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Flucht Weniger Asylbewerber aus der Türkei

2019 zeichnet sich ein Abwärtstrend bei türkischen Flüchtlingen ab. Die Linke zeigt sich dennoch pessimistisch – und spricht von einem „Alarmsignal“.
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Flüchtlinge: Weniger Asylbewerber aus der Türkei Quelle: dpa
Asylbewerberheim

Im ersten Quartal kamen durchschnittlich 737 Asylsuchende pro Monat aus der Türkei nach Deutschland.

(Foto: dpa)

BerlinNachdem die Zahl der Asylbewerber aus der Türkei drei Jahre in Folge gestiegen ist, zeichnet sich 2019 ein Abwärtstrend ab. Im ersten Quartal von Januar bis März beantragten 2212 Menschen aus der Türkei Asyl in Deutschland und damit pro Monat durchschnittlich 737. 2018 waren insgesamt 10.655 Asylanträge gestellt worden und damit durchschnittlich 888 im Monat.

Die neuen Quartalszahlen gehen aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Frage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Nach dem gescheiterten Putschversuch gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan 2016 war die Zahl der Asylbewerber aus der Türkei schlagartig gestiegen. Während von 2013 bis 2015 jedes Jahr noch ungefähr 1800 Menschen hierzulande einen Asylantrag gestellt hatten, waren es nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 2016 schon 5742 Anträge, 2017 insgesamt 8483 und 2018 dann 10.655.

Mehr als jedem zweiten Asylbewerber aus der Türkei wurde im ersten Quartal Schutz in Deutschland gewährt. Im Januar lag die Quote bei 55,1 Prozent, im Februar bei 55,5 und im März bei 56,4 Prozent. Dabei handelt es sich um die sogenannte bereinigte Schutzquote, bei der Ablehnungen aus formellen Gründen ausgeklammert bleiben – etwa weil ein anderes EU-Land zuständig ist.

Dagdelen bezeichnete diese Zahlen als „Alarmsignal“. „Wenn inzwischen mehr als jeder Zweite, der vor Erdogans Türkei flieht, in Deutschland Schutz vor Verfolgung erhält, kann von Demokratie und Rechtsstaat am Bosporus keine Rede sein“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. „Es ist erschreckend, dass die Bundesregierung vor diesem Hintergrund und den aktuellen Foltervorwürfen des Journalisten Deniz Yücel keinerlei Handlungsbedarf sieht.“

Yücel hatte am Freitag in dem von der türkischen Justiz gegen ihn angestrengten Prozess ausgesagt, dass er während seiner Haftzeit in der Türkei gefoltert worden sei. Der Journalist machte dafür vor dem Amtsgericht in Berlin Präsident Recep Tayyip Erdogan verantwortlich.

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  • dpa
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