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Flüchtlingscamp Moria Flüchtlinge auf Lesbos wollen nicht in neues Lager ziehen – Mutmaßliche Brandstifter festgenommen

Statt in Behelfsunterkünfte zu ziehen, wollen viele Migranten die griechische Insel verlassen. Die Polizei hat fünf mutmaßliche Brandstifter festgesetzt, ein weiterer werde gesucht.
15.09.2020 - 15:09 Uhr Kommentieren
Viele Menschen haben Angst, im neuen Lager eingesperrt zu werden und hoffen auf eine Umsiedlung in ein europäisches Land. Quelle: dpa
Migranten schlafen neben einem Zelt

Viele Menschen haben Angst, im neuen Lager eingesperrt zu werden und hoffen auf eine Umsiedlung in ein europäisches Land.

(Foto: dpa)

Athen, Lesbos Auf der griechischen Insel Lesbos weigern sich nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria Tausende obdachlos gewordene Migranten, neu errichtete Behelfsunterkünfte zu beziehen. Stattdessen forderten sie am Dienstag erneut, dass sie die Insel verlassen dürfen. „Wir haben sie informiert, dass sie in die Einrichtung gehen müssen, aber sie lehnen das ab“, sagte ein Polizeivertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. „Sie wollen die Insel verlassen.“

Die griechischen Sicherheitskräfte haben zudem fünf mutmaßliche Brandstifter festgenommen, die das Registrierlager auf Moria in Brand gesetzt haben sollen. Dies teilte der griechische Minister für Bürgerschutz, Michalis Chrysochoidis, am Dienstag mit. „Die Brandstifter sind festgenommen. Es sind junge Migranten. Ein weiterer wird noch gesucht“, sagte er im Staatsradio (ERT). Aus Kreisen der Polizei hieß es, die fünf mutmaßlichen Brandstifter seien Afghanen, deren Asylanträge abgelehnt worden waren.

Mehr als 12.000 Menschen, die vor allem aus Afghanistan, Syrien und Afrika stammen, waren in dem völlig überfüllten Lager Moria untergebracht. Doch seit es am Mittwoch vergangener Woche niederbrannte, harren die meisten von ihnen ohne Obdach, Sanitäranlagen und Lebensmittelversorgung aus. In ein neues vorläufiges Lager in der Region Kara Tepe, das bereits mit 5000 Betten ausgestattet ist und erweitert wird, hätten bislang nur 1000 Migranten gehen wollen, teilte die Regierung mit.

Tausende andere – Männer, Frauen und Kinder – verbrachten die Nacht außerhalb der Anlage am Straßenrand. Sie fürchten, dass in dem neuen Lager die Lebensbedingungen genauso schlecht sind wie in Moria und hoffen, dass sie von der Insel herunterkommen.

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    „Niemand wird Lesbos verlassen, ohne vorher in dem Übergangslager gewesen zu sein“, sagte Bürgerschutz-Minister Michalis Chrisohoidis im Hörfunksender Skai. Am Wochenende hatte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis erklärt, in jedem Fall werde auch ein dauerhaftes Auffanglager für Flüchtlinge auf Lesbos errichtet, das das zerstörte Lager Moria ersetzen solle. Dies war ursprünglich für rund 2800 Menschen konzipiert worden.

    Doch bislang durften nur wenige hundert Flüchtlinge Lesbos verlassen, meist unbegleitete Minderjährige. Deutschland will nun rund 150 durch den Brand obdachlos gewordene Minderjährige aufnehmen. Die griechischen Behörden haben erklärt, dass es keine Massentransfers aufs Festland geben wird und alle Migranten in die neue Unterkunft auf Lesbos gehen müssen.

    Mehr: Merkel und Seehofer wollen weitere 1500 Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen

    • rtr
    • dpa
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