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Flüchtlinge Herzlich willkommen – aber nicht bei uns

Seite 3 von 7:
Großbritannien


Mitte September entdeckte das Aufsichtsamt im „Queen’s Hotel“ in Crystal Palace, Südlondon, mehr als 600 Asylbewerber – bis zu neun Personen pro Zimmer hatte eine Privatfirma, die im Regierungsauftrag Unterkünfte für Asylbewerber organisiert, in das 98-Zimmer Hotel gebucht.

Mero, ein Eritreer, erzählte der Daily Mail nach dem Schockfund seine Geschichte. Von der Flucht über Äthiopien und den Sudan nach Libyen, 30 Männer in einem Lastwagen durch die Sahara, dann vier Tage und Nächte in einem Boot nach Italien, von dort nach Calais – wo zur Zeit über 1300 Menschen, statt in Frankreich Asyl zu beantragen, nach Wegen zu suchen, den Ärmelkanal zu überqueren. Mero und drei anderen Männern gelang es, ins Kühlabteil eines Lastwagens einzubrechen. Sie klammerten sich stundenlang aneinander um sich zu wärmen. „Wir wussten, dass sie im Kühlabteil nicht nach uns suchen würden.“ In Großbritannien meldeten sie sich, nur die Kleidern auf dem Leib, bei der Polizei.

„Mein Onkel sagte mir, Großbritannien ist der beste Ort für Flüchtlinge“, erzählte Mero. Alle in Eritrea wissen, dass man nach Großbritannien muss, nicht nach Italien oder Frankreich. In Calais schlafen die Leute auf der Straße. In Großbritannien bekommen wir etwas zu essen und ein Bett zum Schlafen.“

Was Mero offenbar nicht weiß: Im April verlor die britische Regierung einen von einer Asylanten Hilfsorganisation angestrengten Prozess wegen der menschenunwürdigen Behandlung von Asylbewerbern. Es sei „irrational“, dass Hilfe für Asylbewerber seit 2011 eingefroren wird – bei 36 Pfund (48 Euro) die Woche plus freie Unterkunft bekommen sie, immerhin bekam Mero im Queen’s Hotel trotz Überfüllung drei Mahlzeiten am Tag.

Mero wartet darauf, dass er in ein Asylantenheim nach Leeds weitergeleitet wird. In spätestens sechs Monaten muss über seinen Antrag entschieden werden – aber in über 20 Prozent der Fälle wird die Frist überschritten. Nur 36 Prozent der Anträge werden auf Anhieb akzeptiert. Anfang des Jahres waren immer noch 33.000 Asylanträge offen, die vor sieben Jahren oder noch länger gestellt wurden:

Das britische Asylsystems funktioniert nach Jahren des Chaos nicht mehr. Die Zahl der Asylanten in Großbritannien stieg von 4.265 in 1987 auf 81.130 in 2002. Seit 2010 versucht die Tory geführte Koalition die Grenzen nach Großbritannien möglichst dicht zu machen und Immigranten aller Art fernzuhalten – die Nettoeinwanderung liegt bei über 250.000 im Jahr, davon sind rund 10 Prozent Asylsuchende, Tendenz steigend. 2013 durften 23.507 Asylanten ins Land, das sind 0,67 pro 1000 Einwohner, deutlich unter dem EU Durchschnitt von 0,91.

Aber die Probleme gehen tiefer. Anfang September gab das Innenministerium zu, dass man von 175.000 Illegalen aus dem unbearbeiteten Übergang der letzten Jahre jede Spur verloren hat. Niemand weiß, wie viele Illegale es in Großbritannien gibt, einem, Land ohne Ausweis- oder Meldepflicht. Londons Bürgermeister Boris Johnson fordert eine Amnestie für alle Menschen, die schon über 12 Jahre illegal im Lande leben – allein davon wären seiner Schätzung zufolge 570.000 Menschen betroffen.

Die Konflikte in Afghanistan, Syrien und Nordafrika setzten die restriktive Einwanderungspolitik der Briten unter politischen, moralischen und organisatorischen Druck, aber in Europas Statistiken der Syrienflüchtlinge kommt Großbritannien kaum vor, obwohl Vizepremier Nick Clegg im Unterhaus versicherte, man habe „Hunderte um Hunderte“ aufgenommen. Lieber gaben die Briten 175 Millionen Pfund Syrienhilfe, darunter 50 Millionen Pfund Soforthilfe für den Libanon, wo nun eine von den drei Millionen Flüchtlingen untergeschlupft sind. Die Region selbst soll nach den Vorstellungen der Briten die Hauptlast des Flüchtlingsproblems tragen.

Matthias Thibaut, London

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Mehr zu: Flüchtlinge - Herzlich willkommen – aber nicht bei uns

21 Kommentare zu "Flüchtlinge : Herzlich willkommen – aber nicht bei uns"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Und ich warne jeden ganz dringend davor, sich willenlos und unreflektiert wie ein Schaf in der Herde von eigenen - und erst recht von fremden!! - Stimmungen und Emotionen treiben zu lassen!

    Wir sind freie, mit der Fähigkeit zum Denken ausgestattete Menschen, keine (Rudel-)Tiere, und haben (m.E. jedenrfalls) nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, von dieser Gabe Gebrauch zu machen! Jeder nach seinen Möglichkeiten, aber höchstselbst, und ohne diese Aufgabe an andere zu delegieren!

    Übrigens: Bei den Flüchtlingen handelt es sich fast immer gerade nicht um die von Ihnen beschriebenen „Moslems mit Nachthemd und Sauerkrautbart“ (...), sondern um Menschen, die gezwungen sind, gerade vor denjenigen unter diesen „Sauerkrautbartträgern“ zu fliehen, bei denen es sich tatsächlich um Bestien handelt!

