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Flüchtlinge Europa, das Paradies?

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Afrika: Ein entschlossener Afrikaner würde alles tun

Nach Jahrzehnten des Stillstands und zahlloser unerfüllter Versprechen sitzt Afrika dieser Tage auf gepackten Koffern. Fast die Hälfte der heute bereits mehr als eine Milliarde Menschen im Süden der Sahara würde dem Migrationsexperten Paul Collier zufolge gerne im reichen Teil der Erde leben. Insofern sind die Zehntausende, die gegenwärtig nach Norden ziehen, womöglich nur der Anfang einer viel dramatischeren Entwicklung.

Verwundern kann die Verzweiflung nicht. Allein im korrupten und kaum industrialisierten Nigeria werden jedes Jahr sieben Millionen Kinder geboren – mehr als in ganz Europa zusammen. Dabei liegt die Jugendarbeitslosigkeit in dem bevölkerungsreichsten Land des Kontinents schon jetzt bei mehr als Zweidrittel. Woher die Schulen, Krankenhäuser und vor allem Jobs für die vielen jungen Menschen kommen sollen, kann niemand sagen. Nach Ansicht von Experten wie Collier würde ein entschlossener Afrikaner nahezu alles tun, um irgendwie ins vermeintlich gelobte Europa zu gelangen.

Bis zu 4000 Euro kostet der gefährliche Trip aus dem Süden durch die Sahara. Ganze Familien verschulden sich, um einem Angehörigen die Ausreise zu ermöglichen – in der Hoffnung, davon durch dessen Rücküberweisungen alsbald ganz direkt zu profitieren. Die formelle Route per Visaantrag hat sich für viele Afrikaner als zu zeitraubend und angesichts ihrer fast immer fehlenden Qualifikationen am Ende auch als kaum erfolgversprechend erwiesen. Viele der Bewerber können zudem die Finanzierung der Reise nicht ausreichend belegen. So bleibt oft nur der Versuch, auf illegalem Wege mit Hilfe von Schleppern nach Europa zu gelangen - ungeachtet der jüngsten Übergriffe auf einzelne Asylantenheime.

Zwar wird in einigen Ländern Afrikas durch die internationalen Agenturen kurz und unspektakulär über diese Vorfälle berichtet. Eine abschreckende Wirkung hat das hingegen kaum. Vermutlich liegt dies vor allem daran, dass viele Afrikaner auf dem eigenen Kontinent weit schlimmere Zustände antreffen. Jede Woche kann man zum Beispiel in südafrikanischen Zeitungen von gewalttätigen Übergriffen Einheimischer auf Afrikaner aus anderen Teilen des Kontinents lesen, insbesondere aus Simbabwe und Somalia, von wo die meisten der Immigranten stammen. Immer wieder werden in den Townships um Johannesburg, Durban oder Kapstadt Hütten und kleine Läden afrikanischer Zuwanderer abgefackelt und geplündert.

Viele arme Südafrikaner machen schwarze Immigranten für die eigenen Missstände verantwortlich – für ihr anhaltendes Elend, die fehlenden Jobs oder die überbordende Kriminalität. Selbst bei den formell eingereichten Visaanträgen bereitet den westlichen Botschaft die oft mangelnde Rückkehrbereitschaft vieler Antragsteller seit langem große Sorgen. Schließlich ist der ganz überwiegende Teil von ihnen männlich, ledig und zwischen 20 und 30 Jahre alt – und hat somit keine große Perspektive in einem vom Bürgerkrieg und einer unfähigen Regierung heruntergewirtschafteten Land. Wer einmal ein eigentlich nur drei Monate gültiges Touristenvisum in Händen hält, wird deshalb auch so schnell nicht wieder gesehen.

Die allermeisten Afrikaner sind über Deutschland selbst nur äußerst oberflächlich informiert und erwarten dort in der Tat oft eine Art Schlaraffenland. Selbst unter der kleinen afrikanischen Elite dominieren Klischees. Das Wissen erschöpft sich zumeist in den Namen einiger prominenter Kicker und den drei großen Automarken. Von Problemen in Deutschland wissen die allerwenigsten. Überhaupt ist die Kenntnis über andere Länder, selbst über die eigenen Nachbarstaaten, in Afrika für gewöhnlich gering und zumeist auf die frühere Kolonialmacht beschränkt. Angesichts der geringen Mittel haben afrikanische Zeitungen nirgendwo eigene Korrespondenten, die berichten könnten, sondern sind vollständig auf ausländische Agenturen angewiesen. Selbst jetzt, mitten in der Flüchtlingswelle, sind Deutschland-Berichte in den afrikanischen Medien fast nie zu finden.

Naiv sind die meisten Flüchtlinge und ihre Angehörigen dennoch nicht. Obwohl die Medien nur wenig über die Notlage der Emigranten und die für sie oft sehr schwierigen Lebensverhältnisse in Europa informieren, wissen viele Afrikaner Umfragen zufolge dennoch durch Erzählungen recht gut über die mit der Reise nach Europa verbundenen Risiken Bescheid. Doch der Leidensdruck daheim, so hat es den Anschein, ist trotzdem oft noch viel höher und animiert immer mehr dennoch zum Aufbruch.

