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Finanzminister-Treffen Bruno Le Maire – ein Staatspräsident für Frankreich?

Derzeit ist der französische Finanzminister Gastgeber für die G7-Kollegen. Langfristig will er Staatspräsident werden. Er weiß, worauf es ankommt.
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Frankreichs Finanzminister hat ehrgeizige Pläne. Quelle: Bloomberg
Bruno Le Maire

Frankreichs Finanzminister hat ehrgeizige Pläne.

(Foto: Bloomberg)

Paris Mit Pferdestreicheln beginnt Gastgeber Bruno Le Maire das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der großen Industriestaaten (G7). Der 50-Jährige war lange genug Landwirtschaftsminister, um zu wissen, welche Bilder in seiner Heimat zählen. Deshalb nimmt er sich im Pferdestall von Chantilly, der die Dimensionen einer romanischen Kirche hat, ausgiebig Zeit für die Vierbeiner.

Bevor der französische Finanzminister ins benachbarte Schloss wechselt, setzt er seine Botschaft für die Medien ab: „Der Kapitalismus ist in einer Sackgasse, die Ungleichheit nimmt zu, dagegen müssen wir angehen.“ Möglicherweise gäbe es bessere Symbole dafür als der 50 Kilometer nordöstlich von Paris gelegene Prachtbau aus dem 16. Jahrhundert.

Gerechtere Besteuerung, bessere Chancen für Frauen, die Kontrolle von Kryptowährungen wie das Facebook-Projekt Libra – für all das will Le Maire kämpfen, wie er verspricht. Zur privaten Kunstwährung äußert er sich härter als zuvor: „Die Bedingungen für eine Zulassung der Libra sind nicht gegeben.“ Zu klassischen Finanzthemen wie dem befürchteten Währungskrieg zwischen den USA und Europa verliert er hingegen kaum ein Wort: „Ich werde souveräne Entscheidungen der USA nicht kommentieren.“

Da bleibt Le Maire ganz Diplomat; eine Kollision mit seinem US-Kollegen Steven Mnuchin will er vermeiden. Auch die im Raum stehende Drohung der USA, ein Verfahren gegen die französische Digitalsteuer einzuleiten, entfaltet kein Streitpotenzial. Gemeinsam stellt man sich vor die Kameras, äußern mag sich keiner der beiden.

Mit der kriselnden Konservativen Partei hat Le Maire gebrochen, seit er sich 2017 direkt nach der Wahl Emmanuel Macron anschloss, obwohl er im Denken konservativ geblieben ist. Immer wieder wird er für internationale Posten wie den des IWF-Chefs ins Gespräch gebracht. Er selbst jedoch beteuert, er wolle Minister bleiben. Dafür hat er einen Grund: Er hat seinen Traum, Staatspräsident zu werden, noch nicht aufgegeben.

Selbst falls Macron 2022 wiedergewählt wird, wäre Le Maire noch jung genug, um ihm zu folgen. 2017 allerdings scheiterte er, noch steif im Auftreten, in der Vorwahl. Inzwischen hat er dazugelernt, kann mit klaren Botschaften für Europa auch große Säle begeistern. Kein anderer Franzose kennt sich in Deutschland und der deutschen Politik so gut aus wie er – und spricht so gut Deutsch. Le Maire hat ein großes Vorbild: Ex-Präsident Jacques Chirac. Der hat auch mal als Landwirtschaftsminister angefangen.

Mehr: Frankreichs Pläne für eine Digitalsteuer provozieren Widerstand in den USA. Trump eröffnet im Handelsstreit eine neue Front.

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