Finanzmarkt Unions-Fraktion will Deutschland ansprechender machen

Die Unions-Fraktion möchte den Finanzschauplatz Deutschland für Banken und andere Handelsunternehmen attraktiver machen. Auslöser ist das Brexit-Votum. Eine deutliche Senkung der Unternehmenssteuer lehnt sie jedoch ab.
Kommentieren
Für die Unions-Fraktion ist es wichtig, dass Deutschland für Banken und Handelsunternehmen ansprechender wird. Quelle: dpa
Nach dem Brexit

Für die Unions-Fraktion ist es wichtig, dass Deutschland für Banken und Handelsunternehmen ansprechender wird.

(Foto: dpa)

BerlinNach der Brexit-Entscheidung in Großbritannien will die Unions-Fraktion den Finanzplatz Deutschland für Banken und andere Handelsunternehmen attraktiver machen. Vize-Fraktionschef Ralph Brinkhaus sagte am Donnerstag in Berlin, so müsse überlegt werden, ob es beim Kündigungsschutz Sonderregeln für sehr gut verdienende Angestellte wie Börsenhändler geben könnte.

Außerdem sollten Finanzmarktteilnehmer mit der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin leichter in Englisch kommunizieren können. Ein Steuer- und Regulierungsdumping solle es aber hierzulande nicht geben.

„Wir müssen über die Qualität des Finanzstandortes Deutschland sprechen“, sagte Brinkhaus. Für internationale Finanzunternehmen sei es ein Problem, dass für ihre Angestellten das deutsche Arbeitsrecht gelte, auch wenn diese ein Grundgehalt von 300.000 oder sogar 500.000 Euro verdienten. Denkbar sei etwa, dass das Kündigungsschutzrecht in solchen Fällen vertraglich anders geregelt werde könnte.

Gesprochen werde müsse aber auch über die bessere Möglichkeit, Kinder in Frankfurt auf internationale Schulen zu schicken, was für Mitarbeiter von Finanzunternehmen ein wichtiger Faktor sei. Solche Maßnahmen seien besser als in einen Wettbewerb um die niedrigsten Steuersätze und Regulierungsstandards einzusteigen, um Unternehmen, die wegen des EU-Austritts Großbritannien verlassen wollten, nach Deutschland zu holen, sagte Brinkhaus. Eine konkrete gesetzliche Initiative gebe es allerdings noch nicht.

Das sind die größten Netto-Zahler der EU
Platz 10: Finnland
1 von 10

17 von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union bekommen mehr Geld aus Brüssel, als sie in die Gemeinschaftstöpfe einzahlen. Erster nennenswerter Nettozahler ist Finnland. Der Euro-Musterschüler zahlte 2014 immerhin 809 Millionen Euro mehr gen Brüssel als es an Leistungen erhielt. Pro Kopf liegt der Fehlbetrag bei 148,4 Euro, das wäre dann Platz 5 unter den Netto-Zahlern der EU.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung, bpb.de, Stand: Juni 2016

Zur Datenerhebung: Auf der Ausgabenseite werden nur die in den Mitgliedsstaaten zurechenbaren Ausgaben berücksichtigt und außerdem die Verwaltungsausgaben abgezogen. Von diesen sogenannten operativen Ausgaben je Mitgliedsland wird der angepasste nationale Beitrag abgezogen. Zur Berechnung des angepassten nationalen Beitrags wird der Anteil jedes Landes an den nationalen Beiträgen insgesamt ermittelt. Mit diesem Anteil werden die gesamten operativen Ausgaben der EU-27 multipliziert. Diese Berechnung erlaubt einen Vergleich zwischen den Mitgliedsstaaten.

Platz 9: Dänemark
2 von 10

Die Nord-Europäer sind Mitglied der Europäischen Union, nicht aber der Euro-Zone. Vielleicht auch, weil sie bereits als EU-Mitglied kräftig für die Mitgliedsstaaten zahlen dürfen. 2014 zahlte die Regierung in Kopenhagen 836 Millionen Euro mehr an die Organe der EU als das Land und seine Regionen aus den Fördertöpfen erhielten. Die Summe somit wie auch für Finnland in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Pro Kopf zahlen die Dänen 148,80 Euro für die EU, das wäre im Pro-Kopf-Ranking Platz 4.

