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Finanztransaktionssteuer Mainhattan bläst zum Gegenangriff

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14 000 Euro Steuer für einen durchschnittlichen Riestervertrag

Doch Banken, Börsenbetreiber und Fondsgesellschaften halten die Finanztransaktionssteuer nicht nur wegen der drohenden Schädigung des Finanzplatzes Europa für verfehlt. Sie argumentieren, dass eben nicht nur der spekulative Hochfrequenzhandel getroffen werde, auf den die Gesetzgebung zielt und der 40 Prozent der Marktliquidität in Europa ausmacht. Unter der Steuer würden auch Kleinsparer leiden, die zum Beispiel mit einem Fondssparplan fürs Alter vorsorgen wollen.

„Die vorgesehenen Lenkungseffekte werden nicht eintreten, da professionelle Investoren über genügend Gestaltungsmöglichkeiten verfügen, die Steuer zu umgehen“, kritisiert Emmerich Müller, der beim Bankhaus Metzler das Privatkundengeschäft verantwortet. Dafür würden Kleinsparer umso mehr belastet.

So würde ein durchschnittlicher Riester-Fondssparer, der 40 Jahre lang monatlich 100 Euro einzahlt, nach Berechnungen des Fondsanbieters Union Investment mehr als 14 000 Euro Finanztransaktionssteuer zahlen. Der Gesetzgeber müsse deshalb dafür sorgen, dass Privatanleger von der Steuer ausgenommen werden, fordert Christoph Boschan, Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse in Stuttgart: „Sie haben die Finanzkrise nicht verursacht, tätigen ihre Investitionen aus bereits versteuertem Einkommen und entrichten bereits die Kapitalertragsteuer.“

Metzler-Partner Emmerich weist aber noch auf einen anderen Nachteil der Steuerpläne von Merkel und Sarkozy hin: Eine Finanztransaktionssteuer würde der in Deutschland ohnehin nicht besonders ausgeprägten Aktienkultur schaden, glaubt er. Die sei aber wichtig, um Unternehmen mit Kapital zu versorgen. Mit ihren Steuerplänen könnte die Politik also etwas heraufbeschwören, was sie mit ihrer bisherigen Anti-Krisen-Politik vermieden hat: eine Kreditklemme.

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66 Kommentare zu "Finanztransaktionssteuer: Mainhattan bläst zum Gegenangriff"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • bezüglich der besseren indexfonds informieren sie sich bitte nochmal genau, wie der der einzelne anbieter diese Indexfonds konstruiert. In vielen dieser fonds ist nicht 1zu1 der index abgebildet sondern ne ganze menge kurioser derivastekonstrukte enthalten, die in der risikoerwartung den index abbliden. Sie können dann nämlich durchaus währunsderivate auf Yen in einem Dax konstrukt haben. Und darauf haben sie dann ja auch wieder die Steuer, ( Wegen der erhöhten Umschlaghäufigkeit derartiger derivate sogar noch mehr als auf aktien.)

  • Da muss ich @Otternase mit seinem Kommentar zu Ihrer Rechnung recht geben: Wenn jede, durch den Manager durchgeführte, Transaktion und damit Besteuerung auf den einzelnen Sparer umgelegt wird - und so wird es vermutlich laufen - sind Aktien wohl die bessere Wahl.
    Der einzelne Sparer führt ja mtl. nur eine Transaktion durch: Er kauft Fondsanteile für 100 €. Macht 10 Cent TAS. Wenn er seine Anteile am Ende wieder verkauft - sagen wir für 200.000 - werden wieder 200 € fällig. macht gesamt etwas 250 €. Für mehr Transaktionen ist er im Grunde nicht verantwortlich und kann das auch schwer selbst steuern. Natürlich ist das unrealistisch, zeigt aber dass die bisherige Konstruktion der verwalteten Fonds überholt sein könnte - zumal angeblich reine Indexfonds meistens auch nicht schlechter fahren.
    Insgesamt ist diese Steuer aus meiner Sicht unbedingt notwendig, muss aber selbstverständlich genau durchdacht und konzipiert werden.

  • Schauen sie auf Seite 6 der Kommentare, dort habe ich eine Beispielrechnung eingestellt - und auch begründet, wieso die Belastung so hoch ist. Die Effekte der FTS gehen nämlich über die Besteuerung beim An- und später Verkauf der Fondsanteile durch den Sparer hinaus. In der Tat ist das sogar der kleinste - vernachlässigbare - Effekt.

  • Wie können Sie - ohne es zu verstehen - von einer richtigen Rechnung ausgehen?

  • Redakteure, wo seid Ihr?

    40 Jahre x 12 Monate = 480 Monate
    14.000 € / 480 = 29,16 € pro Monat

    Das würde eine Belastung von durchschnittlich knapp 30% des Monatsbeitrags bedeuten (hier natürlich ohne Zins und Zinseszins des Verlaufs).

