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Flüchtlinge in Europa Christen willkommen, Muslime nicht?

„Niemand hat euch eingeladen“: Die Slowakei will keine muslimischen Flüchtlinge mehr aufnehmen. Auch in anderen Ländern wächst die religiöse Diskriminierung – doch nicht in allen. Unsere Korrespondenten berichten.
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Auf Kos kommen jeden Tag Flüchtlinge an - viele sind Muslime. Doch die griechische Insel ist nicht ihr Ziel. Quelle: Reuters
Angekommen

Auf Kos kommen jeden Tag Flüchtlinge an - viele sind Muslime. Doch die griechische Insel ist nicht ihr Ziel.

(Foto: Reuters)

Athen/Düsseldorf/Istanbul/Mailand/Paris/Stockholm/Zürich Sie leben in Zelten, in Schulen, in Containern, in Hotels: die Flüchtlinge in Deutschland. Bis zu 800.000 Flüchtlinge sollen bis Ende des Jahres nach Deutschland kommen, so die neuste Prognose des Amts für Migration. Weit mehr, als bisher angenommen. Welche Religion sie haben, spielt in der politischen Diskussion keine Rolle. Rechte Hetze gibt es dennoch – vor allem in den sozialen Medien lassen sich islamfeindliche Kommentatoren aus.

Hierzulande beschäftigt die Politik die Frage nach den 143 Euro Taschengeld in bar. Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) haben die Diskussion angestoßen. Sie plädieren für Sachleistungen statt Bargeld – und haben damit vor allem die hohe Zahl der Flüchtlinge aus den Balkanländern im Visier. „Die Höhe unserer Asylbewerberleistungen ist teilweise höher als ein Erwerbseinkommen in Albanien oder Kosovo“ , sagte der Minister in einem Interview. Innenminister Herrmann sprach wegen der Leistungen für „diese Gruppe“ von einer „Zumutung für die deutschen Steuerzahler”.

Während es in Deutschland ums Geld geht, debattiert die Slowakei um die Religion der Zuwanderer: Das Land will in den kommenden zwei Jahren keine Flüchtlinge muslimischen Glaubens mehr akzeptieren. Und wie ist die Situation in den anderen Ländern? Unsere Korrespondenten berichten.

Slowakei: kein muslimischen Flüchtlinge aus Syrien

Die Slowakei ist nicht bereit, muslimische Kriegsflüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Ein Sprecher des Innenministeriums in der Hauptstadt Bratislava sagte, dass das EU-Land keine Muslime akzeptieren werden, das sie sich in der Slowakei nicht heimisch fühlen würden. Es würden nur Christen akzeptiert. Auch wenn die slowakische Regierung darin ausdrücklich, keine rassistische Diskriminierung sieht, verstößt eine solche Vorgehensweise gegen geltendes EU-Recht. Eine Sprecherin der EU-Kommission wollte die Äußerungen des slowakischen Innenministeriums nicht direkt kommentieren, legte aber Wert auf die Feststellung, dass die EU-Staaten jede Form von Diskriminierung ausgeschlossen hätten.

Die Haltung der slowakischen Regierung unter dem sozialdemokratischen Premier Robert Fico kommt nicht überraschend. Schon bislang hat sich das Land bei der Flüchtlingshilfe extrem zurückgehalten. Die Toleranz gegen Fremde ist in dem ehemaligen Ostblock-Land gering ausgeprägt, stellen Beobachter fest. „Die Slowakei hat ähnlich wie andere Länder des ehemaligen Ostblocks es nie gelernt, mit Immigranten umzugehen“, sagte ein österreichischer Diplomat, der die Slowakei und Tschechien gut kennt, dem Handelsblatt. Es gebe keine Kultur der Toleranz. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder internationale Kritik am Umgang mit Sinti und Roma in dem EU-Mitgliedsland. Die slowakische Regierung, die ansonsten gerne in wirtschaftlichen Fragen den Schulterschluss mit Deutschland sucht, lehnte eine verpflichtende Quote zur Aufnahmen von Flüchtlingen ab.

Die Slowakei mit mehr als fünf Millionen Einwohnern könnte sich wirtschaftlich ein stärkeres Engagement beim drängenden Flüchtlingsproblem durchaus leisten. Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei, boomt angesichts des soliden Wirtschaftswachstums. Rund um die malerische Altstadt des einstigen Preßburgs entstehen gewaltige Bürogebäude und neue Einkaufszentrum. Das EU-Mitglied ist heute zusammen mit dem Nachbarn Tschechien eine Vorzeigebeispiel für den erfolgreichen Umbau der Wirtschaft in Mittel- und Osteuropa. Erst vor wenigen Tagen hatte der britische Autobauer Jaguar Land Rover angekündigt, in der Slowakei eine neue Fabrik für die Produktion von jährlich 300.000 Fahrzeuge bauen zu wollen. In der Slowakei sind bereits Volkswagen, Peugeot Citroen und Kia mit großen Autofabriken vertreten.