Platz 8: Österreich
3 von 10

Österreich zählt seit Jahren zu den Nettozahlern der EU. Die Alpenrepublik musste 2014 1,25 Milliarden Euro an Brüssel mehr überweisen, als an Unterstützung zurückfloss. Schon vor Jahren stießen in Wien die Sonderrabatte für Großbritannien auf Ablehnung. „Es darf nicht so sein, dass einige Staaten sehr wohl einen Rabatt eingeräumt bekommen, aber Österreich soll hier schlechter gestellt werden“, so seinerzeit der österreichische Außenstaatssekretär Reinhold Lopatka. Seitdem hat sich der Nettozahlbetrag für Österreich nochmals verdoppelt. Pro-Kopf gerechnet steuerte jeder Österreicher netto 145,80 Euro für den EU-Haushalt bei, das wäre Platz sechs der Nettozahler.

Platz 7: Belgien
4 von 10

Belgien ist Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, dem Vorgänger der Europäischen Union. Im Durchschnitt zahlte Belgien zwischen 2004 und 2010 938 Millionen Euro mehr an die Staatengemeinschaft, als es durch Ausgleichs- und Subventionszahlungen erhielt. 2014 lag der Betrag mit 1,48 Milliarden Euro sogar deutlich über dem belgischen Durchschnittswert. Pro-Kopf kostete die EU die Belgier 131,9 Euro – der siebthöchste Wert in der EU.

Platz 6: Schweden
5 von 10

Schweden ist mittlerweile der sechstgrößte Nettozahler der Europäischen Union. 2,31 Milliarden Euro flossen 2014 mehr von Stockholm nach Brüssel als umgekehrt. Ob das Land seine Rechnung in Euro oder in der Nationalwährung – der Schwedischen Krone – überweist, ist nicht bekannt. Pro-Kopf tragen die Schweden die zweithöchste Finanzierunglast: 239,8 Euro zahlt der Schwede netto in die EU-Töpfe.

Platz 5: Italien
6 von 10

Das Euro-Krisenland kämpft gegen hohe Schulden und Misstrauen an den Anleihenmärkten. Dass die Regierung in Rom trotzdem zu den Nettozahlern der EU gehört, hat sich dennoch nicht geändert. Eine Lücke von 4,47 Milliarden Euro klafft zwischen Italiens Zahlungen und Rückerstattungen aus Brüssel. Pro-Kopf ist die Belastung allerdings die geringste unter den zehn Nettozahler-Ländern. Jeder Italiener muss 73,50 Euro im Jahr für die EU aufbringen.

Platz 4: Niederlande
7 von 10

Das kleine Land ist extrem exportabhängig und profitiert von den offenen Märkten. In Den Haag sitzen Europol, die europäische Polizeibehörde, und die Justizbehörde der Europäischen Union Eurojust. Dennoch fließen kaum Mittel in das Königreich. Netto zahlten die Niederlande 2009 noch 1,488 Milliarden Euro mehr an Brüssel, als das Land aus den Fördertöpfen erhielt. Das waren 90,20 Euro pro Kopf. Bis 2014 stieg der Beitrag auf 4,71 Milliarden Euro. Pro-Kopf gerechnet, tragen die Niederländer die höchsten Lasten der EU mit 279,90 Euro. Auch gemessen am Bruttoinlandsprodukt zahlt kein Land netto mehr in die EU ein, nämlich 0,71 Prozent des BIP.

Um die Wirtschaft nach dem beschlossenen Ausstieg aus der EU zu stützen, hatte die britische Regierung eine deutliche Senkung der Unternehmenssteuern angekündigt. Dies war in der Bundesregierung auf breite Kritik gestoßen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Finanzmarkt: Unions-Fraktion will Deutschland ansprechender machen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%