    Verglichen mit der geplanten Steuer im Promillebereich kann das unmöglich hinhauen. Also schlecht recherchiert oder reine Polemik?

  • Hallo hugo,

    Zu 1: In der von der EU angedachten Variante würde JEDE TRANSAKTION mit 0,1 % besteuert. Ein PTR von 1 entspricht aber einem An- UND Verkauf pro Jahr, also zwei Transaktionen, jeweils besteuert mit 0,1%. Deswegen 0,2%.

    Zu 2: Es ist hier nicht die Rede vom Geld- und Briefkurs der Fondsanteile, sondern von den Geld- und Briefkursen, die DER FONDS zahlen muss bzw bekommt, wenn er Wertpapiere für das Fondsportfolio an- und und wieder verkauft! ("sie" im ersten Satz steht für "die Fonds") Dieser Umstand muss sich notwendigerweise renditemindernd auf das Fondsportfolio auswirken.

    Insofern: Die Rechnung stimmt, leider. Übrigens ist die Spreadausweitung keineswegs dramatisiert, sondern eher sehr wohlwohlend gewählt. In der Tat könnte man aufgrund des Absinkens der Liquidität noch von einer deutlich höheren Geld-Brief-Spannenausweitung als nur 0,2% ausgehen, womit die Effekte für unseren Fondssparer noch katastrophaler wären. (Einige rechnen sogar mit 1% zusätzlichem Spread... was der Effekt wäre, können sie sich ja ausrechnen).

    Dass viele das gar nicht fassen können, kann ich allerdings durchaus nachvollziehen. Offenbar fehlt die Fantasie sich vorzustellen, daß unsere Politiker grösstenteils entweder vollkommen inkompetent sind oder wahnsinnig.

  • Nein er rechnet schon richtig, sie habens nur nicht verstanden. Die Steuer ist auf JEDE einzelne Transaktion des Fonds zu bezahlen, nicht am Anfang und am Ende der Anlagezeit.

    Wenn Sie gerne noch mehr Steuern zahlen möchten, bitte, es gibt mitlerweile eine ofizielle Spendennummer der Bundesregierung. Ich möchte es nicht.

    Vor allem da der Sitz der Firma ausschlaggebend sein soll, also Sie und ich zahlen, die grossen amerikanischen und britischen Gesellschaften wieder nicht. Und so erklärt man uns dann, dass man das internationale Zockertum bändigen will.

  • @Rechner:
    Ihre Rechnung ist ja sehr interessant, sie stützt sich aber auf sehr hanebüchene Schlussfolgerungen:

    1) Wenn das gesamte Fondsvermögen einmal im Jahr mit 0,1% FTS belegt wird, sinkt die Rendite per Definition um 0,1% p.a. Plötzlich mit 0,2% weiterzurechnen widerspricht den eigenen Vorgaben und ist somit unseriöse Augenwischerei!

    2) In der Rendite ist der Unterschied zwischen Geld- und Briefkurs bereits eingepriesen, darum entspricht die Rendite ja nicht der Kurssteigerung. Hier jetzt mit einer erhöhten Geld-Brief-Spanne zu argumentieren aufgrund "geringerer Konkurrenz" ist schon ziemlich abenteuerliche Glaskugel-Guggerei und äußerst unseriös in der Argumentation!

    3) Die FTS beim An- und Verkauf ist in der Tat vernachlässigbar, sie beträgt auf 40 Jahre knapp 200 €.

    Fazit: Ja, die FTS hat Auswirkungen, aber höchstens in der Größenordnung von 0,1% bei der Rendite. Das macht in obigem Beispiel (100 € monatlich, 40 Jahre, 6%) ca. 5.000 € bei einer Gesamtsumme von 191.000 € -- meiner Meinung nach absolut vernachlässigbar in Betracht der enormen stabilisierenden Wirkung, den eine FTS in den nächsten 40 Jahren entfaltet!

  • Wobei dazu gesagt werden muss, dass der Gesetzentwurf der EU auf Aktien eine FTSt von 0,1 und auf Derivate von 0,01 vorsieht. Also werden hier Derivate eher gefördert als eingeschränkt.
    http://ec.europa.eu/taxation_customs/resources/documents/taxation/other_taxes/financial_sector/com%282011%29594_de.pdf

    Soll die Steuer nicht Geschäfte mit den bösen Derivaten eindämmen?? Ich kauf Doch keine Aktien, wenn ich das gleiche auch derivativ machen kann und dafür weniger Steuern zahle.

  • @ vacca
    Kleiner Tipp: einfach mal nachschauen wie Fonds so aufgebaut sind und was innerhalb des Fonds passiert. So übers Jahr gesehen.
    Als ob wir nur für die Transaktion von 100€ mtl. FTA zahlen würden und den Rest dann der Fondanbieter für uns übernimmt.

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