Wolfgang Drechsler, Kapstadt

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183 Kommentare zu "Flüchtlinge : Europa, das Paradies?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Immer wieder schön zu lesen wie intelligent und ausgleichend Bessermenschen argumentieren, Herr MM Ihr Beitrag klingt aber doch irgendwie nach einem Zitat aus dem "Stürmer".
    Erklären sie uns doch mal woher sie Ihre zu Schau gestellte Überlegenheit nehmen?
    Ihre Argumentation ist Arrogant und Überheblich, Ist das ihr linker Humanismus? Oder outen Sie sich Als Stalinist. "willst du nicht meiner Meinung sein dann schlag ich dir den Schädel ein"
    Ich bin in dem Teil Deutschlands aufgewachsen in dem die Antifaschisten gerne mal Menschen In den Rücken schossen die das Land verlassen wollten.
    Und sich dafür mit Sonderurlaub und Orden belohnen ließen. Da haben die linken ihr wahres Gesicht gezeigt. Nicht umsonst nennt man im Volksmund das übervorteilen des Gegenübers "jemanden linken"
    Und wissen sie wodurch sie sich noch auszeichnen Zum Steueraufkommen tragen sie wenig bei, weil der persönliche Fleiß meist schwach ausgeprägt ist.
    Aber Das Ego ist meist so stark das die Linken sehr viel zu den Ausgaben beitragen.
    Schon der schlaue Mark Twain hat erkannt "Der Sozialismus ist die perfekte Gesellschaftsordnung, bis das Geld der anderen alle ist"

  • also wenn ich so einen Unsinn lese, da wird mir ganz schlecht.
    haben sich alle sog. Gutmenschen hier denn auch mal Gedanken gemacht, wie es weiter gehen soll ?
    Es kommen jeden Tag 7000 Mann in Mazedonien an, die wollen alle weiter nach Norden. Die meisten davon kommen nach Deutschland..

    Also, wo habt ihr Wohnungen fuer alle diese Menschen ?

    Und wo sind denn die ganzen freien Arbeitsplaetze ?

    Oder wollen wir das etwa alles fuer immer und ewig finanzieren ?
    Das ist ja voellig absurd.

    Laut Statistik sind 500.000 Arbeitsstellen frei, aber wir haben jetzt schon 2,7 Mio Arbeitslose.

    Ich weiss nicht, ob manche hier hinter dem Mond leben, aber warum besucht ihr nicht mal Duisburg Marxloh, Hochfeld oder Bruckhausen ?
    Findet ihr das etwa schoen da ?
    Sprecht mal dort mit den restlichen deutschen Anwohnern, was die da jeden Tag erleben.
    Und machen wir uns doch nichts vor : die ewigen Behauptungen von den gut ausgebildeten Fachkraeften, das ist doch alles Augenwischerei.
    Wo soll denn der syrische Anwalt in Deutschland arbeiten ? Hat Syrien jetzt deutsches Recht ?
    Oder ein pakistanischer Apotheker ?
    Leute, macht euch lieber mal vorher Gedanken, bevor ihr so einen Unsinn redet.

    Und an den Bundespfaffen : anstatt immer nur zu reden, selber mal mit gutem Beispiel vorangehen :
    Im Schloss Bellevue sind soviele Zimmer leer, warum nimmt er keine Fluechtlinge auf ?

    Genauso wie Mutti Merkel, die Dachwohnung im Bundeskanzleramt steht doch auch leer.
    Oder der tolle Til Schweiger : die 100.000 Euro Spende, was ist das schon fuer einen, der Millionen verdient ?
    Das ist fuer ihn doch ein Taschengeld.

    Unsere Lehrerin hat immer gesagt : Erst das Gehirn einschalten, denn reden.


  • @Albers

    Hallo Herr Albers,

    leider steht immer noch meine Frage bzgl. "Volksabstimmung" von gestern Vormittag (ggf. schauen SIe noch mal weiter hinten) im Raum.

    Volksabstimmung zu folgenden Fragen:

    Flüchtlinge
    EU
    Griechenland

    Konnte Sie sich hier schon zwischen:

    (ja) - finde ich gut
    oder
    (nein) - lehne ich ab

    entscheiden?

    Sollten Sie sich für (nein) entscheiden würde mich Ihre Argumentation, warum das nicht möglich sein sollte, freuen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Weniger wetten,probieren Sie´s mal mit Denken!

  • Versuchen Sie es doch nochmal und dann bitte auf deutsch.

  • Mit anderen Worten haben wir keinerlei Opposition mehr, die der Regierung auch nur ansatzweise eine kritische Frage stellt. Alle, wirklich ALLE, haben sich prima eingerichtet und schaukeln sich zur Staats-Pension durch! Auch da ist der Mangel an Demokratie begründet!

  • Entschuldigung! Ich gelobe Besserung!

  • Was haben die USA mit der Syrien-"Krise" zu tun?

  • Ich wette Sie gehören zur St.-Florian-Partei.....heute kluge Kommentare schreiben, aber sobald ein Flüchtlingsheim neben ihrem schicken Haus errichtet wird (in dem dann vielleicht Nachts auch ein bisschen Randale stattfindet), werden Sie zum Ober-Braunen!

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