Flüchtlinge in der EU Paris will 10.500 Flüchtlingsunterkünfte schaffen

Der Papst bittet um Vergebung und prompt reagiert Frankreich: Paris schafft mehr als 10.000 neue Unterkünfte für Asylbewerber. Indes campieren weiterhin Dutzende Flüchtlinge an der italienisch-französischen Grenze.
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Ein improvisiertes Lager von Flüchtlingen an der Grenze zwischen Frankreich und Italien. Quelle: ap
Flüchtlinge in Italien

Ein improvisiertes Lager von Flüchtlingen an der Grenze zwischen Frankreich und Italien.

(Foto: ap)

Paris/RomAngesichts des Ansturms von Flüchtlingen will Frankreich mehr als 10.000 neue Plätze in Unterkünften schaffen. Allein 4000 neue Plätze sollten bis 2016 für Asylbewerber zur Verfügung gestellt werden, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch in Paris.

Für andere Flüchtlinge sollen nach Angaben von Wohnungsbauministerin Sylvia Pinel 5000 weitere Plätze eingerichtet werden, außerdem 1500 Plätze in Notunterkünften für Flüchtlinge, die derzeit in improvisierten Lagern oder auf der Straße leben.

„Die Schwere der Krise verlangt es, sofort die Mittel in Frankreich anzupassen“, sagte Cazeneuve, der zuvor bei einer Kabinettsitzung zusammen mit Pinel die Pläne für eine bessere Unterbringung von Flüchtlingen vorgestellt hatte. Mit den Plänen solle zugleich eine „nachhaltige Antwort“ auf die Flüchtlingsproblematik gefunden werden. Bereits seit 2012 habe Frankreich in der Frage „außergewöhnliche Anstrengungen“ unternommen.

Die gestrandeten Flüchtlinge
Hilferuf
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Der Umgang mit Flüchtlingen in Europa sorgt weiter für erhitzte Gemüter: In Ventimiglia, an der Grenze zwischen Italien und Frankreich, saßen tagelang etwa 200 Flüchtlinge fest.

Gestrandet
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Die aus Afrika stammenden Flüchtlinge harrten auf der Uferbefestigung auf. Nach Angaben des Roten Kreuzes waren sie vergangenen Donnerstag an dem Grenzübergang zwischen Ventimiglia und Menton aufgetaucht.

Kein Durchkommen
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Französische Gendarmen sagten, sie hätten Anweisungen, die Migranten nicht über die Grenze zu lassen. Normalerweise gibt es im Schengenraum keine Grenzkontrollen. Wegen des G7-Gipfels im bayerischen Elmau waren aber wieder vorübergehend Kontrollen eingeführt worden. Dutzende der Flüchtlinge kämpften tagelang für eine Einreise nach Frankreich.

Spontane Hilfe
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Freiwillige kamen, um den Flüchlingen zu helfen. Sie kochten ein warmes Essen und sorgten für eine kleine Stärkung nach der langen Flucht.

Protest
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Italiens Innenminister Angelino Alfano nannte das französische Vorgehen einen „Schlag ins Gesicht Europas“. Er sah in dem Fall eine Bestätigung der italienischen Forderung nach einer Aufnahme von mehr Flüchtlingen in anderen europäischen Ländern. „Das ist der Beweis, dass sie nicht in Italien bleiben wollen“, sagte Alfano. „Sie wollen nach Europa und betrachten unser Land als Transitland.“

Der Einsatz beginnt
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Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve forderte dagegen, dass die europäischen Regelungen respektiert werden müssten. Einmal in Italien registrierte Flüchtlinge müssten dort wieder aufgenommen werden, sagte er den Sendern BFMTV und RMC. „Sie haben die Grenze nicht zu überschreiten und sie müssen von Italien aufgenommen werden.“

Sechs gegen einen
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Am Dienstag rückte nun die italienische Polizei an. Sie räumten das Flüchtlingscamp – wer nicht weichen wollte, wurde weggetragen.