Hans-Peter Siebenhaar, Wien

Tschechien/Österreich: besserer humanitärer Umgang

Ähnlich wie in der Slowakei wendet sich auch Tschechien gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. „Niemand hat euch hierher eingeladen“, sagte der tschechische Staatspräsident Milos Zeman in einem Interview. Populistische Politiker und Medien schüren die Angst vor dem Unbekannten. Die Polemik richtet sich vor allem gegen muslimische Kriegsflüchtlinge. Dabei ist der Anteil der Muslime ähnlich wie im Nachbarland Slowakei verschwindend gering.

In Tschechien mit mehr als zehn Millionen Einwohnern leben nach Schätzungen nur 11.000 Muslime. Im ersten Quartal waren unter den 355 Asylbewerbern, die gezählt wurden, nur 20 aus Syrien. An erster Stelle standen Flüchtlinge aus der Ukraine und Kuba. Zum Vergleich: Deutschland erwartet nach den jüngsten Prognosen des Innenministeriums in Berlin in diesem Jahr die Rekordzahl von 800 000 Asylbewerbern. Das zehnmal kleinere Österreich stellt sich im gleichen Zeitraum auf 80.000 Flüchtlinge ein.

Im Gegensatz zu Tschechien und der Slowakei bemüht sich Österreich, das in Zeiten des Kommunismus auch Flüchtlinge aus der damaligen Tschechoslowakei zu Zehntausenden aufgenommen hat, um einen besseren humanitären Umgang. Im zentralen Flüchtlingslager Traiskirchen bei Wien, das wegen des Ansturms überfüllt ist, herrschten zuletzt miserable Zustände.

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) verschafften sich völlig überraschend am Mittwoch persönlich vor Ort einen Eindruck in dem überfüllten Asylbewerberzentrum. Kanzler Faymann sagte, dass die derzeitige Lage „humanitär nicht tragbar“ sei. Bundespräsident Fischer meinte in Traiskirchen: „Die Menschen, die hier sind, haben es nicht leicht.“

Im Gegensatz zu Tschechien und der Slowakei bemüht sich Österreich, das in Zeiten des Kommunismus auch Flüchtlinge aus der damaligen Tschechoslowakei zu Zehntausenden aufgenommen hat, um einen besseren humanitären Umgang. Im zentralen Flüchtlingslager Traiskirchen bei Wien, das wegen des Ansturms überfüllt ist, herrschten zuletzt miserable Zustände. Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) verschafften sich völlig überraschend am Mittwoch persönlich vor Ort einen Eindruck in dem überfüllten Asylbewerberzentrum. Kanzler Faymann sagte, dass die derzeitige Lage „humanitär nicht tragbar“ sei. Bundespräsident Fischer meinte in Traiskirchen: „Die Menschen, die hier sind, haben es nicht leicht.“

Mit dem geplanten Durchgriffsrecht will die österreichische Bundesregierung die Beschaffung von Notunterkünften zwischen Bodensee und Neusiedler See schneller und besser durchsetzen. Wenn alle zusammenarbeiten würden, sei das Flüchtlingsproblem zu bewältigen, sagte der österreichische Kanzler Faymann.

Hans-Peter Siebenhaar, Wien

Frankreich: Die Fremdenfeindlichkeit nimmt zu

Sie hausen in illegalen Lagern aus Zelten und selbsterbauten Hütten aus Holz. Die hygienischen Bedingungen für die Flüchtlinge sind im französischen Calais katastrophal. Die Lage hat sich so zugespitzt, dass das Lager am Ärmelkanal nur noch „Neuer Dschungel“ genannt wird. Die Stadt kann den Ansturm nicht in Griff bekommen. Seit langem ist Calais in Frankreich der Brennpunkt im Flüchtlingsdrama, das hat sich in den letzten Monaten noch verstärkt. Laut Schätzungen campieren dort rund 3.000 Flüchtlinge – alle in der Hoffnung, nach England zu gelangen. Premierminister David Cameron bezeichnete die Situation in Calais als „besorgniserregend“.

Die Flüchtlinge kommen aus dem Sudan und Eritrea, aus Afghanistan und Äthiopien, aus Nigeria und Syrien. Es wird damit gerechnet, dass die Zahl in den kommenden Wochen auf 4.000 steigen könnte. Tausende von Flüchtlingen versuchen oft nachts gemeinsam durch den Eurotunnel zu gelangen.

