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Flüchtlingskrise, die nächste Afghanistan wird das neue Syrien

„Bad Kundus“ gibt es schon lange nicht mehr. Die Bundeswehr hat die afghanische Stadt längst verlassen – jetzt rücken die Terrororganisation IS und die Taliban vor. Nun droht die nächste Flüchtlingswelle.
30.09.2015 - 15:38 Uhr 68 Kommentare
Kundus ist gefallen. Doch vor den Toren der Stadt sind die afghanischen Soldaten und Polizisten auf alles vorbereitet. Quelle: Reuters
Kundus

Kundus ist gefallen. Doch vor den Toren der Stadt sind die afghanischen Soldaten und Polizisten auf alles vorbereitet.

(Foto: Reuters)

Tel Aviv In Afghanistan droht eine Wiederholung des irakischen und syrischen Dramas. Die Armee ist selbst mit Hilfe von Außen zu schwach, um die Islamisten zurückzudrängen. Mit der Ausdünnung westlicher Hilfe entsteht ein Vakuum, in das Islamisten vorstoßen. Der Erfolg der Taliban in der strategisch wichtigen Stadt Kundus ist ein Warnzeichen dafür, dass Afghanistan für den Kampf gegen den Taliban zu schwach ist.

Gleichzeitig wird in Kabul registriert, dass auch Ableger des Islamischen Staates auf der afghanischen Kampfbühne an Stärke zulegen. Bereits soll er laut einem Bericht der Uno in 25 der 34 Provinzen Afghanistans aktiv sein; zudem würden mehrere Dutzend IS-Berater Dschihadisten unterstützen, die sich von den Taliban getrennt haben.

Für Präsident Ashraf Ghani ist das Vorrücken des Taliban ein empfindlicher Rückschlag. Quelle: dpa
Ashraf Ghani

Für Präsident Ashraf Ghani ist das Vorrücken des Taliban ein empfindlicher Rückschlag.

(Foto: dpa)

Die Konsequenzen für die Bürger sind verheerend: Es droht ein Drei-Fronten-Krieg. 80 Prozent des Landes werden von afghanischen Regierungskreisen derzeit als unsicher bezeichnet. Immer mehr Afghanen schließen sich dem Flüchtlingsstrom an. Derzeit sollen pro Monat 100.000 Afghanen ihre Heimat verlassen. In diesem Jahr seien bisher rund 70.000 Afghanen in Europa angekommen, sagte der Chef der Afghanistan-Mission der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Richard Danziger, der „Welt am Sonntag“.

Kundus ist zwar der bisher spektakulärste Erfolg des Taliban in Afghanistan. Doch das Vorrücken der Islamisten kann seit Monaten beobachtet werden. Die Taliban und andere Dschihadisten-Gruppen haben den Sommer hindurch teils mit spektakulären Angriffe auf größere Bevölkerungszentren und US-Stützpunkte gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist.

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    Der jüngste Erfolg des Taliban verschiebt nicht nur das militärische, sondern auch das politische Gleichgewicht. Für Präsident Ashraf Ghani, der seit genau einem Jahr im Amt ist, ist das Vorrücken des Taliban ein empfindlicher Rückschlag. Sein kürzlich gewählter Widersacher, Taliban-Anführer Mullah Achtar Mansour, kann den Erfolg hingegen zur Festigung seiner Machtposition innerhalb des Taliban benützen. Die Ernennung Mansours, der erst im Juli zum Nachfolger von Mullah Omar ernannt worden ist, war umstritten. Omars Anhänger hatten sich für einen seiner Söhne stark gemacht.

    Wer der Meister des Machtpokers ist
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    68 Kommentare zu "Flüchtlingskrise, die nächste: Afghanistan wird das neue Syrien"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ Hirsepp

      Sie haben so Recht!

      nur unsere lieben, guten Grün-Sozen wollen das nicht wahr haben.

    • Die Trennung zwischen rechts und rechtsradikal geht in Frankreich verloren

      nicht nur dort...

    • @Frau Steer

      Gabriel - geboren 59 ist für die 68er zu jung. Merkel hat davon sicherlich auch nix mitbekommen in der DDR. v.d.Leyen geboren 58 auch zu jung für die 68er.

      Aber wissen Sie was die drei und viele andere Politiker verbindet?

