„Fire and Fury“ Wie Wolff einfach Trumps Strategie kopiert

Donald Trump gilt als Virtuose der Provokation, der die Empörung über seine Rüpeleien als kostenlose Werbung nutzt. Doch im Streit mit seinem Ex-Strategen Bannon und Buchautor Wolff sind die Rollen vertauscht.
29 Kommentare

„Das Enthüllungsbuch könnte ein weiterer Schritt zur Amtsenthebung sein“

WashingtonEr ist ein Provokateur, der das Rampenlicht und die Rauferei liebt, der auch mal gerne über die Stränge schlägt und provoziert, nur um im Mittelpunkt zu stehen. Die Rede ist aber diesmal nicht von US-Präsident Donald Trump, sondern von US-Enthüllungsautor Michael Wolff. Mitten im Wirbel um sein Buch „Fire and Fury: Inside the Trump White House“ dürfte zu wenig Medieninteresse für Wolff zumindest kein Problem mehr sein. Ganz Washington, gar die ganze politische Welt redet über sein Werk.

Und das hat Wolff mit der gleichen Masche geschafft wie der US-Präsident, wenn der mal eben so mit 280 Zeichen eine diplomatische Krise auslöst. Mit Fakten nimmt es der mächtigste Mann Amerikas dabei häufig nicht ganz so genau. Eine Erfolgsstrategie, die Wolff ebenfalls für sich entdeckt zu haben scheint.

Fire and Fury: Wie Michael Wolff Trumps Strategie kopiert Quelle: AP
Michael Wolff

Der Journalist Michael Wolff ist selbst ein Provokateur.

(Foto: AP)

Er selbst räumt bereits im Vorwort seines Enthüllungsbuchs ein, dass sich seine Quellen widersprechen und er diese Diskrepanzen auch nicht ausräumen könne. Er habe die Version der Ereignisse aufgeschrieben, die er für wahr halte. Damit dreht der Autor den Spieß um – und macht Donald Trump zum Opfer seiner eigenen Strategie.

„Viele sind – in trumpscher Manier – schrecklich falsch“, schreibt Wolff über seine Quellen und führt dies auf Rivalitäten in der US-Regierungszentrale zurück. „Diese Konflikte und dieses lockere Verhältnis zur Wahrheit, wenn nicht gar zur Wirklichkeit sind ein elementares Thema des Buches“, erklärt Wolff.

Widersprüche gibt es durchaus. Unter anderem schreibt Wolff, Trump habe in der Wahlnacht nicht gewusst, wer der frühere Repräsentantenhaus-Vorsitzende John Boehner ist. Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders verwies dagegen auf Fotos, die Trump und Boehner über Jahre hinweg beim Golf zeigen. Zwei Bekannte Boehners sagten zudem, Trump und Boehner hätten vor und nach der Wahl miteinander gesprochen. Wolff und sein Verlag reagierten nicht auf Nachfragen dazu.

Wolff hat aber auch Unterstützung erhalten. So bestätigte eine Eigentümerin des „Hollywood Reporter“, Janice Min, Wolffs Wiedergabe eines Treffens zwischen Bannon und dem früheren Fox-News-Chef Roger Ailes. Dabei habe sich Ailes im Januar 2017 kritisch über die Eignung einiger Kabinettskandidaten geäußert und Bannon habe ihm Recht gegeben. Min twitterte, sie sei damals dabei gewesen und könne jedes Wort bestätigen, das sie von Wolff bisher darüber gelesen habe.

Journalisten haben Wolff oft im Weißen Haus gesehen. Ein Kollege, der heute für die Nachrichtenagentur AP arbeitet, berichtet, Wolff habe nicht die übliche Presseplakette getragen, sondern eine blaue, die ihm Zugang zum Westflügel verschaffte. Eine früher bei der US-Regierung angestellte Person sagte, Wolff sei dort nach Treffen oft noch stundenlang gewesen und habe auf einem Sofa auf vorbeikommende Angestellte gewartet.

Der heute 64-jährige Wolff hat vier Jahrzehnte lang über die Reichen und Mächtigen geschrieben – unter anderem über den Medienunternehmer Rupert Murdoch. Seine sieben Bücher und zahlreichen Artikel für Zeitungen und Magazine brachten ihm oft vernichtende Kritik ein, besonders wegen seines Fokus auf Stimmungen und wegen sachlicher Fehler. „Ein Problem mit Wolffs Allwissenheit ist, dass er vielleicht alles weiß, aber einiges falsch versteht“, urteilte der inzwischen verstorbene David Carr, nachdem Wolff in einem Buch über Murdoch 1988 Daten durcheinander gebracht hatte.

