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Flüchtlingskrise Grünen-Politiker Beck schlägt Drei-Punkte-Plan vor

Grünen-Politiker Volker Beck will mit einem Drei-Punkte-Plan die Flüchtlingskrise in Europa in den Griff bekommen. Es dürfe sich nicht rechnen, wenn sich ein Mitgliedsstaat aus der europäischen Solidarität verabschiede.
22.09.2015 - 00:00 Uhr
Ein Flüchtling lehnt in einem Zeltlager bei Opatovac, Kroatien, an einem Zaun. Quelle: dpa
Flüchtlinge in Kroatien

Ein Flüchtling lehnt in einem Zeltlager bei Opatovac, Kroatien, an einem Zaun.

(Foto: dpa)

Berlin Der Grünen-Innenpolitiker Volker Beck schlägt einen Drei-Punkte-Plan zur Bewältigung des Flüchtlingsandrangs in Europa vor. „Eine gemeinsame Flüchtlingspolitik, die endlich wieder den Flüchtlingsschutz in den Mittelpunkt stellt, wird nur gelingen, wenn sie aus der Perspektive der Schutzsuchenden wie der Mitgliedstaaten als gerecht und solidarisch empfunden wird“, sagte der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion dem Handelsblatt. Es dürfe sich nicht rechnen, wenn sich ein Mitgliedsstaat aus der europäischen Solidarität verabschiede. Und es dürfe sich ebenfalls nicht rechnen, Anreize zur Weiterreise durch eine besonders schlechte Behandlung von Schutzsuchenden zu setzen.

Beck plädiert daher für eine „Neubegründung einer gemeinsamen Europäischen Flüchtlingspolitik“. Als ersten Punkt schlägt er einheitliche Mindeststandards beim Flüchtlingsschutz vor. „In allen Mitgliedsstaaten müssen rechtsstaatliche Verfahren, Zugang zu effektivem Rechtsschutz und anwaltlicher Beratung sowie eine menschenwürdige Unterbringung und Existenzsicherung gewährleistet werden“, erläuterte er.

Als zweiten Punkt regt Beck an, die Kosten der Aufnahme durch die EU auszugleichen. „Dies ließe sich zum Beispiel durch Pro-Kopf-Leistungen aus einem EU-Flüchtlingsbudget gewährleisten“, sagte er. Als dritten Punkt fordert Beck eine quotenmäßige Verteilung von Schutzsuchenden auf die Mitgliedsstaaten, die „ohne Inhaftierung“ auskommen müsse und die Rechte und Bedürfnisse der Schutzsuchenden mitberücksichtige. Schutzsuchende mit familiären Bezügen in einen Mitgliedsstaat müssten zu ihrer Familie ziehen können und dort ihr Verfahren betreiben dürfen, erläuterte Beck.

Auch das Bestehen einer Exilgemeinde und andere persönliche Beziehungen müssten bei der Bestimmung des für die Durchführung des Asylverfahrens zuständigen Mitgliedstaats Berücksichtigung finden. Außerdem sollten Flüchtlinge, deren Schutzanspruch anerkannt worden sei, innerhalb der EU nach denselben Regeln wie Unionsbürger „freizügigkeitsberechtigt“ sein und ohne Einschränkungen Zugang zum gesamteuropäischen Arbeitsmarkt erhalten. „Nur wenn diese drei Punkte angegangen werden“, so Beck, „wird man dauerhaft eine Akzeptanz für europäische Verteilungsmodalitäten für die Aufnahme von Flüchtlingen erreichen können.“

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