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Flüchtlingskrise in Europa Dänemark will UN-Flüchtlingskonvention ändern

Um der großen Zahl an Flüchtlingen Herr zu werden fordert der dänische Premierminister Rasmussen eine „Anpassung der Spielregeln“. Seine regierende Venstre-Partei will nun das Weiterreiserecht der Asylsuchenden kippen.
28.12.2015 - 08:34 Uhr
Der dänische Premier Lars Lokke Rasmussen, hier auf dem Weg zum bisher letzten EU-Flüchtlingsgipfel, will den Drück erhöhen. Quelle: AFP
Änderung der Konvention

Der dänische Premier Lars Lokke Rasmussen, hier auf dem Weg zum bisher letzten EU-Flüchtlingsgipfel, will den Drück erhöhen.

(Foto: AFP)

Kopenhagen Angesichts der Flüchtlingskrise hat der dänische Regierungschef Lars Lökke Rasmussen eine Überarbeitung der UN-Flüchtlingskonvention ins Gespräch gebracht. Wenn die Flüchtlingszahlen weiter in dem Maße anstiegen wie bisher, werde de Moment kommen, wo über eine „Anpassung der Spielregeln“ gesprochen werden müsse, sagte Rasmussen am Sonntag dem Sender TV2. Rasmussens rechtskonservative Venstre-Partei ist als Minderheitsregierung unter anderem auf die Unterstützung der einwanderungsfeindlichen Dänischen Volkspartei (DPP) angewiesen.
Rasmussen sagte in dem Interview, zu klären seien insbesondere die Rechte der Flüchtlinge im Erstaufnahmeland. Er kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Konvention von 1951 es Flüchtlingen selbst nach einem mehrjährigen Aufenthalt in einem Erstaufnahmeland noch ermögliche, in Europa Asyl zu beantragen. Die Europäische Union sollte sich um eine Modifizierung der Flüchtlingskonvention bemühen.

Dänemark hatte zuletzt die Asylregeln drastisch verschärft, um Flüchtlinge fernzuhalten. So dürfen nach den neuen Regeln Flüchtlinge erst nach drei Jahren Familienangehörige nachholen. Darüber hinaus darf die Polizei Asylbewerber und ihr Gepäck nach Geld und Wertgegenständen durchsuchen, mit denen sie für ihren Aufenthalt zahlen könnten. Dabei war anders als in Schweden und Deutschland die Zahl der Asylanträge in Dänemark in diesem Jahr nur leicht gestiegen. Die Asylverschärfung wurde von Hilfsorganisationen mit Kritik aufgenommen.

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