    (...)

    Aus folgendem Grunde: Ich werde es niemals akzeptieren, dass irgend ein Mensch - ganz egal, wer - sich anmaßt, seinen Mitmenschen vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen – und erst recht, was sie zu denken haben!! Mal ganz abgesehen davon, dass solche Manipulationsversuche aufgrund der menschlichen Natur – jeder ist anders – gottlob grundsätzlich zum Scheitern verurteilt sind, handelt es sich einem solchen Missbrauch von Religion um nichts anderes als Blasphemie!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Das Problem ist die unkontrollierte Zuwanderung. Es gibt aber endlich eine Partei, die das Problem glaubhaft anzugehen gedenkt - die AfD. Sollte ich wegen dieser Meinung als rechtslastig verunglimpft werden, hätte ich damit kein Problem. Wenn "Links" und die sogen. "Mitte" das Zuwanderungsproblem nicht schnell und wirkungsvoll unter Berücksichtigung der Bürgermeinung in den Griff bekommt, bleibt letztlich nur eine demokratische Entscheidung mit dem Stimmzettel - AfD!

  • Ich kann Ihnen nur zustimmen. Fakt ist, dass die sozial schwächsten Gruppen in unserer Gesellschaft, die größten Opfer für die fehlgeleitete Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik zu erbringen haben. Es wäre wünschenswert, wenn die Klasse unserer "Leistungs- und Entscheidungsträger" öffentlichkeitswirksam einen weit größeren Anteil übernimmt, etwa durch Aufnahme von Flüchtlingen bei denjenigen, denen übergroße Wohnflächen zur Verfügung stehen oder Zweitwohnungen und Ferienhäuser. Auch ein Solidarbeitrag zur Finanzierung der Zuwandererströme speziell von den Bestverdienenden und Vermögendsten in unserer Gesellschaft wäre vorbildlich. Es würde nicht lange dauern, bis nach Wirksamwerden solcher Bestimmungen die Politik geändert würde, denn die Zeche für populistische Gutmenschen-Politik zahlen immer die Schwächsten und nie die Urheber.

  • Wenn viele Menschen aus einer anderen Kultur und mit vergleichsweise niedriger Qualifikation in ein Land kommen um zu bleiben, verändert das das Aufnahmeland erheblich. Es ist verständlich, dass dies nicht jeder wünscht, und die Politik sollte hier nicht über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden.

  • Wenn man selbst der Meinung, ist dass wir schon Genug Leute aufgenommen haben, dann wird einem von den öffentlich-unrechtlichen Medien suggeriert, man wäre einer von 3% unverbesserlich Rechtsradikalen.

    Wenn ich aber hier die Foren lese und mit normalen Menschen in meinem Bekanntenkreis spreche, dann erkenne ich: Ich bin nicht allein!
    Ich gehöre zur Mehrheit, die die unkontrollierte Zuwanderung ablehnen.

    Und ja, dann bin ich gerne politisch unkorrekt.

  • Es ist nicht möglich in Europa alle Flüchtlinge dieser Welt aufzunehmen.Die Politiker sind ratlos, denn keiner wagt dies anzusprechen. Die Flüchtlinge müssen Vorort versorgt werden oder Grenznah. Wenn alle das Land verlassen, Syrien, Irak, Sudan, Somalia, Äthiopien etc., wer kämpft denn dann eigentlich für seine Heimat? Die wollen doch nie wieder zurück. Deutschland ist reich? Wieviel Schulden haben wir? Wiesehen unsere Strassen, unsere Bildungstätten, unsere Brücken unsere Kindertagesstätten und die Bundeswehr aus? Wir brauchen einen Flüchtlingsaufnahmestopp sofort. Es tümmeln sich inzwischen genug Arbeitslose und schlecht untergebrachte Personen in unseren Städten. Wenn es so weiter geht explodiert irgendwann die deutsche Seele und macht sich Luft.

  • Die Leute sollten bei ihren friedlichen "Muslimischen Brüder" bleiben. Dort sind sie sicherlich erwünscht und werden bestens versorgt. Eine Einreise in die EU kommt
    daher nicht in Frage.

  • am Ende und nach dem 2.Weltkrieg waren Reichs-Interne Fluechtlinge aus Ostpreussen und Pimocke = Vertriebene aus dem ehemaligen Polen und der ehemaligen Ukraine, sowie aus Schlesien etc im Westen ebenfalls "sehr" wilkommen!
    ungebetene Zuwanderer aus einem andern insbesondere Muslemischen Kulturkreis sollten jedenfalls nicht "unbedingt" und "alternativlos" hier als Fluechtlinge aufgenommen werden.
    Deitschland schafft sich sonst noch schneller ab, als es eh jetzt schon der Fall ist!

  • Flüchtlinge? Nein es sind kriminelle, faul Sozialschmarototzer. Diese sollen willkommen sein. Gerade haben die friedlichen Erpresser wieder das DGBhaus in Berlin besetzt und erpressen jetzt den DGB. Flüchtling = ich suche im Nachbarland Unterkunft. Deutschland = Nachbarland von Deutschland? Da habe ich in der Erdkunde total geschlafen. Wir sind reich? Nur unsere Flugzeuge sind Schrott. Warum nehmen wir Kinder ohne Begleitung der Eltern auf? Rückführung sofort zu den Eltern! Wir dürfen Eltern und Politiker nicht aus der Verantwortung entlassen. Zivilcourage? Warum wird dies nur von Deutschen gefordert? Warum wollen die Flüchtlinge/Asylanten nicht mit Ihren Nachbar in Frieden leben? Woher haben die "armen" Flüchtlingen die Tausende für Schleuser?? Sie könnten, was sie nicht wollen, ihre Heimat damit aufbauen!

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