Flüchtlinge in der EU Aktenzeichen ungelöst: Migrationsströme

Nie zuvor drängten so viele Flüchtlinge nach Europa wie im vergangenen Jahr. Morgen beraten die EU-Innenminister über die Asylbewerber. In Griechenland hungern Flüchtlinge, weil sie kein Geld mehr abheben können.
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Flüchtlinge auf einem Schiff: Der Weg über das Mittelmeer ist beliebt aber auch berüchtigt.
Gerettet

Flüchtlinge auf einem Schiff: Der Weg über das Mittelmeer ist beliebt aber auch berüchtigt.

BrüsselFür die EU-Innenminister geht es um viel. Nach den gescheiterten Verhandlungen um einen festgelegten Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge in Europa, müssen sie sich nun auf freiwillige Quoten einigen. Klar ist schon jetzt: Es wird wieder heftige Debatten geben. Ausgang ungewiss.

Beim EU-Flüchtlingsgipfel Ende Mai bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel das Thema als größte Herausforderung der Europäischen Union in ihrer Amtszeit. „Hier sehe ich eine Riesenaufgabe auf uns zukommen“, sagte Merkel.

Wie groß diese ist, belegt der neue Asylbericht des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO). Demnach stellten allein im vergangenen Jahr 660.000 Flüchtlinge einen Asylantrag in den 28 EU-Staaten. So viele wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2008.

Allein im Vergleich zu 2013 war dies eine Steigerung um 43 Prozent. Allein aus Syrien stammen mit über 128.000 Anträgen dabei die meisten Anträge. Damit liegt das Land noch vor den westlichen Balkanstaaten (110.000) – also Albanien, Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Kosovo, Montenegro und Serbien zusammen. Dahinter folgte Eritrea mit 47.140 Anträgen.

Vor dem Hintergrund der internationalen Krisen überraschen die Herkunftsländer der meisten Flüchtlinge nicht: Die EASO hebt außerdem Afghanistan und die Ukraine hervor. Die Sicherheitslage in Afghanistan ist nach Abzug der Nato-Truppen und dem Erstarken der Terrororganisation IS noch immer labil. Aus Afghanistan stammen zudem die meisten Anträge unbegleiteter Minderjähriger (6.155).

In der Ukraine-Krise bleibt die Situation trotz Waffenstillstandsabkommen unübersichtlich. Immer wieder flammen Gefechte auf. Das führt dazu, dass immer mehr Ukrainer Zuflucht in der EU suchen. 2014 waren es 14.000 Menschen. Das entspricht dem 13-fachen des Vorjahres.

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Unglücksstelle

11.02.2015 - 330 Tote

3.10.2014 - 366 Tote

4.08.2011 - 125 Tote

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Unglücksstelle

29.07.2015 - 150 Tote

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Unglücksstelle

19.04.2015 - 700 Tote

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Unglücksstelle

1.06.2011 - 270 Tote

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Unglücksstelle

15.09.2014 - 500 Tote

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Unglücksstelle

11.06.2012 - 54 Tote

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Unglücksstelle

4.11.2014 - 24 Tote

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Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2006-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Marokko: 52
- Guinea: 50
- Senegal: 26

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Algerien (See): 734
- Kamerun: 1497
- Mali: 669 (Land)

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Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 39.651
- Eritrea: 33.559
- Unbekannt: 26.340

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2013

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Jan-Jun): 7.751

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 3.040
- Nigeria: 684
- Eritrea: 475

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 4- Herkunftsländer der Migranten
- Syrien: 48.075
- Afghanistan: 12.475
- Somalia: 1.621 (Sea)
- Irak: 483 (Land)

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Kosovo: 22.059
- Afghanistan: 8.342
- Syrien: 7.320

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2009-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Vietnam: 257
- Afghanistan: 209
- Georgien: 171

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2008-2014

Irreguläre Grenzübertritte 2014

Top 3- Herkunftsländer der Migranten
- Albanien: 8.757
- Mazedonien: 31
- Georgien: 14

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2015

Doch kaum ein Thema bringt auch so viel Reizpotenzial mit sich, wie die Verteilung der Flüchtlinge. Auf feste Flüchtlingsquoten, die neben der Bevölkerungszahl unter anderem auch die Wirtschaftskraft eines Landes berücksichtigt, konnten sich die EU-Mitglieder nicht einigen.

„Die Flüchtlinge hier hungern“
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13 Kommentare zu "Flüchtlinge in der EU: Aktenzeichen ungelöst: Migrationsströme"

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  • Ich kann jedes EU-Land verstehen, welches sich gegen diese Flüchtlingsströme verschließt !

    Wenn ich für eine kultivierte und zivilisierte Population Verantwortung trage, lasse ich alles was dem Bildungs- und Zivilisationsniveau schadet komplett außen vor - und vor allem nicht rein.

    Cherrypicking in Ordnung, - mehr aber auch nicht.

  • Die Reichenviertel der Stadt eignen sich sehr gut zur Unterbringung der Flüchtlinge! Schließlich profitieren diese Herrschaften auch von den Niedriglöhnen bedingt durch die Zunahme an verfügbaren Arbeitskräften!

  • "ie Kirchen verdienen sich an ihrer Aufopferungsvollen Unterstützung für diese Menschen dumm und dämlich"
    Der ist gut! Die Diakonie macht das mit Spenden.
    Im Gegensatz zu den islamischen Ländern haben in den christlichen Ländern die Kirchen kaum finanzielle Spielräume. Es werden bei den Protestanten Pfarrstellen gestrichen, zusammengelegt, weil kein Geld da ist!

