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Flüchtlinge in Europa Christen willkommen, Muslime nicht?

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Griechenland: „Illegalen Einwanderer deportieren“

Eine ganz normale Woche in der Ägäis: Zwischen Montag und Sonntag kamen zwischen dem 8. und 14. August 20.843 Flüchtlinge über das Meer nach Griechenland. So viele wurden jedenfalls von den griechischen Behörden gezählt. Wie viele unbemerkt ins Land kamen, weiß niemand. Allein im Juli wurden in Hellas 50.242 Flüchtlinge registriert – mehr als im gesamten Vorjahr. Gegenüber 2014, als 43.500 Menschen nach Griechenland flüchteten, hat sich die Zahl der Flüchtlinge mehr als verdreifacht – auf 158.456 seit Beginn 2015. Mehr als 80 Prozent von ihnen kamen aus Syrien. Die Übrigen stammen überwiegend aus den Krisenstaaten Afghanistan, Irak, Eritrea und Somalia.

Die griechischen Behörden sind mit dem Ansturm völlig überfordert. Auf den Inseln werden die Flüchtlinge erkennungsdienstlich behandelt. Aber die Auffanglager auf Inseln wie Samos und Lesbos sind hoffnungslos überfüllt. Dramatisch ist die Situation auf der Insel Kos. Hier hielten sich zeitweilig rund 7.000 Flüchtlinge auf. Sie leben unter freiem Himmel, campieren in Parks, Grünanlagen und auf der Uferpromenade. Mit einem von der Regierung gecharterten Fährschiff wurden diese Woche mehrere tausend Flüchtlinge von Kos und anderen Inseln zum Festland gebracht.

Etwa tausend Migranten kommen jeden Tag in Athen an. Die meisten campieren auf den öffentlichen Plätzen, in Parks, Rohbauten oder abbruchreifen Häusern. Der weitläufige Park Pedion Areos (Marsfeld) unweit des Archäologischen Nationalmuseums glich im Juli einem riesigen Flüchtlingslager. Inzwischen hat die Regierung im Stadtviertel Elaionas Wohncontainer für etwa 200 Flüchtlinge aufstellen lassen. Mitarbeiter der Stadtverwaltung verteilen Wasser und Erfrischungsgetränke. Bürgerinitiativen bringen belegte Brote und Obst. Freiwillige Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wie Ärzte der Welt versuchen, die Flüchtlinge zu betreuen. Viele von ihnen sind krank, vor allem Kinder.

Die für Migration zuständige Vizeministerin Tasia Christodoulopoulou kommt wegen des chaotischen Managements in der Flüchtlingsdramas zunehmend in die Kritik. Die von der Regierung vorgebrachte Klage, man habe wegen der Krise nicht genug Geld für die Betreuung der Menschen, klingt nicht sehr glaubwürdig. Schließlich hat die EU Griechenland für die Jahre 2014 bis 2020 für die Flüchtlingsbetreuung 490 Millionen Euro zugesagt, davon 30 Millionen als Soforthilfe. Aber Brüssel kann das Geld nicht auszahlen, weil die Athener Regierung bis heute keine staatliche Stelle benannt hat, die für die Verwaltung der Gelder zuständig sein soll.

Kritik gibt es auch immer wieder an den sehr schleppenden griechischen Asylverfahren. Allerdings beantragt fast keiner der jetzt eintreffenden Flüchtlinge Asyl in Griechenland. Denn die Menschen wollen weiter. Ihre Ziele liegen in Nord- und Westeuropa. Manche versuchen, als blinde Passagiere an Bord einer der Fähren nach Italien zu gelangen, andere vertrauen sich Schleusern an, die sie über den Balkan nach Westeuropa bringen.

Das Flüchtlingsthema hat auch eine brisante parteipolitische Dimension: Athens linksliberaler Bürgermeister Giorgos Kaminis sagt, die Stadtverwaltung sei finanziell und personell mit der Versorgung der Flüchtlinge völlig überfordert. Er ruft nach Hilfe des Staates. Aber die Regierung stelle sich taub, klagt Kaminis. Er glaubt, dass die ultrarechten Unabhängigen Griechen (Anel), der Koalitionspartner des Linkspremiers Alexis Tsipras, humanitären Hilfen für die Flüchtlinge hintertreiben – Anel-Chef Panos Kammenos hatte im Wahlkampf mit ausländerfeindlichen Sprüchen um Stimmen geworben und angekündigt, er werde alle illegalen Einwanderer deportieren.

Gerd Höhler, Athen

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181 Kommentare zu "Flüchtlinge in Europa: Christen willkommen, Muslime nicht?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Albers

    Kennen Sie die Lösung oder sind Sie bei ".....wissen Sie nicht auch nicht mehr weiter? *G*" mit eingeschlossen?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • An den Slowaken sollten wir uns ein Vorbild nehmen denn wir haben schon zu viele Muslime in Deutschland und Europa welche uns permanent Probleme in allen Lebenslagen bereiten. Von den 800.000 Flüchtlinge welche in diesem Jahr nach Deutschland kommen werden sind doch bestimmt 90% Muslime. Wenn das so weiter geht wird im Bundestag bald anstatt der Bundesadler der türkische Halbmond an der Wand hängen und der Kanzler auf den Koran vereidigt. Mir tun unsere Enkel echt leid als Minderheit im eigenen Lande und als Christen diskrimiert zu werden, das haben sie nicht verdient.

