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Flüchtlings-Strom Steigende Zahlen an deutsch-österreichischer Grenze

Der Flüchtlingsstrom an der deutsch-österreichischen Grenze nimmt zu. Auch Kroatien berichtet von steigenden Zahlen. Zuvor war es wegen der Schließung der Grenze zwischen Ungarn und Serbien zu Ausschreitungen gekommen.
17.09.2015 - 03:48 Uhr

Ungarn will auch an kroatischer Grenze Zaun errichten

Horgos Die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze nimmt zu. Am Mittwoch stoppte die Bundespolizei rund 4600 Asylsuchende beim Grenzübertritt, wie ein Sprecher in der Nacht mitteilte. Damit ist die Zahl im Vergleich zum Dienstag deutlich gestiegen, als die Bundespolizei rund 3500 Flüchtlinge zählte.

Am Mittwoch wurden zudem 18 Schleuser festgenommen. Viele Flüchtlinge kamen über die Saalachbrücke zwischen Salzburg und dem deutschen Grenzort Freilassing (Landkreis Berchtesgadener Land). Zwei Großgruppen mit je 700 Flüchtlingen wurden dort gestoppt. Auch der Bahnhof in Freilassing sei weiterhin ein Brennpunkt, berichtete der Sprecher. Die Flüchtlinge werden nun in Sammelstellen in der Region registriert und anschließend auf ganz Deutschland verteilt.

Am Mittwoch war die ungarische Polizei an der Grenze zu Serbien mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Hunderte Flüchtlinge und Migranten vorgegangen. Diese hatten am Grenzort Horgos den Stacheldrahtzaun nach Ungarn durchbrochen, um ins EU-Land zu gelangen. Zwei der Flüchtlinge wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, berichteten serbische Ärzte.

Amnesty berichtet von getrennten Familien

Bei dem Versuch, aus Serbien über die Grenze in das EU-Land Ungarn zu gelangen, sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mehrere Flüchtlingskinder von ihren Eltern getrennt worden. Wie Amnesty am Mittwoch mitteilte, wurden mindestens neun Menschen, darunter mindestens vier Kinder, von der ungarischen Polizei abgesondert, als eine Flüchtlingsgruppe versucht hatte, von Serbien aus den ungarischen Grenzzaun zu überwinden.

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    „Die Familien versuchen verzweifelt, mit ihren Kindern wiedervereint zu werden“, erklärte die Krisenreaktionsdirektorin von Amnesty, Tirana Hassan, bei einem Besuch vor Ort. „Sie haben nicht nur die traumatische Reise an die Grenze und den Einsatz von Gewalt der Polizei erlebt - sie haben jetzt die Sicherheit verloren, bei ihren Eltern zu sein“, sagte sie über die Flüchtlingskinder. Diese seien vermutlich in ein nahe gelegenes Gebäude des Grenzschutzes gebracht worden. „Die ungarischen Behörden müssen diese Kinder sofort ihren Familien übergeben“, forderte Hassan.

    Auf der Suche nach Alternativrouten Richtung Westeuropa kamen knapp über 1000 Flüchtlinge im EU-Land Kroatien an. is in die Nacht seien 1200 Menschen registriert worden, teilten die dortigen Behörden mit. Man rechne in den kommenden Tagen mit weiteren Tausenden Menschen. Nicht zuletzt diese Aussicht veranlasste die österreichische Regierung, in Kürze mit Kontrollen an selektiven Abschnitten an der Grenze zu Slowenien zu beginnen. Die Kontrollen sollten in den kommenden Stunden starten, teilte das Innenministerium am Mittwoch mit.

    Die Lage an der Grenze zu Ungarn, wo österreichische Beamte seit Mitternacht einreisende Fahrzeuge kontrollierten, habe sich „bedeutend beruhigt“, hieß es weiter. Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner betonte gegenüber der Nachrichtenagentur APA, jeder, der Asyl beantragen wolle, könne dies tun. Zugleich sagte sie, Österreich versuche, ein „klares Signal“ zu senden, dass das Land keinen unkontrollierten Zustrom von Migranten bewältigen könne.

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