Ende Juli eskalierte die Situation mit 2000 Flüchtlingen, die in einer Nacht auf das Gelände des Eurotunnels stürmen wollten. Zahlreiche Menschen kamen beim Versuch, auf Lastwagen und Züge zu springen, in den vergangenen Monaten ums Leben. Lastwagenfahrer wurde bedroht, verzweifelte Menschen brachen die LKWs mit Brechstanden auf. Einige Fahrer verweigerten schon die Fahrt nach Großbritannien.

Wenn die Reise durch den Tunnel nicht gelingt, versuchen es die in Calais Gestrandeten immer wieder und bedrohen dabei die Sicherheit der Züge im Tunnel. England ist ihre große Hoffnung. Sie hoffen auf größere Chancen bei der Anerkennung ihrer Asylanträge in Großbritannien, sprechen eher Englisch als Französisch und sehen in England mehr Chancen, Arbeit zu finden, weil in Frankreich die Arbeitslosigkeit über zehn Prozent liegt. Oft dauern die Asylverfahren in Frankreich mittlerweile bis zu zwei Jahre, in England oft nur sechs Monate. „Sie haben in ihrer Heimat Folter und Gewalt erlebt. Das Risiko hält sie nicht auf“, sagte Marie Chevelle, die für die Hilfsorganisation Ärzte der Welt in Calais arbeitet.

Doch der Traum von einem besseren Leben in England droht zerschlagen zu werden. Gerade haben sich die Regierungen in London und Paris darauf geeinigt, ihre Polizeipräsenz am Eurotunnel stark zu erhöhen. Ein gemeinsames Einsatzzentrum soll in Calais gebildet werden. Die Stadt Calais verlangt für die Flüchtlinge eine Entschädigung von 50 Millionen Euro von beiden Ländern. „Es ist unerlässlich von ihnen ab morgen finanzielle Entschädigungen zu fordern, um die wirtschaftlichen Nachteile abzumildern“, sagte Bürgermeisterin Natacha Bouchart. Sie wies darauf hin, dass der einst beliebte Ferienort Calais schon seit 15 Jahren Anziehungspunkt für Flüchtlinge auf dem Weg nach England ist. Mittlerweile machen sich die Touristen rar.

Der Ansturm der Flüchtlinge sorgt in Frankreich, das ohnehin schon Probleme mit Einwanderern aus Nordafrika hat, zu Spannungen. Die Fremdenfeindlichkeit nimmt zu und die rechtsextreme Partei Front National von Marine Le Pen bekam bei den vergangenen Wahlen immer mehr Zulauf.

Tanja Kuchenbecker, Paris

Großbritannien: „Christliche Flüchtlinge willkommen“

Das Schicksal der Christen in Syrien wird auch in Großbritannien seit langem diskutiert. Einer der leidenschaftlichsten Aufrufe, den Christen im nahen Osten gezielt zu helfen, kam im vergangenen Herbst von Prinz Charles. Immer wieder wird, wenn die harte britische Haltung zum Flüchtlingsproblem kritisiert wird, das Schicksal der syrischen Christen hervorgehoben. 

Erst jüngst kritisierte der frühere Erzbischof von Canterbury, George Carey, die harte Anti-Einwanderungs-Haltung des konservativen Premier David Cameron, weil Großbritannien auch Christen, die von Isil verfolgt werden, Zuflucht verweigere. Carey unterzeichnete eine Petition, in der die britische Regierung aufgefordert wurde, „christliche Flüchtlinge willkommen zu heißen und ihnen Priorität als Asylbewerber zu geben“ – damit wurde de facto eine Politik der positiven Diskriminierung gefordert, die zwischen muslimischen und christlichen Flüchtlingen unterscheidet.

Noch weiter war UKIP Chef Nigel Farage gegangen. Ausgerechnet der Chef der Partei, die wie keine andere das Thema Immigration und „Überfremdung“ in der Debatte angetrieben hatte, forderte, Großbritannien müsse syrischen Christen Zuflucht geben. Farage ruderte dann allerdings zurück: „Wir können nicht die Botschaft aussenden, dass jeder, der kommt, auch akzeptiert wird“, sagte er in einer Wahlkampfdebatte im April.

