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Finanzmärkte Die Märkte trauen dem neuen Handelsfrieden zwischen USA und China nicht

Der Handelsstreit zwischen China und den USA entspannt sich angeblich. Für die Anleger reicht das noch nicht aus. Aber Trump kann auf die Fed setzen.
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Eine Entspannung an den Finanzmärkten lässt trotz Teilabkommen weiter auf sich warten. Quelle: dpa
Börsenhändler an der New Yorker Börse

Eine Entspannung an den Finanzmärkten lässt trotz Teilabkommen weiter auf sich warten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Euphorie sieht anders aus: In der Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen den USA und China hatten die Anleger an der Wall Street am Freitag zunächst auf ein weitreichendes Ergebnis gesetzt. Am Ende behielten Experten wie Rolf Schaeffer von der LBBW recht, die meinten, dass ein umfassender Deal „wohl nicht erreichbar“ sei. Insbesondere die chinesische Seite spiele auf Zeit. So blieb es bei einem „Interimsdeal“, auch wenn US-Präsident Donald Trump das Ergebnis der Verhandlungen lobte.

Den Anlegern reichte das nicht. Der Dow Jones gelangte zwar zeitweise in die Reichweite des im Juli markierten Rekordstandes von 27 398 Zählern. Doch zum Handelsschluss blieb es bei einem Kursgewinn von 1,21 Prozent auf 26 816,59 Punkte. Dank des dritten Gewinntags in Folge erreichte der Aktienindex immerhin ein Wochenplus von 0,91 Prozent.

Mit der Teileinigung ist die für die neue Woche geplante Erhöhung der Strafzölle vom Tisch. Das sei positiv, urteilen Marktteilnehmer. Beide Seiten seien offenbar an einer Eskalation nicht interessiert. Es blieben aber viele Fragen ungeklärt, eine umfassende Vereinbarung sei nicht in Sicht. Zentrale Fragen wie der Umgang der USA mit dem chinesischen Telekommunikationskonzern Huawei blieben offen. Auch die von den USA kritisierten angeblichen Währungsmanipulationen sind weiter ein strittiger Punkt.

Mark Haefele von der UBS warnt vor zu großen Hoffnungen. China werde keiner Vereinbarung zustimmen, die den Yuan deutlich aufwerten würde. Bereits jetzt schwäche sich die Wirtschaft ab. Ein härterer Yuan würde den bereits starken Gegenwind verschärfen.

Da eine Rücknahme der bereits verhängten Zölle gegenüber China erst einmal nicht zu erwarten ist, bremst das die Konjunktur. Für Trump ist das ungünstig, denn das Rezessionsrisiko steigt. Dass die wirtschaftlichen Perspektiven sich weltweit verschlechtert haben, machte die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, deutlich. Für sie befindet sich die Welt im „synchronisierten Abschwung“.

Fed-Bericht nächste Woche

„Der IWF sieht in 90 Prozent der Welt einen rückläufigen Wachstumstrend“, sagt Robert Greil vom Bankhaus Merck Finck. „Wir erwarten daher, dass er in der neuen Woche zum fünften Mal in Folge seine weltweite Wachstumsprognose reduziert.“ Er rechnet global mit einem etwa dreiprozentigen Wirtschaftswachstum in Richtung 2020.

Mitte nächster Woche veröffentlicht die US-Notenbank Fed ihren Konjunkturbericht für die USA. Nach Ansicht von Bernd Weidensteiner von der Commerzbank wird er zeigen, dass sich der US-Arbeitsmarkt ganz gut hält und der Wohnungsbau wieder anzieht. Doch die Stimmung der US-Firmen habe sich weiter eingetrübt, urteilt die Bank, wobei die seit Längerem schwierige Lage der Industrie „allmählich die Dienstleister in Mitleidenschaft zieht“.

Aber Trump kann auf die Fed setzen. Sie werde wegen des Handelskonflikts die Leitzinsen auf der Sitzung Ende Oktober erneut senken, urteilen Beobachter. Die Markterwartungen haben sich verfestigt. Analysten rechnen mit einer Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt auf 1,50 bis 1,75 Prozent.

Für Luca Paolini, Chefstratege bei Pictet Asset Management, ist „der Handel das größte Problem der Wirtschaft“. Zwar konsumierten die Verbraucher weiter, aber die Exporteingänge fielen angesichts höherer Zölle und anderer protektionistischer Maßnahmen. Er untergewichtet Aktien und Anleihen und setzt auf sichere Anlagen.

Mehr: Die USA und China bewegen sich im Handelsstreit aufeinander zu. Neue Strafzölle werden vorerst ausgesetzt, doch der Weg zu einem echten Abkommen ist weit.

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