Festnahmen am Flughafen Israel verweigert Aktivisten die Einreise

Israel bremst neue Proteste gegen die Blockadepolitik im Westjordanland. Pro-palästinensische Aktivisten sitzen auf dem Flughafen Ben Gurion in Abschiebehaft. Für andere endete die Reise bereits vor dem Abflug.
9 Kommentare
Mitglieder der Bewegung „Willkommen in Palästina“ am Flughafen Ben Gurion. Quelle: AFP

Mitglieder der Bewegung „Willkommen in Palästina“ am Flughafen Ben Gurion.

(Foto: AFP)

Tel AvivIsrael hat Dutzenden pro-palästinensischen Aktivisten die Einreise verweigert. Am internationalen Flughafen Ben Gurion seien rund 30 ausländische Staatsbürger in Abschiebehaft genommen worden, sagte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld am Sonntag. Die meisten von ihnen seien Franzosen. Der israelische Rundfunk berichtete von 40 Festnahmen. Sie sollen so schnell wie möglich in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden.

Über das Vorgehen der Beamten in Tel Aviv regte sich Protest. Es handle sich um eine „erneute illegale Prozedur“, erklärten die Organisatoren der Protest-Aktion „Willkommen in Palästina“. Demnach mussten einreisende Passagiere eine Erklärung unterschreiben, dass sie „keinen Kontakt zu Mitgliedern pro-palästinensischer Organisationen haben und nicht mit solchen kooperieren“.

Doch genau aus diesem Grund kamen die Aktivisten: Sie wollten sich ein Bild von der Lage im Westjordanland machen. Ziel der Initiatoren ist es, auf die eingeschränkte Bewegungsfreiheit in dem Palästinensergebiet aufmerksam zu machen. Zu der Aktion, die noch bis zum 22. April läuft, hatten sich rund 1500 Aktivisten angekündigt, darunter allein 600 Franzosen. Sie wollen von Israel aus nach Bethlehem im Westjordanland gelangen, um dort eine internationale Schule einzuweihen. Eine ähnliche Aktion fand bereits 2010 und 2011 statt. Einer kleinen Gruppe war es dabei jeweils gelungen, ins Westjordanland zu gelangen.

Israel sieht die internationalen Aktivisten hingegen als Unruhestifter und hat sich seit Tagen sorgfältig auf die Protestaktion vorbereitet. Etwa 650 Polizisten waren schon in den frühen Morgenstunden am Flughafen im Einsatz, um sie abzufangen.

Zahlreichen Aktivisten wurde allerdings schon vor Abflug die Reise nach Israel verwehrt. In der Schweiz und in Frankreich wurden jeweils mehr als 50 Aktivisten daran gehindert, an Bord ihrer Maschinen zu gelangen. Am Genfer Flughafen veranstalteten einige von ihnen daraufhin einen Sitzstreik, wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda berichtete. Auch in Rom hinderten die Behörden sieben Personen daran, an Bord ihres Flugzeuges zu gehen.

Ein französischer Aktivist hat es in die Stadt Bethlehem geschafft. Quelle: AFP

Ein französischer Aktivist hat es in die Stadt Bethlehem geschafft.

(Foto: AFP)

Mehrere hundert Menschen demonstrierten am Sonntag auf verschiedenen europäischen Flughäfen, darunter auch in Paris und Brüssel. Einige von ihnen warfen ihren Regierungen und nationalen Fluggesellschaften vor, mit Israel zu „kollaborieren“. Viele schwenkten Palästinenserflaggen und protestierten in Sprechchören gegen die israelische Blockadepolitik im Westjordanland.

Mehrere internationale Fluggesellschaften wie die Lufthansa hatten nach israelischen Medienberichten schon im Voraus Dutzende von Flugtickets storniert. Israel hatte ihnen eine Schwarze Liste mit den Namen von Personen übermittelt, die nicht einreisen dürfen.

Die israelischen Behörden hielten für die Aktivisten, denen dennoch die Ankunft auf dem Flughafen Ben Gurion gelang, einen ironisch formulierten „Willkommensbrief“ bereit. Darin fordert Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Aktivisten auf, sich lieber um die „richtigen Probleme in der Region“ zu kümmern. Als Beispiel nannte er die Krise in Syrien, die Unterdrückung der iranischen Opposition durch die dortige Führung sowie das Vorgehen der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen. „Danach könnt Ihr wiederkommen und eure Erfahrung mit uns teilen“, hieß es weiter.

Auch vier israelische Friedensaktivisten wurden am Flughafen bei Tel Aviv festgenommen. Sie hielten ein Schild in die Höhe, auf dem „Willkommen in Palästina“ stand. Israels Verkehrsminister Israel Katz hatte im Vorfeld zur Begründung gesagt, der jüdische Staat könne es sich „nicht erlauben, Provokateure ins Land zu lassen“. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte Israel mehreren hundert Aktivisten die Einreise verwehrt, war dafür jedoch kritisiert worden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
  • afp
Startseite

Mehr zu: Festnahmen am Flughafen - Israel stoppt Palästina-Aktivisten

9 Kommentare zu "Festnahmen am Flughafen: Israel stoppt Palästina-Aktivisten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Friedensaktivisten" hinterlassen Hakenkreuz
    TEL AVIV (inn) - Nationalsozialistische Schmiererei: Pro-palästinensische Aktivisten haben in einer Verwahrzelle am israelischen Ben-Gurion-Flughafen ein Hakenkreuz an die Wand gemalt. Sie wollten am Sonntag an der Protestaktion "Willkommen in Palästina" teilnehmen, durften aber nicht nach Israel einreisen.