Aber Farages zentrales Argument, dass christliche Flüchtlinge aus dem Nahen Osten besonders hilfsbedürftig sind, weil sie „keine  andere Zufluchtsmöglichkeit haben als Europa“,  findet immer wieder ein Echo in der Debatte. „Es ist auch für Sunnis und Shias schlimm“, sagte Farage. „Aber wenigstens gibt es Nachbarländer, die sie aufnehmen. Wohin auf der Erde sollen die Christen gehen?“

Auch britische Hilfsorganisationen wie der Barnabas Fund und der „Weidenfeld Safe Havens Fund“ des aus Deutschland vor den Nazis geflüchteten  jüdischen Verlegers Lord (George) Weidenfeld helfen gezielt christlichen. Flüchtlingen. Zuletzt wurden 42 christliche Familien aus Syrien nach Polen geflogen. Neben Brasilien sind osteuropäische Länder bevorzugte Zielländer für die Flüchtlinge, die von den Organisationen betreut werden.

Griechenland: „Illegalen Einwanderer deportieren“

Eine ganz normale Woche in der Ägäis: Zwischen Montag und Sonntag kamen zwischen dem 8. und 14. August 20.843 Flüchtlinge über das Meer nach Griechenland. So viele wurden jedenfalls von den griechischen Behörden gezählt. Wie viele unbemerkt ins Land kamen, weiß niemand. Allein im Juli wurden in Hellas 50.242 Flüchtlinge registriert – mehr als im gesamten Vorjahr. Gegenüber 2014, als 43.500 Menschen nach Griechenland flüchteten, hat sich die Zahl der Flüchtlinge mehr als verdreifacht – auf 158.456 seit Beginn 2015. Mehr als 80 Prozent von ihnen kamen aus Syrien. Die Übrigen stammen überwiegend aus den Krisenstaaten Afghanistan, Irak, Eritrea und Somalia.

Die griechischen Behörden sind mit dem Ansturm völlig überfordert. Auf den Inseln werden die Flüchtlinge erkennungsdienstlich behandelt. Aber die Auffanglager auf Inseln wie Samos und Lesbos sind hoffnungslos überfüllt. Dramatisch ist die Situation auf der Insel Kos. Hier hielten sich zeitweilig rund 7.000 Flüchtlinge auf. Sie leben unter freiem Himmel, campieren in Parks, Grünanlagen und auf der Uferpromenade. Mit einem von der Regierung gecharterten Fährschiff wurden diese Woche mehrere tausend Flüchtlinge von Kos und anderen Inseln zum Festland gebracht.

Etwa tausend Migranten kommen jeden Tag in Athen an. Die meisten campieren auf den öffentlichen Plätzen, in Parks, Rohbauten oder abbruchreifen Häusern. Der weitläufige Park Pedion Areos (Marsfeld) unweit des Archäologischen Nationalmuseums glich im Juli einem riesigen Flüchtlingslager. Inzwischen hat die Regierung im Stadtviertel Elaionas Wohncontainer für etwa 200 Flüchtlinge aufstellen lassen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung verteilen Wasser und Erfrischungsgetränke. Bürgerinitiativen bringen belegte Brote und Obst. Freiwillige Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wie Ärzte der Welt versuchen, die Flüchtlinge zu betreuen. Viele von ihnen sind krank, vor allem Kinder.

Die für Migration zuständige Vizeministerin Tasia Christodoulopoulou kommt wegen des chaotischen Managements in der Flüchtlingsdramas zunehmend in die Kritik. Die von der Regierung vorgebrachte Klage, man habe wegen der Krise nicht genug Geld für die Betreuung der Menschen, klingt nicht sehr glaubwürdig. Schließlich hat die EU Griechenland für die Jahre 2014 bis 2020 für die Flüchtlingsbetreuung 490 Millionen Euro zugesagt, davon 30 Millionen als Soforthilfe. Aber Brüssel kann das Geld nicht auszahlen, weil die Athener Regierung bis heute keine staatliche Stelle benannt hat, die für die Verwaltung der Gelder zuständig sein soll.

Kritik gibt es auch immer wieder an den sehr schleppenden griechischen Asylverfahren. Allerdings beantragt fast keiner der jetzt eintreffenden Flüchtlinge Asyl in Griechenland. Denn die Menschen wollen weiter. Ihre Ziele liegen in Nord- und Westeuropa. Manche versuchen, als blinde Passagiere an Bord einer der Fähren nach Italien zu gelangen, andere vertrauen sich Schleusern an, die sie über den Balkan nach Westeuropa bringen.

Das Flüchtlingsthema hat auch eine brisante parteipolitische Dimension: Athens linksliberaler Bürgermeister Giorgos Kaminis sagt, die Stadtverwaltung sei finanziell und personell mit der Versorgung der Flüchtlinge völlig überfordert. Er ruft nach Hilfe des Staates. Aber die Regierung stelle sich taub, klagt Kaminis. Er glaubt, dass die ultrarechten Unabhängigen Griechen (Anel), der Koalitionspartner des Linkspremiers Alexis Tsipras, humanitären Hilfen für die Flüchtlinge hintertreiben – Anel-Chef Panos Kammenos hatte im Wahlkampf mit ausländerfeindlichen Sprüchen um Stimmen geworben und angekündigt, er werde alle illegalen Einwanderer deportieren.

