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Flächenbrand „Arabische Führer, lernt die Lektion“

Der Sturz des tunesischen Diktators hat in ganz Arabien die Opposition ermutigt. Am Wochenende flammten in zahlreichen arabischen Hauptstädten Proteste auf. Die Staatschefs dagegen verharrten zumeist in Schockstarre. In Tunesien zeichnet sich dagegen Besserung ab: Am heutigen Montag bereits soll eine neue Regierung stehen.
  • Martin Gehlen
9 Kommentare
In vielen arabischen Staaten protestieren Menschen wie hier in Sanaa. Quelle: Reuters

In vielen arabischen Staaten protestieren Menschen wie hier in Sanaa.

(Foto: Reuters)

KAIRO. In Jemens Hauptstadt Sanaa gingen rund tausend Studenten auf die Straße und forderten „eine Revolution gegen unsere doppelzüngigen Herrscher“. Sie trugen Transparente gegen Präsident Ali Abdullah Saleh mit der Aufschrift „Hau ab, bevor wir dich stürzen“.

In Kairo versammelten sich mehrere Dutzend Demonstranten vor der tunesischen Botschaft und riefen: „Mubarak, auch dein Flugzeug wartet schon!“ In der jordanischen Hauptstadt Amman skandierten Demonstranten: „Tunesien hat uns eine Lektion erteilt“, und forderten den Rücktritt der Regierung. Im Gazastreifen demonstrierten Dutzende Hamas-Anhänger mit großen Porträts von Ben Ali, auf denen die Worte standen: „Arabische Führer, lernt die Lektion„. In Paris und Rom feierten Exil-Tunesier den Abgang Ben Alis.

Von den arabischen Staatschefs meldete sich einzig Libyens Muammar el Gaddafi per Fernsehansprache ans Volk. Er nannte die Entmachtung Ben Alis einen großen Verlust und forderte die Bevölkerung des Nachbarlandes auf, nicht „den Lügen im Internet und Fernsehen zu glauben“. Gaddafi regiert Libyen fast doppelt so lange, wie Ben Ali über Tunesien geherrscht hatte.

Ägyptens Außenministerium teilte mit, es respektiere „die Wahl des Volks im brüderlichen Tunesien und vertraue der Weisheit der tunesischen Brüder, die Situation zu stabilisieren und nicht ins Chaos abgleiten zu lassen“. Ähnliche Appelle veröffentlichten die Regierungen der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains, Katars und Kuwaits. Vertreter der Zivilgesellschaft in den ölreichen Golfstaaten übten hingegen scharfe Kritik an der Entscheidung Saudi-Arabiens, Ben Ali Asyl zu gewähren.

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9 Kommentare zu "Flächenbrand: „Arabische Führer, lernt die Lektion“"

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  • ich will jetzt zwar nicht wie ein quacksalber reden aber lest euch mal die weissagungen von nostradamus durch bzw. die deutungen daraus. die haben immer davon gesprochen, dass es einen umbruch geben wird. die menschen wollen sich von der geißel des kapitals nichts mehr bieten lassen. sie sehen ihre existenz bedroht und fordern nicht nur diktaturen auf, zurückzutreten. hier gehts um deutlich mehr als einen aufbau der demokratie, sondern darum, dass die gesamte elite hier zur rechenschaft gezogen werden sollte. es muss endlich aufgehört werden auf kosten der großen allgemeinheit as wohl einiger weniger in den fordergrund zu stellen. hier muss angesetzt werden. und ich hoffe, es nimmt ein gutes ende.