  • @ Albers

    Sie sind aber ganz schön dünnhäutig geworden....

    Dass es, wie bei allen anderen Kommentaren wo ich Sie mal aufgefordert habe diese zu begründen, keine Antwort geben wird war aber von vornherein absehbar.

    Sie haben immer eine andere Ausrede: keine Zeit, keine Lust, kein Interesse usw.

    Ich vermute eher: Sie haben KEINE Argumente

  • ist aus einem Aufsatz von mir von 2007...^^ leider muss immer ein problem erst hochkochen bevor sich was bewegt

  • Da wollen wir mal ein paar fakten in die Debatte einstreuen da wir ja so hochgebildete Teilnehmer haben heute...^^

    Warum sind eigentlich so viele Staaten inzwischen “Failed States”? – Das liegt schlicht und einfach an der Bevölkerungsexplosion dort, die permanent Massen von arbeitslosen jungen Menschen ohne jede Chance auf ein erfülltes Leben schafft. Dieses hoffnungslose Problem ist in den Medien hierzulande natürlich ein absolutes Tabu, weil es nicht in das geliebte linke Klischee von der westlichen Ausbeutung und Diskriminierung der armen Länder passt.

    Wer es nicht glauben will:

    Pakistan 1950: 37,5 Millionen Einwohner – 1970: 59,4 Mio. – 1990: 111,8 Mio. – 2014: 196 Mio. – 2060: vermutlich 400 Mio. Einwohner
    Ägypten: 1950: 21,5 Mio. – 1970: 36,3 Mio. – 1990: 52 Mio. – 2014: 87,2 Mio. – 2060: vermutlich fast 180 Mio. Einwohner
    Jemen 1950: 4,3 Mio. – 1970: 6,1 Mio. – 1990: 11,9 Mio. – 2014: ca. 26 Mio. – 2050: vermutlich mindestens 60 Mio. Einwohner

    Die gleiche demographische Katastrophe findet in Somalia, Südafrika, Äthiopien, Sudan, Nigeria, Nepal, Syrien, Mexiko und vielen anderen armen Staaten statt. Und wenn man sich die einzelnen demographischen Linien (alle steil nach oben) anschaut, erkennt man, dass es keinerlei Trendänderung zum Besseren gibt. Auf der Welt und in Europa (wohin mal Dutzende, ja Hunderte von Millionen Arme drängen werden) wird es sehr bald extrem ungemütlich werden.

  • @ Herr Gerald Gantz

    << ..... insbesondere der geistig fehlgeleitete T. Albers, von mir manchmal Albern genannt. >>

    Glaub ich nicht, dass der geistig fehlgeleitet ist. Er ist schlicht und einfach Auftragschreiber. Noch vor ein paar Wochen nannte er sich "Herr Weißenfels", davor hatte er verschiedene andere Namen. Er ist unverkennbar. Seine Aufgabe ist es, die Diskussion zu zerreden und einzelne Teilnehmer zu demotivieren. Seine Fähigkeiten sind jedoch extrem begrenzt, fast könnte man Mitleid mit ihm haben. Von der Klasse eines "Rechner" aus der Zeit vor der letzten BW ist er meilenweit entfernt.

  • Die Arbeitsagentur ist seit 2012 dazu verpflichtet, gemeldete Erwerbslose auf einen Migrationshintergrund zu befragen, um daraus Schlüsse für die Arbeitsmarktpolitik ziehen zu können

    Mehr als ein Drittel der Arbeitslosen in Deutschland hat ausländische Wurzeln, davon erhalten drei Viertel Hartz IV. zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Überdurchschnittlich oft sind Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland arbeitslos. Nach Daten der Bundesagentur für Arbeit von 2012 hatten fast 36 Prozent der Arbeitslosen ausländische Wurzeln. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lediglich gut 20 Prozent.
    Da Produktionsstätten, die ungelernte Arbeitskräfte für Arbeitsprozesse anlernen und dauerhaft beschäftigen auch künftig vermehrt aus Deutschland abwandern, kann man sich leicht ausrechnen was auf uns noch alles zukommt.

  • Was denn nun? Die Politik sagt D braucht Zuwanderung. Die Industrie verlagert aber die Produktion in Billiglohnländer und Steueroasen. Zusätzlich wird immer mehr Arbeit durch die Computerisierung wegfallen. In ein paar Jahren ist die Pharma- und Gesundheitsindustrie sowei das wir alle über 100 werden. Somit werden wir auch länger arbeiten können. Also Zuwanderung im grossen Stil braucht Europa nun wirklich nicht. Oder ist es das Ziel der Politik das alle Menschen am Ende irgendein Mischmasch aus aller Herren Länder wird. Was wird dann aus Europa? Welch Deutscher, Schweizer oder Österreicher mag noch Kinder kriegen mit dem Wissen das er beim Elternsprechtag eingequetscht zwischen Kopftuch- und Schnurrbartträgern als Exot sitzt. Ich habe mich vor 5 Monaten in D (NRW) operieren lassen. Ich bin dann mal durch die Geburtenstation gegangen und habe mir dort das Geburtenbuch angeschaut. Interessant. Sah aus als gehöre das Buch neben Aladin und die Wunderlampe. Nach gut einem dutzend Seiten habe ich aufgehört zu blättern. Es war kein einziger westeuropäischer Name dabei!

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