Gerd Höhler, Athen

Schweden: „Wir schaffen einfach nicht mehr“

„Wir schaffen einfach nicht mehr“, klagt ein Beamter beim schwedischen Migrationsverket, der Einwanderungsbehörde. Der Staatsdiener, der anonym bleiben wollte, bearbeitet einen Teil der Asylanträge, die Tag für Tag, Woche für Woche, bei der Behörde eingehen. Der bedrohlich hohe Stapel brauner Aktenordner auf seinem Schreibtisch zeugt von enormer Arbeitsbelastung.

Gemessen an der Bevölkerungszahl nimmt tatsächlich kaum ein Land in Europa mehr Flüchtlinge auf als Schweden. In das skandinavische Land mit seinen rund 9,6 Millionen Einwohnern kamen im vergangenen Jahr 81 000 Flüchtlinge, die meisten von ihnen aus Syrien. 35 500 Anträge, also etwas weniger als die Hälfte, wurden genehmigt.

Im laufenden Jahr, so die Prognose von Migrationsverket, werden es mit etwa 74.000 etwas weniger Menschen sein, die im hohen Norden Asyl beantragen wollen. Der Grund für den überraschenden Rückgang ist die Informationspolitik, aber auch schärfere Grenzkontrollen Schwedens. Seit einiger Zeit wird Aufklärungsarbeit vor Ort geleistet. Das heißt in den Ursprungsländern informieren Vertreter der schwedischen Botschaften über die langen, manchmal jahrelangen Bearbeitungszeiten von Asylanträgen und die Schwierigkeiten, eine Wohnung oder gar einen Job zu finden.

Das hat offenbar viele Menschen abgeschreckt, die lange Reise nach Schweden anzutreten. Ein neues Problem ist allerdings die enorm angestiegene Zahl von Jugendlichen aus Krisengebieten, die ohne ihre Eltern in Schweden ankommen. In diesem Jahr rechnen die Behörden mit rund 12.000 Kindern, die nach Schweden flüchten werden. Bei ihnen ist besondere Betreuung vonnöten. „Die Zahl der Kinder, die ohne ihre Eltern kommen, steigt in ganz Europa. Aber Schweden ist weiterhin eines der Hauptaufnahmeländer“, sagt Anders Danielsson, Chef der Einwanderungsbehörde. „Für viele Kommunen ist das eine besondere Herausforderung. Wir hoffen, dass sich die Gesellschaft mit diesen Kindern solidarisch zeigt“.

Eine möglicherweise falsche Hoffnung, denn Schweden ist dabei, seine bislang recht großzügige Asylpolitik auf den Prüfstand zu stellen. Das hängt mit wachsenden Widerständen in der Bevölkerung gegen die Aufnahme weiterer Flüchtlinge zusammen. Bei den Parlamentswahlen im vergangenen Herbst wurden die rechtspopulistischen und ausländerfeindlichen Schwedendemokraten zur drittgrößten politischen Kraft. Mittlerweile ist die Partei bei einer Umfrage erstmals sogar stärkste Kraft geworden. Nach der an diesem Donnerstag veröffentlichten Umfrage von Yougov für die Tageszeitung „Metro“ kam die Partei auf 25,2 Prozent Wählerzustimmung. Für die regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsident Stefan Löfven würden demnach 23,4 Prozent der Schweden stimmen. Die konservative Opposition kam nur auf 21 Prozent.

Die Schwedendemokraten wollen die Einwanderungszahlen um 90 Prozent zu senken. Das kommt bei den Wählern an, denn übervolle Unterkünfte und die fehlende Integration hat zu Spannungen geführt, von denen die Schwedendemokraten profitieren. In den tristen Betonburgen der zumeist von Einwanderern bewohnten Vororte von Stockholm, Malmö und Göteborg kam es im vergangenen Jahr zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und der Polizei. Perspektivlosigkeit und Ghettobildung sind die Probleme, die auch Schweden nicht in den Griff bekommen hat.

Mittlerweile sind deshalb auch andere Parteien auf einen deutlich einwanderungskritischeren Kurs umgeschwenkt, nicht zuletzt deshalb, weil die Fremdenfeindlichkeit auch in Schweden zugenommen hat. In den vergangenen Wochen ist es mehrfach zu Brandanschlägen auf Flüchtlingswohnheime gekommen. Initiativen gegen den Bau von neuen Moscheen haben Zulauf, und immer sind die Schwedendemokraten bei Demonstrationen vorne mit dabei. Selbst rassistische Äußerungen von Parlamentariern der Schwedendemokraten haben den Höhenflug der Partei nicht stoppen können.