      Alle wuchsen bereits in Beamten-Haushalten auf. OK Merkel als Pfarrerstochter wohl nicht, aber Sorgen bezüglich eines Einkommens dürften im Elternhaus auch nie vorhanden gewesen sein. Die Kirche zahlt pünktlich wie der Staat.

    • NEIN!
      Syrien wird das neue Afghanistan, wenn wir den naiven Forderungen von OBAMA folgen und in Syrien den momentanen Diktator (Fuehrer- "Leader" lt Obama!) austauschen und etwa so einen aalglatten dummschwaetzer wie Karsai inthronisieren oder wie im IRAK einen Schlappschwanz dort als Marionette akzeptieren!

      Das ging bei Saddam schief, bei Ghaddafi ebenso,, wie in der UKRAINE und selbst Aegypten ist gerade einem Debakel entgangen!

      Warum soll Syrien weniger diktatorisch & totalitaer gelenkt und regiert warden als etwa Saudi Arabien Kuweit, Bahrain, Qatar, Marocko, oder Kuba bzw. Jemen? und IRAN? Selbst die Tuerkei ist tiefer Orient wenn es um Demokratie geht !
      Fuer eine Demokratie auf niedrigstem gemeinsamen Niveau, sind dies Buerger dieser Laender nicht bereit und meist auch nicht willens, bei der totalitaeren Religionsausuebung und den alltaeglich gelebten Werten des Gemeinwesens!

      DEMOKRATIE nach westlichen Werten ist selbst in RUSSLAND erst in 3-4 Generationen denkbar!

    • Buddhisten haben Sie noch vergessen. Davon gibt es inzwischen eine ganze Menge. Aber die merkt man nicht so - wenn man selber nicht dazu gehört.

    • Was soll das Geschreibe, schmeißt die Typen alle raus und und lasst sie nicht mehr herein. Muß man diesen Dilettanten hier alles vor machen.

    • So sehe ich das auch
      diese Mannschaft die jeden tag aufs neue vom Alltag überrascht wird :-)
      die wird absolut gar nichts reißen.
      Mann sieht's doch schon 2-3 Jahre für einen Asylantrag das ist lächerlich.
      Klagerechte auch noch auf unsere Kosten? Absurd!!
      Staatliche Leistungen an abgelehnte Asylbewerber die nicht ausreisen?
      Keine Papiere=Duldung !!! Das ist lächerlich

      So etwas ist Macht Missbrauch von abgehobenen Gutmenschen.
      Stellt das ab oder führt es im Steuerrecht ein.
      Steuererklärung verloren = 0 Steuer in dem Jahr.

      Dann verstehen auch die letzten Pro Asyl Integrationspädagogen das es so nicht geht. Weil Ihr Gehalt dann nicht mehr überwiesen wird.



    • Aber Herr Neumann [16:50 Uhr], wir sollten differenzieren! Das sage ich, obwohl zugegeben auch mein Unmut angesichts der anschwellenden Übergriffe von Teilen der „Gäste" auf Personen und Geschäfte steigt! Siehe u. a. in dem von Frau Andrea Merker [16:23 Uhr] erwähnten Brief eines ehemaligen britischen Offiziers, der in Deutschland lebt. Und ich frage mich, wann die klassische Presse endlich über diese Ereignisse berichtet. Wer glaubt, all das a la longue verheimlichen zu können, kann nicht bei Trost sein. Das funktioniert schon deswegen nicht, weil angenommen werden darf, dass die unappetitlichen Übergriffe noch heftig zunehmen werden.

    • "geht schon los" ist falsch ausgedrückt....
      Ich habe gerade mal geschaut: der Artikel ist vom 04.05.2010.

      Aber trotzdem zeigt er eindeutig die "Denke" der rot-rot (grünen) Gutmenschen.

      Was "normal" ist darf gerne benachteiligt werden. Zwingend bervorzugt werden müssen Ausländer, Schwule, Lesben und sonstige schwer diskriminierte Minderheiten.
      Das ist das ausgeprägte "Gerechtigkeitsverständnis" dieser Leute.

      Wobei man bei ausländischen "Neubürgen" ja bald nicht mehr von Minderheiten ausgehen muss......

    • ich denke wir haben den Gipfel erklommen und befinden uns im Abstieg. Es wird schlechter nicht besser. Aber mit viel Glück und viel gutem Willen wird es kein Absturz - für uns. Ich fürchte allerdings das die Generation unserer Enkel abstürzen wird. Aus der virtuellen Unendlichkeit in die reale Katastrophe ...

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