  • Wenn man Kommentare zu Zeitungsartikeln, blog- und Forenbeiträge liest, kommt man zu der Feststellung, dass doch viele bürger die Missstände in Deutschland bzw. Europa erkennen. Entmündigung, Freiheitsentzug und Macht der Elite müssen nicht immer so offensichtlich sein wie in Tunesien. Unter dem Deckmantel der Demokratie finden himmelschreiende Verbrechen statt, die nicht im Sinne des Volkes sind, sondern nur der herrschenden Elite nützen. Das Problem ist, dass man durch Wahlen in dieser parlamentarischen Demokratie nichts verändern kann. Die Frage ist nicht länger "Links oder Rechts?", sondern "Elite oder Volk", also "Oben oder Unten". Leider kann man das nicht wählen. Rosa Luxenburg hat schon gesagt: "Wenn Wahlen etwas verändern würden, hätte man sie schon längst verboten." beispiel: Rot/Grün hat seinerzeit den Einsatz in Afganistan durchgewunken, nicht, wie man denken könnte, schwarz oder gelb. Auch sitzen Wirtschaftslobbyisten in jeder Partei (siehe Schröder/Gazprom oder Fischer/Nabucco). Die Politiker sind längst keine Volksvertreter mehr, sondern Wirtschaftsvertreter. Warum treffen sich sonst Spitzen der Politik, der Wirtschaft und der Medien ein Mal jährlich abseits der Öffentlichkeit??? (Diese Treffen werden stets als "Privatveranstaltung" deklariert, weil es in einigen Staaten verfassungswidrig bzw. gesetzeswidrig ist, dass sich Politiker mit Wirtschaftsvertretern unter Ausschluss der Öffentlichkeit treffen. Warum wohl?)

  • Guten Tag,.... Stricke und baeume;....Egal ob die Kerle Nachtgewaender oder Nadelsteifen tragen. besten Dank

  • Die Zeit ist auch in Europa schon lange für eine tunesische Entwicklung reif. Die Lumpenelite in brüssel und berlin hat den bürger im Würgegriff und drückt immer mehr zu. Helfen kann nur ein radikaler und brutaler befreiungsschlag, oder schweigen und untergehen.

  • Die Göttin der Gerechtigkeit hat die Welt verlassen.
    Nun auch in Europa hat die Verlogenheit und Ausbeutung ein Mass erreicht,was nach Veränderung wie in Tunesin giert.Lasst die Volksverräter in ihrer Masslosigkeit weiter ihr schändliches Handel begehen, Es kommt wie es kommen muss und so gehen wir den Weg der uns vorgeschrieben ist, denn alles was besteht hat den einen Weg, das es zugrunde geht.

  • Schluss mit der Kalten Steuer-Progression und den Transferleistungen an zu viele Staatsbedienstete. Schon mit dem 1,4-fachen Durchschnittseinkommen wird der Spitzensteuersatz gezahlt. Die Politik steigert die Ausgaben für beamte und Staatsbedienstete immer weiter. Der bürger kann sich gegen diese beamten- Diktatur nicht wehren.....oder doch? Siehe Tunesien....

    Der Steuerpflichtige bezahlt diesen Edel- Hartz-4-Empfängern nur ein bequemes, leistungsfeindliches Schmarotzerdasein. Die staatlichen Dienstleister in bund und Ländern erfüllen nicht annähernd die Leistungen, wie sie im Wettbewerb der Freien Wirtschaft üblich sind. Schluss mit den Transferzahlungen an die staatlichen Edel-Hartz-4 Empfänger.

    Die notwendige Strukturreform ist überfällig: alle staatlichen Dienstleister müssen schnellstmöglich privatisiert werden und im freien Wettbewerb bestehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass diese Scheinbeschäftigten abgebaut und nur vom Markt nachgefragte Leistungen erbracht werden.

  • Wann jagen wir die Tyrannen fort, die unseren Wohlstand Jahr für Jahr mehr schmälern, ohne uns um Erlaubnis zu fragen? Die Zeit des Hasses wird auch bei uns anbrechen, hoffentlich bald!

  • Gilt dies nur für die "Staatsführung",
    oder auch für die defacto "herrschende Klasse"?

    Zitat:

    der Machtwechsel zeige vor allen Dingen eines: „Dass eine Staatsführung, die sich abschottet, die sich die Taschen vollmacht auf Kosten der bürger, die Freiheitsrechte verweigert - dass sie auf Dauer gegen die junge Generation keine Chance hat“. Dies sei eine sehr gute Nachricht.


    ...

  • Oh ... hoffentlich halten sich die Amis da raus...wir haben genug Krieg...

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