Kritik an der bislang generösen Flüchtlingspolitik gab es schon länger, denn ein Konzept für die Eingliederung der Flüchtlinge in die schwedische Gesellschaft fehlt weitestgehend. Die Kommunen, die die Flüchtlinge aufnehmen müssen, beklagen mangelnde Unterstützung seitens des Staates und fühlen sich alleingelassen.
Helmut Steuer, Stockholm

Türkei: Überfüllte Camps

Der Ferienort Bodrum im Südwesten der Türkei ist bekannt für seinen Yachthafen und seine reiche Klientel, die im Hochsommer aus den stickigen Großstädten flieht und die Zeit in einem der vielen weiß-getünchten Häusern verbringt; mehr als eine Million Menschen bevölkern während der heißesten Monate des Jahres den ehemaligen Fischerort.

Doch beim Flanieren auf der Promenade bietet sich Touristen dieses Jahr neben Booten, teuren Restaurants und gut gekleideten Menschen noch ein ganz anderer Anblick. Hunderte syrische Flüchtlinge haben auf den Wiesen am Ufer Decken ausgebreitet. Die meisten von ihnen sind auf dem Landweg von Syrien an der türkischen Küste entlang bis Bodrum gekommen. Von dort aus warten sie auf eine Gelegenheit zur Überfahrt auf eine der nahe gelegenen griechischen Inseln, etwa Kos.

Von vielen Touristen und Ladenbesitzern würden die Flüchtlinge zwar willkommen geheißen, schreibt die Zeitung Hürriyet. Gleichzeitig äußerten viele Bedenken, die Flüchtlinge könnten Touristen vergraulen, die lieber unter Ihresgleichen blieben. In einem offenen Brief zahlreicher Küsten-Bürgermeister an den für die Flüchtlinge verantwortlichen Katastrophenschutz AFAD fragen sie, ob man die Flüchtlinge nicht in die Camps zurückschicken beziehungsweise zur Weiterfahrt ermuntern könne.

Doch die sind oft bereits überfüllt. Die Türkei hat seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs vor gut vier Jahren knapp zwei Millionen Syrer aufgenommen – etwa so viele wie die gesamte EU. Viele von ihnen hatten ursprünglich eine Weiterreise in die EU geplant; entweder ist diese gescheitert, oder sie fühlten sich in der Türkei so wohl, dass sie beschlossen zu bleiben. Die Behörden des Landes stellen denjenigen, die mit dem eigenen Auto geflüchtet sind, sogar spezielle Kfz-Kennzeichen aus; auch, damit die Besitzer die jährliche Kfz-Steuer entrichten.

Und auch wenn das Arbeitsministerium keine weiteren Arbeitsvisa ausstellen will, haben sich die Gäste zu einem kleinen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Allein in den vergangenen 18 Monaten haben Syrer umgerechnet rund 100 Millionen Euro in Unternehmensgründungen in der Türkei investiert. Viele engagieren sich im Bausektor, darüber hinaus im Einzelhandel. Außerdem hätten viele Syrer eigene Restaurants eröffnet, erklärte der türkische Industrie- und Handelsverband TOBB Anfang der Woche.

Von Anschlägen gegen Flüchtlingscamps oder fremdenfeindlicher Rhetorik in sozialen Netzwerken ist bislang nichts zu hören. Im Gegenteil. Im Juli machte die Geschichte von einem jungen Ehepaar die Runde, das seine Hochzeitsfeier auf eine ganz bestimmte Art und Weise verbringen wollte. Fethullah und Esra Üzümcüoğlu aus dem kleinen Ort Kilis beschlossen, ihre Geldgeschenke für ein großes Grillfest für syrischen Flüchtlinge in ihrem Heimatort zu auszugeben. Alle wurden einen ganzen Tag lang verköstigt. Hinter der Theke stand das Ehepaar selbst – in Frack und Rüschenkleid.

Ozan Demircan, Istanbul

Schweiz: „Asylchaos“

Mitte Oktober wählen die Schweizer ein neues Parlament. Trotz der heiklen Wirtschaftslage wegen des starken Frankens und der Probleme mit der Europäischen Union (EU) dominiert ein Thema: die Flüchtlingsfrage. Wieder einmal ist es der national-konservativen Partei SVP gelungen, das emotionale Thema zu besetzen.

Die SVP wirft Justizministerien Simonetta Sommaruga „Asylchaos“ vor. Dabei steigt die Zahl der Flüchtlinge in der Schweiz weniger stark als im europäischen Schnitt, so das Staatsekretariat für Migration. Seit Anfang des Jahres haben 15 769 Menschen in der Schweiz einen Asylantrag gestellt; das sind 20 Prozent mehr als im Vorjahr. In der EU dagegen stieg die Zahl der Anträge um 71 Prozent.