Wolff hat auch die Auseinandersetzung Trumps mit zahlreichen Zeitungen und Fernsehsendern kritisiert. „Die Medien sollten nicht die Nachricht sein“, mahnte er im Februar 2017 bei CNN. „Es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass jede Seite - egal wie entschlossen sie ist, die andere zur Strecke zu bringen - in einer neuen und einträglichen Normalität auftaucht“, schrieb er etwa zur gleichen Zeit im Magazin „Newsweek“. Darin könnten die Medien Einschaltquoten und Profite steigern, während Trumps Dramen ungeteilte Aufmerksamkeit erhielten. Das gelte aber nur so lange, bis eine Seite einen Fehler mache.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: „Fire and Fury“ - Wie Wolff einfach Trumps Strategie kopiert

29 Kommentare zu "„Fire and Fury“: Wie Wolff einfach Trumps Strategie kopiert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie gut Herr Maidan, daß es Sie und Ihre Jünger gibt, sie werden das Land und Europa retten. Wie schnell Sie doch die Masken fallen lassen, die echten Menschen dieser Welt. Beten Sie weiter um Hirn, der Herr wird es nicht senden aber vielleicht die Zeit.

  • Jeder aufrechte Nationalist hätte in dieser Deabtte sofort gesagt WOFÜR er steht. Nicht so unser verschleimter Donlad Spiegel. Kein Sinn für Deutschland, kein Patriot für das von Gott gesegnete land der Vereingten Staaten von Amerika....

    Nichts.

    Nichts, das auch nur im Ansatz auf eine politische oder persönliche IDENTITÄT hinweisen könnte.

    mein lieber Troll Spiegel, ich sage Ihnen jetzt mal eines: Deutschland kann auf Typen wie SIE dankend verzichten! Was Deutschland jetzt braucht, sind ECHTE Menschen, mit ECHTEN Meinungen, die in IHREM LAND entstehen, aus echtem Erleben! Deutschland hat die Faxen dicke von Plastik-Witz-Meinunbgen a la Trump und Facebook! Wer sich im Internet als Wort-Stimmungs-Blala-Fuzzi rumtreibt, kapiert überhaupt nicht, was in diesem Land wirklich los ist.

    Schluss mit Blabla und Donald-News. Echte Politik mit von und für echte Menschen brauchen wir.

  • "Sie garantieren immer nur für das Übel."
    ?
    Sie wissen es doch selbst besser Herr Spiegel:
    "Mit Phrasen ist es nicht getan"

  • Herr Peter Spiegel - 05.01.2018, 18:50 Uhr
    es gibt ja erfreulicherweise noch Menschen mit Gehirn. Und was ist mit Ihnen? Master of copy and paste.

  • Herr Tomas Maidan@Ob Sie braun oder rot angestrichen sind ist eigentlich egal,
    Sie garantieren immer nur für das Übel.

  • Ich biete Ihnen hier ein politisches Bekenntnis an - und von Ihnen kommt ein Furz?

  • Hä?

  • Die Herrschaften geben ihre bekannten Namen zum Besten, wie lächerlich möchten Sie sich heute noch machen ? Guter Mann, wenn Sie nervös werden, weil Schlechtes auf das Hirn drückt, Finger festhalten, dann kommt auch nichts doppelt
    ins Forum.

  • Tja, Herr Spiegel, da haben wir das Maleur. Ich bin Sozialdemokrat. Sie sind Nationalsozialist. Das ist der Unterschied. Ich sage, wofür ich stehe. Sie nicht. Obwohl hier alles anonym ist, schämen Sie sich ein bisschen für Ihre Position.

    Warum eigentlich?

    Der Nationalsozialismus war und ist eine tatsächlich existierende Bewegung, die über viele Jahrzehnte Millionen Menschen in vielen Ländern begeistert hat. Das ist Fakt. Es gab Mussolini oder die kroatische USTASCHA bereits vor Hitler. Das sind Traditionslinien, an die besonders in Osteuropa heute gerne wieder angeknüpft wird. Ich verstehe das Verdruckste dieser angeblichen Patrioten nicht, die überall in den Foren ein bisschen mitlabern wollen, sich aber nicht für ihre eigentliche Überzeugung einsetzen wollen. Warum so verdruckst? Sagen Sie doch frank und frei heraus wofür sie sich gerade machen!

    Für Trump?

    ... puh

    Trump ist aus nationalsozialistischer Sicht ein Witz. Eine Schmoll-Lippe macht noch keinen Duce. Trump hockt in seinem verjudeten Familienzimmerchen, hofft, dass Geld aus Isreal kommt und telefoniert mit den Bolschewiken in Moskau. Hat er eiegntlich für seine Flagge gedient? Wenig. Er macht sich lustig über gediente Kameraden wie Mc Cain. Hat er überhaupt ein Gefühl für das Militär? Kaum. Wenig arbeiten, viel labern sind seine Hobbys. Golfen.

    Er versteht nicht, was es bedeutet, fü sein Land sein Leben zu riskieren. Trump fehlt jede Schärfe, Aufrichtigkeit, Mut und Patriotismus. Für einen Nationalsozialisten unabdingbar.

    Pardon, aber wenn ich die Augen zu schmalen, nationalsozialistischen Schlitzen zusammenkneife, und mir diesen dicken Hotelier ansehe... Ich finde da nur einen burgeoisen Weichkäse, einen Langschläfer und Dickwanst, ungeeignet für den Kampf fürs Vaterland.

    Aber das ist meine persönliche Meinung, ich bin nur einer von der SPD, ich kann mich irren. Sie sind von der anderen Seite, sie wissen Bescheid. Erklären Sie mir den Zauber, den Trump für die Nationalsozialisten ausübt.

  • "geht es noch einfältiger?" mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%