklearen Kräfte stehen bereit“

„Unsere nuklearen Kräfte stehen bereit“

SeoulAm Jahrestag der nordkoreanischen Armee haben beide Seiten im Korea-Konflikt mit großen Manövern Stärke demonstriert. Dem südkoreanischen Militär zufolge verzichtete der Norden am Dienstag zwar auf einen befürchteten Atom- oder Raketentest. Allerdings habe das Land den 85. Jahrestag der Gründung seiner Volksarmee mit einer Artillerie-Übung in der Region Wonsan an der Ostküste begangen. Es sei die größte jemals vorgenommene Übung in dem kommunistischen Land gewesen, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise.

Die südkoreanische Marine hielt ihrerseits mit Beteiligung von US-Zerstörern ein Manöver vor der Westküste der Halbinsel ab. Zudem lief das US-Atom-U-Boot „Michigan“ im südkoreanischen Hafen Busan ein. Der Kampfverband um den US-Flugzeugträger „Carl Vinson“ hielt nach amerikanischer Darstellung weiter Kurs auf Korea. Die Regierung in Pjöngjang lobte in den Staatsmedien die Schlagkraft ihrer Atomstreitmacht.

In den USA und Südkorea war spekuliert worden, dass Nordkorea als Teil der Feiern einen Atom- oder Raketentest vornehmen könnte. Dies hatte angesichts der zunehmenden Spannungen auf der Halbinsel für Unruhe an den Märkten gesorgt. In einem Kommentar der staatlichen nordkoreanischen Zeitung „Rodong Sinmun“ wurden am Dienstag die „verschiedenen Präzisions- und Miniatur-Kernwaffen“ der Armee gefeiert. Die Streitkräfte stünden bereit, „die Geschichte der amerikanischen Ränkespiele und atomaren Erpressung zu Ende zu bringen“.

Militärparade als Geburtstagsgeschenk
Feierlichkeiten in Pjöngjang
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Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-Un winkt in Pjöngjang. Zu Ehren des 105. Geburtstags seines Großvaters und Staatsgründers Kim Il Sung findet im Stadtzentrum der nordkoreanischen Hauptstadt eine Militärparade statt. Kim ist sichtbar erfreut.

Der Staat ist überall
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Plakate des Staatsgründers Kim Il-Sung (l.) und des letzte Staatsführers Kim Jong-Il (r.) werden auch noch nach ihrem Tod verehrt und sind im alltäglichen Leben – und natürlich auch während der Feierlichkeiten – allgegenwärtig.

Armee im Stechschritt
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In Reih und Glied marschieren die Soldatenmassen im Stechschritt und mit der roten Flagge durch die nordkoreanische Hauptstadt.

Militärparade in Pjöngjang
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Die Armee ist ihrem Führer Kim Jong-Un tief ergeben und schaut zu ihm auf. Kim regiert sein Land mit eiserner Hand und setzt auf internationale Abschreckung und Provokationen.

Raketentest
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Zuletzt provozierte das Regime mit dem Test der ballistische Mittelstreckenrakete Pukguksong-2.

Militärische Stärke zeigen
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Natürlich protzt das Regime auch während des höchsten Feiertages mit seiner militärischer Stärke und stellt schweres Gerät zur Schau. Das soll zeigen: Nordkoreanische Raketen könnten das amerikanische Festland erreichen.

Frauen in der Armee
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In der nordkoreanischen Volksarmee dienen auch viele weibliche Soldaten. Ähnlich wie ihre männlichen Kollegen marschieren auch sie in Reih und Glied.

Parallel zum militärischen Vorgehen in der Region nahm auch der diplomatische Druck auf Nordkorea zu. Vertreter der USA, Südkoreas und Japans erklärten nach einem Treffen, China – Nordkoreas einziger größerer Verbündeter – müsse eine Schlüsselrolle spielen und könne den Norden über ein Öl-Embargo unter Druck setzen. Zudem sei diskutiert worden, wie Russland eingebunden werden könne. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe soll sich nach russischen Angaben am Donnerstag mit Präsident Wladimir Putin treffen. Details wurden nicht bekannt. Für Freitag wurde eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zu Nordkorea angesetzt. Sie soll von US-Außenminister Rex Tillerson geleitet werden.

Bereits am Mittwoch soll Tillerson zusammen mit Verteidigungsminister James Mattis in einem ungewöhnlichen Schritt den gesamten Senat in Washington über die Lage unterrichten. Präsident Donald Trump hat Nordkorea als Problem bezeichnet, „das wir endlich lösen müssen“ und einen Militärschlag nicht ausgeschlossen. Er will nach eigener Darstellung unter allen Umständen verhindern, dass Nordkorea die Fähigkeit zu einem Atomangriff auf die USA erlangt. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums rief unterdessen alle Beteiligen erneut auf, gemeinsam eine friedliche Lösung zu finden.

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  • dpa
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  • Gibt es eine Schule in N-Korea für Landesverteidigung. Ein Land das seine Grenzen nicht verteidigen kann könnte doch dort etwas lernen.

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