In Frankreich haben sich zuletzt die Schwierigkeiten bei der Unterbringung von Flüchtlingen verschärft. Zahlreiche Migranten etwa aus Afrika oder aus Syrien leben unter miserablen Bedingungen in improvisierten Flüchtlingslagern, es fehlt an Plätzen in staatlichen Unterkünften. Während viele der Flüchtlinge in Frankreich Asyl suchen, wollen andere weiterreisen, etwa nach Großbritannien, wo sie sich Chancen auf ein besseres Leben ausrechnen.

Besonders bekannt sind von den Flüchtlingen selbst errichtete Lager in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais, von wo aus viele über den Ärmelkanal nach Großbritannien gelangen wollen. Solche Lager gibt es aber auch in Paris. Pinel sprach am Mittwoch von „Elendslagern“.

Noch immer campieren Flüchtlinge an der italienisch-französischen Grenze. Die Menschen waren dort gestrandet, nachdem französische Polizisten sie an der Einreise gehindert hatten. Dies hatte einen Streit zwischen den Ländern über den Umgang mit Migranten ausgelöst. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hatte die Zurückweisung der Migranten am Montag verteidigt.

Die überwiegend aus Afrika stammenden Flüchtlinge warteten auf den Felsen am Meer am Mittwoch weiter auf eine Möglichkeit, nach Frankreich weiterzureisen. Italiens Polizei hatte am Dienstag ein weiteres Flüchtlingslager in der Nähe geräumt und Hunderte Menschen weggebracht. Die Situation an der Grenze war laut Nachrichtenagentur Ansa ruhig, allerdings gab es weiter verstärke Polizeikontrollen.

Indes hat Papst Franziskus zu mehr Solidarität mit Flüchtlingen aufgerufen. „Bittet um Vergebung für alle Institutionen und Personen, die denen die Tür verschließen, die ein Leben, eine Familie und Sicherheit suchen“, sagte der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz in Rom. Er hoffe, dass die internationale Gemeinschaft einstimmig und effizient handele, um gegen die Ursachen, die Menschen in die Flucht treibe, vorzugehen.

  • afp
  • dpa
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  • VON DER HEILEN WELT ZUM NEUKÖLLN – ÜBER NACHT

    Grillenburg war bislang ein beschauliches kleines Nestchen in Sachsen. Ausländeranteil und Nicht-Europäeranteil waren gleich null, und entsprechen waren auch Integrationsprobleme, Parallelgesellschaften, Brennpunktschulen und all die Probleme unter denen unsere "bereicherten" westdeutschen Großstädte zu leiden weit weg.

    Doch das hat sich über Nacht verändert: In Grillenburg wurden 80 Asylbewerber einquatiert. bei nur knapp über 100 Einwohnern. Jetzt gibt es in Grillenburg fortan Neuköllner Verhältnisse zumindest, was die Bevölkerungszahl angeht.


    >Grillenburg ist ein beschauliches Dörfchen mit gerade mal 111 Einwohnern. Es befindet sich im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und ist zudem anerkannter Erholungsort. Und weil es in Grillenburg so schön und erholsam ist, bekamen die Einwohner nun 80 Neubürger zugeteilt.
    Die Männer, Frauen und Kinder aus Georgien, Russland, Serbien und Nordafrika wurden am Montagnachmittag in zwei Bussen angekarrt und bezogen ihre Unterkunft inmitten des schönen, verträumten Waldes.<

    Quelle http://www.zukunftskinder.org/?p=51295

  • Das Sammelsurium in Frankreich wird dann irgendwann Richtung Deutschland mit Spezialauftrag losgeschickt .

  • Wieso Unterkünfte für kriminelle Ausländerß WARUm kein UNTErkünfte für eigene obdachlose? M eist sindes Islamgläubige = Tötet Andersgläubige! Syrer? Überfall auf den Libanon und Ermordung der Libanesen. Sudan: Ermordung der Christen durch Islamgläubige und unsere Christen Gauck und Merkel stimmen hier zu. Eriträer: Kampf gegen Äthiopien und jetzt Flucht nach Deutschland? Jemen: Nur noch Tote und wir unterstützen den Islam, damit er noch mehr morden kann?????

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