In die Schweiz kommen vor allem Menschen aus Eritrea, Afghanistan und Syrien. Die hohe Zahl der Menschen aus Eritrea erklärt sich damit, dass die Schweizer Justiz die Flucht vor dem unbegrenzten Militärdienst als Asylgrund anerkannt hat.

Um über die Asylanträge schneller zu entscheiden, will die Schweiz die Flüchtlinge künftig in Zentren des Bundes aufnehmen, in denen den Betroffenen gratis ein Anwalt zur Seite stehen soll, damit ein faires Antragsverfahren gesichert ist. Die Gesetzesänderungen werden derzeit im Parlament beraten.

Die SVP fordert dagegen, die Flüchtlinge härter anzufassen, damit die Schweiz unattraktiv wird; so sollen sie die Aufnahmelager nur bei gutem Grund verlassen dürfen. Aus Flüchtlingen würden de facto Gefangene.

Holger Alich, Zürich

Italien: Keine langfristige Integration

Italien ist so sehr mit der Notstandsbewältigung beschäftigt, dass es an wirklichen Konzepten zur Integration fehlt. In dieser Woche sind mehr als 1100 neue Flüchtlinge in Sizilien gelandet. Seit Beginn des Jahres sind fast 90.000 Menschen über das Meer oder über den Balkan nach Italien gekommen Für das gesamte laufende Jahr rechnet die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Italien mit 195.000 Immigranten.

Viele von den Immigranten wollen in andere Länder reisen. In Italien selbst warten sie daher in überfüllten Auffanglagern darauf, dass die Reise weitergeht. Andere kommen in entlegene Regionen. Dort bietet die Regierung den Menschen großzügige Prämien, die die Flüchtlinge aufnehmen.

Über langfristige Integration wird kaum diskutiert. Die Regierung muss auch aufpassen, da die Stimmung im Land nicht überall freundlich gegenüber den Neu-Ankömmlingen ist. Das haben zuletzt mehrere Übergriffe gegen die Flüchtlinge gezeigt. Vor allem die Lega Nord geht mit der Angst vor den Flüchtlingen auf Stimmenfang. Roberto Maroni, der Präsident der Lombardei von der Lega-Nord hatte Prämien für Bürgermeister gefordert, die Flüchtlinge ablehnen.

Aber es gibt auch wenige positive Beispiele in Italien: Das Rote Kreuz in Turin etwas bietet den Immigranten eine Arbeit, die sie vielleicht besser als die meisten Italiener übernehmen können: Sie nehmen die Neuankömmlinge in Empfang, bekommen dafür Kost und Logis und 1000 Euro im Monat. Ein qualifizierter Beruf ist das zwar nicht. Aber angesichts der nicht endenden Welle an Flüchtlingen könnte das ein Job mit Zukunft sein.
Katharina Kort, Mailand

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Mehr zu: Flüchtlinge in Europa - Christen willkommen, Muslime nicht?

181 Kommentare zu "Flüchtlinge in Europa: Christen willkommen, Muslime nicht?"

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  • @ Albers

    Kennen Sie die Lösung oder sind Sie bei ".....wissen Sie nicht auch nicht mehr weiter? *G*" mit eingeschlossen?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • An den Slowaken sollten wir uns ein Vorbild nehmen denn wir haben schon zu viele Muslime in Deutschland und Europa welche uns permanent Probleme in allen Lebenslagen bereiten. Von den 800.000 Flüchtlinge welche in diesem Jahr nach Deutschland kommen werden sind doch bestimmt 90% Muslime. Wenn das so weiter geht wird im Bundestag bald anstatt der Bundesadler der türkische Halbmond an der Wand hängen und der Kanzler auf den Koran vereidigt. Mir tun unsere Enkel echt leid als Minderheit im eigenen Lande und als Christen diskrimiert zu werden, das haben sie nicht verdient.

  • @ Albers

    Sie sind aber ganz schön dünnhäutig geworden....

    Dass es, wie bei allen anderen Kommentaren wo ich Sie mal aufgefordert habe diese zu begründen, keine Antwort geben wird war aber von vornherein absehbar.

    Sie haben immer eine andere Ausrede: keine Zeit, keine Lust, kein Interesse usw.