    Die Schmiererei wurde entdeckt, nachdem zwei Aktivisten aus Frankreich und Spanien aus dem Gebäude entfernt worden waren. "Dies war das Geschenk, das die 'Friedensaktivisten' Israel hinterlassen haben", zitiert die Tageszeitung "Yediot Aharonot" eine Quelle in der Einwanderungsbehörde. Die beiden Aktivisten wurden am Montag in ihre Ursprungsländer zurückgeschickt.

    Insgesamt hatte Israel am Ben-Gurion-Flughafen 79 ausländischen Demonstranten die Einreise verweigert. Zahlreiche weitere Aktivisten konnten ihren Flug erst gar nicht antreten, weil die Fluggesellschaften sie nicht an Bord ließen. Damit kamen sie einer Aufforderung der israelischen Behörden nach.

  • Es ist doch schon komisch ob jetzt oder letztes Jahr. Bürger die in der Regel friedlich sind dürfen nicht nach Israel einreisen wenn sie Pro Palästinensisch sind.
    Bürger die auf Seiten der radikalen Sieder sind dürfen aber einreisen. Wie im letzten ja wo die Jewish Defense League in Frankreich 55 Menschen „rekrutierte“ die dann in Siedlungen im Westjordanland bewaffnet wurden. Und die Jewish Defense League wurde vom FBI als rechtsextreme terroristische Gruppierung eingestuft.

    Es ist schon komisch wer nach Israel einreisen darf und wer nicht. Meiner Meinung nach läuft im Staat Israel einiges schief.

  • Naja - dann lassen sie doch alle Radikalislamischen "Gruppen " wie Salafisten ,Hamas,Hisbollah,Muslimbrüder ,alle Rechten Gruppen die zur Gewalt neigen und natürlich die Linken radikalen auch einreisen .
    Warum kontrollieren sie dann ihre Flughäfen , Bahnhöfe oder Überseehäfen und warum vergeben sie dann Visa für bestimmte Länder ?
    Glauben sie das ist in Israel anders ? Die wollen auch keine radikalen Gruppen aus welchem lager auch immer die nur ein ziel haben , Terror ,Gewalt , Radau mit allen mitteln

  • Das ist eine dokumentierte Tatsache....
    --------------------
    Na dann zeigen sie uns das Dokument doch mal !

    Danke !

  • Israels angeblicher Erzfeind, die Terrorgruppe Hamas, wurde von Israels herrschender Likud-Partei gegründet.

    Und finanziert wird sie bis in diese Tage von jenen politischen Institutionen mit Geld überhäuft, die eine Eine-Welt-Regierung vorantreiben. Das ist nicht meine Meinung und ich bresche hier nicht mit einer exklusiven Geschichte hervor.

    Das ist eine dokumentierte Tatsache, die von Mainstream-Medien berichtet und von angesehenen Leuten in den Regierungen der USA und Israels und von Geheimdiensten veröffentlicht wurde."

  • Quidquid id est timeo Iudaei et dona ferentes - Eher hätten wir Griechen ein Anrecht nach 'Syria Palaistine' zurückzukehren, als dass 90 Prozent der Weltjuden einen Berber als biologischen Vorfahren hätten. Nicht nur Gaza, Aschkalon, Gat, Aschdod, Ekron waren über Jahrhunderte griechische Sadtstaaten. Wir haben der Region den Namen gegeben. Nichtsdestotrotz sei daran erinnert, dass es Israel war, welches die Hamas unterstützte um der gemäßigte PLO die Basis zu nehmen.

  • Juden erheben den Anspruch auf Palästina, mit der Begründung: „Wir kommen nicht nach Palästina, wir kehren zurück“. Nach den obigen kurzen Ausführungen ist diese Behauptung bar jeder Bedeutung. Dies bekommt eine plastische Vorstellungsdimension, wenn man sich die Frage stellt:

    „Kann Samy Davis jr., ein zum Judentum konvertierter berühmter (Sänger und Schauspieler) schwarzer Amerikaner, Anspruch auf Palästina erheben und behaupten, „er käme nicht nach Palästina, sondern er kehre dorthin zurück?“

  • Da muss man garnicht viele Worte zu verlieren.
    Die selbsternannte "einzige Demokratie im nahen Osten" ist doch in der Wahl ihrer innenpolitischen Mittel den "undemokratischen Regimen" sehr viel ähnlicher als ihr lieb ist.

  • Irgendwann wir die freie Welt diese Kriegsverbrecher ausstoppen. Mein Israel wirklich, dass sie anderen Menschen wie Dreck behandeln dürfen?

    Wer hat ihnen das Land denn gegeben?
    Ekelhaft, wie die sich verhalten

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%