„Fire and Fury“ Enthüllungsbuch über Trump erscheint früher

Der Erscheinungstermin des Buchs „Fire and Fury“ über das Weiße Haus unter Trump soll vorgezogen werden. Der Verlag spricht von einer „beispiellosen“ Nachfrage. Trump will juristisch gegen die Veröffentlichung vorgehen.
Update: 04.01.2018 - 23:39 Uhr 4 Kommentare

„Er hat den Verstand verloren“ – Harte Worte eines wütenden US-Präsidenten

WashingtonDas mit großer Spannung erwartete Enthüllungsbuch „Fire and Fury“ („Feuer und Zorn“) über das Weiße Haus unter Donald Trump soll bereits an diesem Freitag - vier Tage früher als geplant - erscheinen. Der Autor und Journalist Michael Wolff schrieb am Donnerstag auf Twitter: „Los geht's. Sie können es morgen kaufen (und lesen). Thank you, Mr. President.“

Der Verlag begründete den Schritt mit einer „beispiellosen“ Nachfrage nach dem Buch. Es soll demnach ab 9.00 Uhr (Ortszeit/15 Uhr MEZ) verkauft werden.

Kurz zuvor war US-Präsident Donald Trump gegen ein Enthüllungsbuch und kritische Äußerungen seines ehemaligen Chefstrategen Stephen Bannon vorgegangen. Laut Berichten will er die Veröffentlichung des Buches verbieten lassen. Sein Anwalt Charles J. Harder begründet dies unter anderem mit Vorwürfen der üblen Nachrede und Schmähungen. Bannon wurde zudem aufgefordert, die gerügten Äußerungen nicht zu wiederholen.

Unter anderem die „Washington Post“ berichtete am Donnerstag, Wolff und dem Verlag Henry Holt & Co. seien entsprechende Verfügungen zugestellt worden. Das Buch dürfe weder als Ganzes noch teilweise in Auszügen erscheinen. Trump fordere außerdem eine umfassende Entschuldigung.

Am Mittwoch waren erste Inhalte des Buches an die Öffentlichkeit gelangt. Gestützt auf sieben Monate währende Recherchen und eine lange Reihe von Interviews berichtet Wolff von einem chaotischen, dysfunktionalen Weißen Haus unter Trump. Außerdem werden gravierende gesundheitliche Probleme des Präsidenten behauptet.

In Buch und Auszügen erhebt der frühere Trump-Vertraute Bannon schwere Vorwürfe gegen Familienmitglieder des Präsidenten. Trumps Anwälte verlangen eine Unterlassungserklärung. Bannon habe zudem eine schriftliche Vertraulichkeitsvereinbarung über seine Zeit im Weißen Haus verletzt.

Bannon wertet ein Treffen von Trump-Sohn Donald und Schwiegersohn Jared Kushner mit einer russischen Anwältin im Wahlkampf 2016 als „Verrat, unpatriotisch und üblen Mist“.

Das Buch „Fire and Fury“ („Feuer und Zorn“) soll am kommenden Dienstag erscheinen. Die Auszüge sorgen für helle Aufregung in Washington und hatten sofort den Zorn des Präsidenten erregt. Auch am Donnerstag kannten US-Medien kaum ein anderes Thema.

Nach Bannons Äußerungen gegen Donald Junior und andere Vertraute Trumps brach der US-Präsident öffentlich mit seinem einstigen Chefstrategen. „Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun. Als er gefeuert wurde, hat er nicht nur seinen Job verloren, sondern auch seinen Verstand“, ließ er erklären.

Bannon hatte das Weiße Haus im August 2017 verlassen, galt aber bisher weiterhin als Trump-nah. „Ich rede nicht mit ihm“, sagte Trump am Donnerstag knapp im Weißen Haus.

Trumps ältester Sohn Donald hatte im Juli 2017 unter Druck zugegeben, sich mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben. Von ihr hatte er sich heikle Informationen über die damalige Gegenkandidatin seines Vaters versprochen, die Demokratin Hillary Clinton. Mit im Raum waren auch Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie der damalige Wahlkampfchef Paul Manafort. Donald Junior hatte damals auf das Angebot, sensible Informationen über Clinton zu erhalten, geantwortet: „Wenn es das ist, was Sie sagen, liebe ich es.“

  • dpa
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4 Kommentare zu "„Fire and Fury“: Enthüllungsbuch über Trump erscheint früher"

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  • Wenn der braune Zauber in den USA endlich als russische Einmischung aufgeflogen ist, wird es einen radikalen Umschwung in den USA geben. Die Republikaner werden krachend und für sehr lange Zeit erledigt sein. Das große Kapital mit seinen volksverarschenden Lügengeschichten wird endgültig von der Macht abdanken. Die gesamten USA und die regierenden Demokraten werden sehr links werden. Gott, was haben wir die Schnauze voll von diesen braunen Clowns!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Bücher werden, wenn überhaupt, von Gerichten verboten, in manchen Ländern werden Kommentare u.s.w per Gesetz verboten, früher nannte man solche Länder Diktaturen heute EU.

  • Scheint ja nichts neues drin zu stehen. Über chaotische Zustände, Inkompetenz und gesundheitliche Proble berichten die Medien schon seit einem Jahr. Übrigens auch über seine Kontakte zu Moskau. Trump scheint zum Chaos stiften, Geheimnis-Verrat und zur Zersetzung der NATO ins Weiße Haus gebracht worden zu sein. Soweit läuft alles nach Plan für seine Seite.

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