    Ich vermute eher: Sie haben KEINE Argumente

  • ist aus einem Aufsatz von mir von 2007...^^ leider muss immer ein problem erst hochkochen bevor sich was bewegt

  • Da wollen wir mal ein paar fakten in die Debatte einstreuen da wir ja so hochgebildete Teilnehmer haben heute...^^

    Warum sind eigentlich so viele Staaten inzwischen “Failed States”? – Das liegt schlicht und einfach an der Bevölkerungsexplosion dort, die permanent Massen von arbeitslosen jungen Menschen ohne jede Chance auf ein erfülltes Leben schafft. Dieses hoffnungslose Problem ist in den Medien hierzulande natürlich ein absolutes Tabu, weil es nicht in das geliebte linke Klischee von der westlichen Ausbeutung und Diskriminierung der armen Länder passt.

    Wer es nicht glauben will:

    Pakistan 1950: 37,5 Millionen Einwohner – 1970: 59,4 Mio. – 1990: 111,8 Mio. – 2014: 196 Mio. – 2060: vermutlich 400 Mio. Einwohner
    Ägypten: 1950: 21,5 Mio. – 1970: 36,3 Mio. – 1990: 52 Mio. – 2014: 87,2 Mio. – 2060: vermutlich fast 180 Mio. Einwohner
    Jemen 1950: 4,3 Mio. – 1970: 6,1 Mio. – 1990: 11,9 Mio. – 2014: ca. 26 Mio. – 2050: vermutlich mindestens 60 Mio. Einwohner

    Die gleiche demographische Katastrophe findet in Somalia, Südafrika, Äthiopien, Sudan, Nigeria, Nepal, Syrien, Mexiko und vielen anderen armen Staaten statt. Und wenn man sich die einzelnen demographischen Linien (alle steil nach oben) anschaut, erkennt man, dass es keinerlei Trendänderung zum Besseren gibt. Auf der Welt und in Europa (wohin mal Dutzende, ja Hunderte von Millionen Arme drängen werden) wird es sehr bald extrem ungemütlich werden.

  • @ Herr Gerald Gantz

    << ..... insbesondere der geistig fehlgeleitete T. Albers, von mir manchmal Albern genannt. >>

    Glaub ich nicht, dass der geistig fehlgeleitet ist. Er ist schlicht und einfach Auftragschreiber. Noch vor ein paar Wochen nannte er sich "Herr Weißenfels", davor hatte er verschiedene andere Namen. Er ist unverkennbar. Seine Aufgabe ist es, die Diskussion zu zerreden und einzelne Teilnehmer zu demotivieren. Seine Fähigkeiten sind jedoch extrem begrenzt, fast könnte man Mitleid mit ihm haben. Von der Klasse eines "Rechner" aus der Zeit vor der letzten BW ist er meilenweit entfernt.

  • Die Arbeitsagentur ist seit 2012 dazu verpflichtet, gemeldete Erwerbslose auf einen Migrationshintergrund zu befragen, um daraus Schlüsse für die Arbeitsmarktpolitik ziehen zu können

    Mehr als ein Drittel der Arbeitslosen in Deutschland hat ausländische Wurzeln, davon erhalten drei Viertel Hartz IV. zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Überdurchschnittlich oft sind Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland arbeitslos. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit von 2012 hatten fast 36 Prozent der Arbeitslosen ausländische Wurzeln. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lediglich gut 20 Prozent.
    Da Produktionsstätten, die ungelernte Arbeitskräfte für Arbeitsprozesse anlernen und dauerhaft beschäftigen auch künftig vermehrt aus Deutschland abwandern, kann man sich leicht ausrechnen was auf uns noch alles zukommt.

  • Was denn nun? Die Politik sagt D braucht Zuwanderung. Die Industrie verlagert aber die Produktion in Billiglohnländer und Steueroasen. Zusätzlich wird immer mehr Arbeit durch die Computerisierung wegfallen. In ein paar Jahren ist die Pharma- und Gesundheitsindustrie sowei das wir alle über 100 werden. Somit werden wir auch länger arbeiten können. Also Zuwanderung im grossen Stil braucht Europa nun wirklich nicht. Oder ist es das Ziel der Politik das alle Menschen am Ende irgendein Mischmasch aus aller Herren Länder wird. Was wird dann aus Europa? Welch Deutscher, Schweizer oder Österreicher mag noch Kinder kriegen mit dem Wissen das er beim Elternsprechtag eingequetscht zwischen Kopftuch- und Schnurrbartträgern als Exot sitzt. Ich habe mich vor 5 Monaten in D (NRW) operieren lassen. Ich bin dann mal durch die Geburtenstation gegangen und habe mir dort das Geburtenbuch angeschaut. Interessant. Sah aus als gehöre das Buch neben Aladin und die Wunderlampe. Nach gut einem dutzend Seiten habe ich aufgehört zu blättern. Es war kein einziger westeuropäischer Name dabei!

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