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Flüchtlinge und die Balkanroute Das Anti-Merkel-Konzept

Österreich rebelliert, Slowenien ist sauer: Die Balkanländer haben in der Flüchtlingskrise einen Gegenentwurf zu den Plänen von Kanzlerin Merkel entwickelt – und Fakten geschaffen. Denn die Sorge ist groß.
10.03.2016 - 15:31 Uhr
Die Balkan-Länder sorgen sich darum, dass Tausende Flüchtlinge bei ihnen stranden könnten. Quelle: AFP
An der Grenze

Die Balkan-Länder sorgen sich darum, dass Tausende Flüchtlinge bei ihnen stranden könnten.

(Foto: AFP)

Belgrad Es darf als diplomatischer Coup gelten, dass ausgerechnet Österreich als traditionell enger Verbündeter Deutschlands die Balkanländer auf eine Alternative zum Flüchtlingskonzept von Kanzlerin Angela Merkel verpflichtet hat. Vor allem, weil die Länder entlang der Balkanroute meist zerstritten sind. Doch jetzt ziehen sie an einem Strang und haben den Flüchtlingstransit durch ihre Länder rigoros gestoppt – aller Kritik aus Deutschland zum Trotz.

Österreich ist von seinem Konzept tief überzeugt. „Diese Allianz der Vernunft hat bisher den entscheidenden Beitrag dazu geleistet, Stabilität und Ordnung für die Menschen in Europa zu wahren“, sagt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in einem Interview. Wien rät Berlin, seinem Vorbild zu folgen und selbst Obergrenzen für Migranten einführen. Das Land hat offen einen Dominoeffekt angestrebt – der jetzt auch eingetreten ist. Aus Sorge vor einem Rückstau haben Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien ihre Grenzen für Flüchtlinge faktisch geschlossen.

Die Anrainer der Balkanroute haben Griechenland immer wieder vorgeworfen, zu wenig zu tun, um den Ansturm der Flüchtlinge zu stoppen. Das Adrialand Kroatien hatte im vergangenen Herbst sogar Schiffe angeboten - mit der Begründung, dass Athen den Andrang offensichtlich mit eigener Ausrüstung nicht stoppen könne oder wolle. Auch Slowenien ist sauer. Griechenland solle nicht jammern, dass mehr als 35.000 Menschen im Land festsäßen. Sein fünfmal kleineres Land habe im vergangenen Jahr bis zu 12.000 Menschen am Tag versorgt, sagt Regierungschef Miro Cerar.

Zugleich bezweifeln die Balkanländer, dass die Türkei ihre Zusagen zur Eindämmung und Steuerung des Flüchtlingszustroms einhält. Damit misstrauen sie auch dem Konzept von Merkel, das auf der Zusammenarbeit mit der Türkei basiert. Die Gründe für das Misstrauen gegenüber Ankara liegen tief verwurzelt in der Geschichte. Die Balkanhalbinsel war zum Teil noch bis vor 100 Jahren fest im Griff des Osmanischen Reiches.

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