  • Woher kommen die Flüchtlinge?
    Sie kommen nicht au Spaß! Sondern weil ihnen die Konzerne aus der USA,aus China, aus der EU ihre Lebensgrundlage durch Verkauf von Ländereien in Afrika an Großkonzerne entzieht; weil US-Bergbaukonzerne totes, giftiges Land hinterlassen; weil die Fangflotten der westlichen Welt die Meere vor Afrika leerfischen.
    Aber auch, weil die USA die Taliban, und nun die IS unterstützen.
    Deshalb müssen die Ursachen bekämpft werden. Aber die beschränkte deutsche Regierung sieht nur billige Arbeitskräfte!

  • Unsere Asylindustrie freut sich darüber so sehr das die Ströme der Wirtschaftsreisenden gar nicht aufhören wollen.
    Jeder Abgelehnte Flüchtling wird erst einmal mit Hilfe eines ansonsten Arbeitslosen Anwalts Wiederspruch einlegen, bei Stundensätzen von 300 bis 500 Euro kein schlechtes Geschäft, dazu werden noch Dolmetscher gebraucht, die Kirchen verdienen sich an ihrer Aufopferungsvollen Unterstützung für diese Menschen dumm und dämlich, ebenso Pro-Asyl und andere Gutmenschen. Der Steuerzahler soll sie alle Willkommen heißen, sich ihren Gepflogenheiten und Sitten anpassen und ansonsten zahlen.
    Bei uns gibt es eine Kaserne in der Nähe, dort lebt jetzt diese Bereicherung, Seit Januar haben wir dort einen Anstieg der Kriminalität um 1200 Prozent.

  • In HH eignet sich der Rathausinnenhof sowie der Rathausplatz hervorragend zur Aufnahme einiger Tausend Ankömmlinge. Da könnte sogar das Stuttgarter Weindorf hilfreich sein.

  • Richtik deshalb mehr Gold feur Friedrich und die Stuetzehelfer

  • Eine Frage die mir noch niemand erklären mochte ist wofür die Deutschen Politiker und Journalisten die "Flüchtlinge" brauchen. Ausser diesen Berufsgruppen habe ich noch niemanden getroffen der zusätzliche "Flüchtlinge" braucht. Die Motivation erscheint mir sehr rätselhaft.

    Es gibt mehrere gute Gründe warum die Zahl der "Flüchtlinge" ansteigt.

    1. Seitens der Bundesregierung werden "Flüchtlingsflüge" unternommen bei denen man beispielsweise Libanesische/Syrische "Flüchtlinge " aus Beirut, oder Afghanische Flüchtlinge aus Maschad (Iran) direkt einfliegt. Ich nehme an, dass den Politikern die auf eigene Initiative eingereisten "Flüchtlinge" nicht reichen.

    2. Da man die "Bootsflüchtlinge" nicht, wie es eigentlich geboten in ihre Heimat zurückbringt, sondern in die hiesigen Sozialhilfesysteme integriert werden immer mehr Menschen Afrikas dazu motiviert in die Sozialhilfesysteme Westeuropas zu "flüchten".

    3. Die "Flüchtlinge" telefonieren, skypen, oder reisen in den Ferien zu ihren Familien und zeigen diesen die erworbenen Statussymbole, sprechen über die Höhe der Sozialhilfe und motivieren so weitere Menschen zur "Flucht".

  • In Hamburg nimmt der Widerstand gegen Flüchtlingsheime in besser gestellten Stadtteilen zu. Nachdem in Harvestehude Anwohner die Unterbringung von 250 Asylbewerbern in ihrer Nachbarschaft gerichtlich gestoppt haben, wenden sich auch in Blankenese und Poppenbüttel Bürger gegen geplante Unterkünfte vor ihrer Haustür. Wie andere deutsche Kommunen auch hat Hamburg große Probleme, alle ankommenden Flüchtlinge unterzubringen. Allein in diesem Jahr fehlen noch 3300 Plätze. Um eine Zeltunterbringung zu vermeiden, hat der Senat jedem Bezirk ein Kontingent an neu zu schaffenden Plätzen auferlegt. Weil Flächen in der wachsenden Stadt knapp sind, greifen die Bezirksverwaltungen vermehrt zu unpopulären Lösungen.
    Die Stimmung im Saal ist aufgeheizt. Ob denn demnächst im Stadtteil eine Moschee geplant sei, ereifert sich ein Anwesender. Er wird ausgebuht. Offen fremdenfeindliche Äußerungen bleiben die Ausnahme. Die Mehrzahl der Kritiker hebt darauf ab, dass der Standort nicht überbeansprucht werden dürfe. Andere äußern Zweifel am rechtlichen Vorgehen des Bezirks.
    Doch wie schon in Harvestehude und Blankenese haben sich auch in Poppenbüttel schnell Unterstützer zusammengetan. Die Initiative „Poppenbüttel hilft“ heißt die Asylbewerber willkommen. Mitbegründer Thomas Littmann: „Hier hat Helfen Tradition. Schon in den Neunzigern haben wir Flüchtlinge aus Bosnien unterstützt. Wir wollen nicht wahrgenommen werden wie Harvestehude.“

    Politisch gesehen hat der Widerstand in den gutsituierten Quartieren wenig Erfolgsaussicht. Nach dem Urteil gegen die Flüchtlingsunterbringung im Millionärsviertel Harvestehude hatte Bürgermeister Olaf Scholz die Maxime ausgegeben: „Es darf nicht darauf hinauslaufen, dass Unterkünfte für Flüchtlinge in einigen Stadtteilen möglich sind und in anderen nicht.“ In Poppenbüttel endet der erregte Infoabend nach zwei Stunden. Die Probleme bleiben...

  • Nur Leite wie Lubumba in Tram. Facharbeiter zur Arbeit auf Amt geht. Viel anstrengen mit Formular Scheise-Drecke und jetz diese man hiere maule
    weil fahren mit Lubumba in tram.

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